Hö­her, län­ger, wei­ter

Feuerwehr-Magazin - - Fahrzeuge - Olaf Preu­sch­off, Re­dak­teur Feu­er­wehr-ma­ga­zin, Fahr­zeu­ge und Tech­nik [6494]

Die dar­auf ein­ge­setz­ten Fah­rer der Feu­er­weh­ren und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen lob­ten den be­son­de­ren Fe­de­rungs­kom­fort des Mer­ce­des 260 E (Typ W124), kri­ti­sier­ten al­ler­dings auch die ein­ge­schränk­ten Raum­ver­hält­nis­se im Pa­ti­en­ten­raum. Heu­te sieht man den Hoch-lang lei­der nur noch sehr ver­ein­zelt. Da der Son­der­auf­bau des Pa­ti­en­ten­raums bei der Neu­an­schaf­fung ex­or­bi­tant teu­er ist, wur­de der Hoch-lang im Lau­fe der Jah­re im­mer mehr vom güns­ti­ge­ren Mer­ce­des Sprin­ter oder VW LT ver­drängt. Die Fe­de­rung die­ser Groß­raum­fahr­zeu­ge wur­de im­mer mehr ver­bes­sert, der Stan­dard­auf­bau bie­tet zu­dem we­sent­lich mehr Platz für Pa­ti­en­ten und Be­treu­er.

Ver­tre­ten war der Hoch-lang auch bei der Be­rufs­feu­er­wehr im west­fä­li­schen Hamm. Die letz­ten bei­den Fahr­zeu­ge wur­den als BA­BY-NAW (Not­arzt-wa­gen) für den In­ter­hos­pi­tal­trans­port von Säug­lin­gen ein­ge­setzt. In Hamm gibt es ein Pe­ri­na­ta­l­zen­trum (Ein­rich­tung zur Ver­sor­gung von Früh- und Neu­ge­bo­re­nen). Der Trans­portin­ku­ba­tor be­fand sich in der Kli­nik und wur­de auf der Auf­nah­me­vor­rich­tung der Kran­ken­tra­ge be­fes­tigt. Die Be­sat­zung, die aus zwei Be­am­ten der Be­rufs­feu­er­wehr be­stand, wur­de durch ei­nen Arzt und ei­ne Kran­ken­schwes­ter der Kin­der­in­ten­siv­sta­ti­on er­gänzt.

Heu­te wer­den die­se Son­der­trans­por­te mit ei­nem nor­ma­len RTW durch­ge­führt, der die glei­chen Vor­aus­set­zun­gen da­für bie­tet. Der

Bis weit in die 1990er Jah­re ge­hör­te der KTW Hoch-lang auf Mer­ce­des Typ W124 zum ge­wohn­ten Stra­ßen­bild. Nach ih­rer Aus­mus­te­rung führ­ten nicht we­ni­ge die­ser Kran­ken­trans­port­wa­gen ein zwei­tes Le­ben als kul­ti­ges Wohn­mo­bil. Bei der BF Hamm (NW) ging mit dem Gw-ab­sturz­si­che­rung der wohl letz­te 124er in Feu­er­wehr­diens­ten die­ses Jahr in den Ru­he­stand.

letz­te BA­BY-NAW der BF Hamm wur­de da­her 2011 in un­ge­fähr ei­nem Vier­tel­jahr zu ei­nem Ge­rä­te­wa­gen-ab­sturz­si­che­rung um­ge­rüs­tet.

Die BF Hamm ver­fügt zur­zeit noch nicht über ei­ne ei­ge­ne Hö­hen­ret­ter­grup­pe, al­ler­dings gibt es schon sie­ben aus­ge­bil­de­te Hö­hen­ret­ter. Die­se sind als sol­che aber nicht fest im Di­enst­plan im­ple­men­tiert. Aus die­sem Grund war der Gw-ab­sturz­si­che­rung nicht in der Alarm- und Aus­rück­ord­nung (AAO) ein­ge­bun­den, son­dern wur­de bei Alar­mie­rung an­lass­be­zo­gen ein­ge­setzt. In Hamm sind die Ge­rä­te­sät­ze Ab­sturz­si­che­rung auf al­len Fahr­zeu­gen der Be­rufs­feu­er­wehr und auf zwei Fahr­zeu­gen der Ff-ein­hei­ten Wie­scher­hö­fen und Uen­trop vor­han­den. Wer­den sie von an­de­ren Ff-ein­hei­ten be­nö­tigt, rück­te der Gw-ab­sturz­si­che­rung qua­si als Zu­brin­ger­fahr­zeug zum Ein­satz­ort aus. Nö­tig mach­te die­se Re­ge­lung der ho­he War­tungs- und In­stand­hal­tungs­auf­wand der Ge­rä­te­sät­ze, die zen­tral auf der FW 1 in der Ha­fen­stra­ße (Haupt­feu­er- und Ret­tungs­wa­che der Be­rufs­feu­er­wehr Hamm) ge­war­tet wer­den.

Na­tür­lich ist die ste­tig zu­neh­men­de Zahl von Trans­por­ten adi­pö­ser Pa­ti­en­ten auch in Hamm ein The­ma. Für die­se Fäl­le um­fass­te die Aus­stat­tung auch ei­ne Xl-schleif­korb­tra­ge, die mit­tels ei­ner spe­zi­el­len Auf­nah­me­vor­rich­tung am Korb der Dreh­lei­ter be­fes­tigt wer­den kann. Auch die­ses Ge­rät trans­por­tier­te der Gw-ab­sturz­si­che­rung bei Be­darf.

Brand­ober­inspek­tor Mar­cus Beck­m­öl­ler (46) ist stell­ver­tre­ten­der Wach­ab­tei­lungs­lei­ter der Wach­ab­tei­lung 3 bei der BF Hamm und hat vor ei­ni­gen Jah­ren ein Kon­zept zur Ab­sturz­si­che­rung ge­schrie­ben. Beck­m­öl­ler: „Auch wenn das Fahr­zeug von au­ßen noch op­tisch ein­wand­frei wirkt, setz­te der TÜV un­se­rem Gw-ab­sturz­si­che­rung ein end­gül­ti­ges En­de.“

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