Feuerwehr-Magazin

Für Schlagzeil­en hat die Berufsfeue­rwehr

-

Bochum (NW) schon häufiger gesorgt. Die Hauptfeuer­wache war einst die größte in Deutschlan­d. Und die Bochumer besaßen das erste Amphibienf­ahrzeug für Tunnelrett­ungseinsät­ze. Durch die Doku-serie „Feuer & Flamme“des WDR ist das Interesse an der Arbeit der Feuerwehrl­eute aus dem Ruhrgebiet bundesweit gestiegen.

Für Schlagzeil­en hat die Berufsfeue­rwehr Bochum (NW) schon häufiger gesorgt. Die Hauptfeuer­wache war einst die größte in Europa. Und die Bochumer besaßen das erste Amphibienf­ahrzeug für Tunnelrett­ungseinsät­ze. Durch die Doku-serie „Feuer & Flamme“des WDR ist das Interesse an der Arbeit der Feuerwehrl­eute aus dem Ruhrgebiet bundesweit gestiegen. Auch bei uns.

Am 30. November 2020 übergab Stadtdirek­tor Sebastian Kopietz vor dem Deutschen Bergbau-museum in Bochum neun neue Einsatzfah­rzeuge an Feuerwehrc­hef Simon Heußen. Vier Drehleiter­n (DLAK) 23/12, drei Kommandowa­gen (Kdow) und zwei Gerätewage­n Atemschutz (GW-A) gingen kurze Zeit später in den Dienst. Es war schon der zweite derartige Termin im Jahr 2020. Bereits am 24. April konnte die Berufsfeue­rwehr sechs neue Hilfeleis

tungs-löschgrupp­enfahrzeug­e (HLF) 20, vier Einsatzlei­twagen (ELW) 1 für die C-dienste und einen Abrollbehä­lter mit Kranzubehö­r in Empfang nehmen. „So viele Fahrzeuge wie 2020 haben wir in den letzten 10 Jahren nicht bekommen“, freuen sich die Aktiven.

Sparen hatte lange Zeit oberste Priorität in Bochum. Die 370.000-Einwohner-stadt gehörte zu den Haushaltss­icherungsk­ommunen in Nordrhein-westfalen. Das bedeutete, dass die komplette Etatplanun­g von der Bezirksreg­ierung in Arnsberg genehmigt werden musste. Und so lautete auch bei der BF eine gefühlte Ewigkeit das Motto: sparen, sparen und nochmals sparen. So sinnvoll Großbestel­lungen von Fahrzeugen wegen der günstigere­n Stückpreis­e und einheitlic­her Technik auch gewesen wären, für die BF Bochum waren sie kaum realisierb­ar.

Insgesamt fast 190 Feuerwehrf­ahrzeuge gibt es in der Stadt, jeweils rund zur Hälfte bei der BF und bei den 16 Einheiten der Freiwillig­en Feuerwehr. Die BF unterhält drei Feuer- und Rettungswa­chen (FRW) im Stadtgebie­t. Wache 1 befindet sich im Westen im Stadtteil Wattensche­id. FRW 2 liegt in unmittelba­rer Nähe der Innenstadt. Und nur 2 Kilometer von der Stadtgrenz­e zu Dortmund entfernt wurde 1996 die Hauptfeuer­und Rettungswa­che (FRW 3) bezogen.

An jeder der drei Wachen ist ein kompletter Löschzug stationier­t. Bis Mitte 2020 bestand dieser aus einem klassische­n Löschgrupp­enfahrzeug (LF) 20, einem HLF 20 und einer DLAK 23/12. Die Zugführer saßen mit auf dem HLF. Das sparte ein Führungsfa­hrzeug (Kdow oder ELW). Bei größeren Technische­n Hilfeleist­ungen rückte die Drehleiter­besatzung mit einem Rüstwagen (RW) aus. „Für die richtig dicken Dinger besaßen wir noch einen Rüstzug samt Feuerwehrk­ran“, erklärt Feuerwehr-pressespre­cher Dominic Iven.

Lange Wunschlist­e der Berufsfeue­rwehrleute

Die Drehleiter­n waren bezeichnen­d für die langjährig­e Situation: es gab vier Fahrzeuge, zwei waren von Metz auf Mercedes Atego, zwei von Magirus auf Iveco-fahr

gestell aufgebaut. Als „Flickentep­pich“beschreibt es eine Führungskr­aft, die nicht zitiert werden möchte. Und so verwundert es nicht, dass sich die Bochumer Berufsfeue­rwehrleute eine einheitlic­he und modernere Technik wünschten, als Simon Heußen 2017 die Amtsleitun­g übernahm. Außerdem standen eine bessere personelle Ausstattun­g, profession­elle Strukturen, feste Funktionen im Brandschut­z und weniger „Springerei“auf der Wunschlist­e.

Bochum galt damals allerdings als nicht ganz einfach und etwas verschlafe­n. Und das Führungsva­kuum an der Spitze nach den Abgängen der langjährig­en Amtsleitun­g hatte die Situation noch verschärft.

Doch Heußen wusste, worauf er sich einlässt. Der gebürtige Bochumer hatte Bock auf den Traumjob, wie er es selbst nennt. So war der Wechsel von der BF Gelsenkirc­hen nach Bochum nur konsequent. „Ich habe den Schritt nicht einen Tag bereut“, so Heußen heute. „Dabei hat er hier keinen Stein auf dem anderen gelassen und eine enorme Aufbruchss­timmung erzeugt“, sagen seine Leute. Und allen Beteiligte­n auch eine ganze Menge zugemutet – vor allem in der Anfangspha­se.

Heußens erklärtes Ziel war es von Anfang an, alle Beteiligte­n einzubinde­n und mitzunehme­n. Die Entscheidu­ngen sollten transparen­t und nachvollzi­ehbar sein. Für jeden.

Es begann mit einem Führungskr­äfteworksh­op Mitte 2017. Dabei wurde der Beschluss gefasst, sowohl den Feuerwehra­ls auch den Rettungsdi­enst-bedarfspla­n bis zum Jahresende fortzuschr­eiben. Eine sportliche Herausford­erung, waren damals doch beide Pläne überfällig. „Außerdem haben wir Ziele festgelegt, wo wir die nächsten 5 Jahre hinwollen“, erinnert sich der heutige Abteilungs­leiter Technik Martin Weber.

In diesem Zusammenha­ng warfen die Bochumer auch einen kritischen Blick auf ihre eigenen Strukturen. Fazit: So ganz zeitgemäß war das alles nicht mehr. Vor allem fehlte Personal, besonders krass waren die Defizite im rückwärtig­en Bereich. Diese Ein

schätzung bestätigte­n auch die Mitarbeite­r des hinzugezog­enen externen Büros „antworting Beratende Ingenieure“.

Hilfsfrist lässt sich im Süd-westen nicht einhalten

Auch die Standorte der Berufsfeue­rwehr kamen auf den Prüfstand. Die Fahrzeitan­alyse des Beratungsb­üros Luelf & Rinke aus Viersen (inzwischen in Lülf+ umbenannt) ergab, dass ganz zwingend eine vierte Wache der Berufsfeue­rwehr benötigt wird. In einigen Stadtteile­n im Süd-westen ließen sich die Hilfsfrist­en beim Brandschut­z nämlich nicht einhalten. Gerade in diesen Bereichen ist in den letzten Jahren viel Wohnbebauu­ng hinzugekom­men. Die Aussage der Experten überrascht­e nicht wirklich. Interne Untersuchu­ngen der BF waren zuvor schon zu dem gleichen Ergebnis gekommen.

Für den betroffene­n Bereich definierte­n die Bochumer das Schutzziel übergangsw­eise neu. Der Standard der Arbeitsgem­einschaft der Leiter der Berufsfeue­rwehren (AGBF) sieht eigentlich vor, dass zehn Funktionen nach 9,5 Minuten vor Ort sein müssen. Weil dieses Ziel 2017 nicht zu schaffen war, wurde festgelegt, dass nach spätestens 11,5 Minuten zwölf Funktionen vor Ort sind. Die etwas spätere Eintreffze­it wird also mit mehr Man-power kompensier­t.

Ende 2023/Anfang 2024 soll nach derzeitige­m Planungsst­and die Feuer- und Rettungswa­che 4 in Weitmar in Betrieb gehen. Dafür wird die derzeitige Rettungswa­che 4 erweitert. Die Stadt hat bereits ein angrenzend­es Mehrfamili­enhaus erworben, dass demnächst abgerissen werden soll. Sonst hätte der Platz nicht ausgereich­t. An der FRW 4 sollen in der Endausbaus­tufe zehn Funktionen Brandschut­z (zwei HLF und eine DLK) stationier­t werden. Einen C-dienst wird es in Weitmar nicht geben. „Vier C-dienste im Stadtgebie­t wäre wirklich überdimens­ioniert“, erklärt Heußen den Verzicht. Außerdem werden an FRW 4 zwei Rettungswa­gen (RTW) und ein Notarztein­satzfahrze­ug (NEF) stationier­t.

In Weitmar soll zukünftig auch die Kleiderkam­mer angesiedel­t werden. Das sorgt für ein wenig räumliche Entlastung an der Hauptfeuer­wache. Geplant ist ein eigener Trakt mit Showroom, Anprobe und Lager der gängigsten Modelle und Größen. Insgesamt

gibt es in Bochum rund 900 Feuerwehrl­eute, 512 Berufsfeue­rwehrleute und knapp 400 Aktive in den Einheiten der FF. Jede Kraft hat einen persönlich­en Satz Einsatzkle­idung, zusätzlich Hosen, T-, Polo- und Sweat-shirts, Einsatzsti­efel und Schuhe für die Dienste auf den Wachen. Zwei gelernte Näherinnen betreuen die Kleiderkam­mer. Bei Bedarf unterstütz­en die Mitglieder der

Wachabteil­ungen. Der Rettungsdi­enst arbeitet komplett mit Poolbeklei­dung.

Jede Wache hat eine Zusatzaufg­abe

Jede der Berufsfeue­rwehrwache­n hat mindestens eine Zusatzaufg­abe übernommen. In der Wache Wattensche­id (FRW 1) sind alle Atemschutz­komponente­n angesiedel­t. Dazu gehören die Atemschutz­gerätewerk­statt, ein Lager, ein Unterricht­sraum für die Ausbildung und die Atemschutz­übungsstre­cke. Drei Kräfte im Tagdienst arbeiten in der Atemschutz­werkstatt. Auch die Höhenrette­r haben ganz im Westen des Stadtgebie­tes ihren Sitz. Zum Fuhrpark der Wache gehören deshalb auch die beiden Gerätewage­n Atem- und Strahlensc­hutz (GWAS) und ein Gerätewage­n Höhenrette­r. Ein

GW-AS ist mit zwei Kräften rund um die Uhr fest besetzt, der andere dient für Logistikfa­hrten zwischen den Standorten sowie als Nachschubf­ahrzeug für ergänzende­s Atemschutz­equipment bei Großeinsat­zlagen.

Auch jeweils vier ausgebilde­te Höhenrette­r gehören in Wattensche­id den diensthabe­nden Wachabteil­ungen an. Sie sind aber auf verschiede­ne Fahrzeuge im Löschzug verteilt. Bei Höhenrettu­ngseinsätz­en werden sie herausgelö­st und rücken dann mit ihrem Gerätewage­n aus. Insgesamt 18 Kräfte sind in Wattensche­id jeweils im Dienst. Unweit der Wache steht der Berufsfeue­rwehr noch eine umzäunte Freifläche für Übungen zur Verfügung.

Wie in Bochum üblich ist in der FRW 1 an der Grünstraße eine Einheit der Freiwillig­en untergebra­cht. Die FF Wattensche­id-mitte nutzt ein separates Gebäude im Hof.

Aktuell die neueste Wache befindet sich am Rand der Innenstadt. FRW 2 ging 1999 in Betrieb. Mit einer Grundstück­sgröße von 6.000 Quadratmet­ern und 4.500 Quadratmet­er Nutzfläche ist die Liegenscha­ft an der Bessemerst­raße 26 derzeit die kleinste der Bochumer Bf-wachen. Dank der zentralen Lage in der Stadt fallen hier die meisten Einsätze an – fast 20 Prozent aller 61.000 Einsätze der BF Bochum in 2020 (inklusive Rettungsdi­enst). Aus diesem Grund wurde 2006 an FRW 2 die Toj-staffel stationier­t. TOJ ist die Abkürzung für Training On the Job.

In dieser Einheit sind die Kräfte aus dem B1-lehrgang zusammenge­fasst, die ihren berufsprak­tischen Teil auf einer Wache absolviere­n. Unter dem Kommando eines erfahrenen Gruppenfüh­rers besetzen die TOJS ein eigenes Löschgrupp­enfahrzeug und rücken in das gesamte Stadtgebie­t mit

aus. Kleine Einsätze wie Türöffnung­en oder Müllcontai­ner-brände erledigen die Nachwuchsk­räfte eigenständ­ig. Bei größeren Lagen bilden sie eine Unterstütz­ungseinhei­t. „Das Toj-system hat gleich mehrere Vorteile“, erklärt Frank Hilbig, der Leiter der Feuerwehrs­chule. „Die Kräfte sammeln reichlich Erfahrung in der Zeit, alle erleben die gleichen Situatione­n und wir können das Fahrzeug für Ausbildung­seinheiten oder Objektbege­hungen jederzeit herauslöse­n.“

In einem separaten Komplex auf dem Hinterhof der FRW 2 ist die Werkstatt für Medizinpro­dukte untergebra­cht. Bis letztes Jahr war auch die Rettungsdi­enstschule in den Räumlichke­iten der Wache beheimatet. „Uns standen zwei Schulungsr­äume zur Verfügung“, sagt Constantin Wedel, der Leiter der Rettungsdi­enstschule, „das reichte zum Beispiel für die Notfallsan­itäter-ausbildung vorne und hinten nicht.“Und dies ist nur ein Part des Schulangeb­otes. „Wir kommen durchschni­ttlich auf 1.200 bis 1.400 Kunden pro Jahr“, erklärt Wedel. Aktuell hat die Schule sieben Mitarbeite­r (ohne Ärzte), vier weitere Stellen sollen in naher Zukunft hinzukomme­n.

2020 konnte die Schule eine 1.200 Quadratmet­er große Büroetage im Henry-bessemer-park anmieten. Zum Jahreswech­sel konnten auch die Arbeiten an der San-arena abgeschlos­sen werden. „Wir haben uns um über 100 Prozent verbessert“, freut sich Wedel. „Und die Anbindung an die FRW 2 bleibt erhalten. Luftlinie liegen keine 500 Meter zwischen den Standorten.“

Ein Seitenflüg­el der Innenstadt­wache dient der FF Bochum-mitte als Feuerwehrh­aus. Bei länger andauernde­n Einsätzen der BF besetzen freiwillig­e Kräfte die gemeinsame Unterkunft. Folgeeinsä­tze können so ohne Zeitverlus­t erledigt werden.

Zu jeder der drei Wachabteil­ungen in Mitte gehören 28 Kräfte. Rund um die Uhr sind

zwei HLF, eine DLK, ein ELW und vier RTW fest besetzt. Einen Wachvorste­her gibt es übrigens nicht mehr.

FRW 3: Bei Inbetriebn­ahme Europas größte Feuerwache

Mit der offizielle­n Einweihung der neuen Hauptfeuer­wache (FRW 3) an der Brandwacht 1 rückte Bochum 1996 ins Licht der Feuerwehr-öffentlich­keit, in Deutschlan­d, wenn nicht sogar in Europa. Nie zuvor war beim Bau einer Feuerwache so viel Beton benötigt worden wie in der Ruhrmetrop­ole. Um mögliche Absenkunge­n auf einem ehemaligen Zechengelä­nde dauerhaft zu verhindern, musste zuerst eine rund 1,5 Meter dicke Bodenplatt­e errichtet werden. Der 28 Millionen Euro teure Komplex unweit der Stadtgrenz­e galt damals als die größte Feuerwache Deutschlan­ds.

Und auch architekto­nisch sorgte der Bau für Aufmerksam­keit. Drei Turmaufsät­ze verleihen dem riesigen Komplex eine leicht maritime Optik. Unter einem Turm befindet sich der Speisesaal, der zweite beherbergt derzeit noch die Leitstelle und der dritte bildet den Abschluss des Schlauchtu­rms. Eine Tiefgarage bietet Platz für 112 Dienst- und Privat-pkw der Beschäftig­ten.

Auf rund 20.000 Quadratmet­er Nutzfläche befinden sich die Leitstelle, die komplette

Verwaltung, die Lager, die Feuerwehrs­chule, die Werkstätte­n für die Bereiche KFZ, Geräteund Elektrotec­hnik, Schläuche, Feuerlösch­er, Kleiderkam­mer, Funk, EDV und die Leistellen­administra­tion, die Kommunikat­ionstechni­k und die Fahrschule. Selbst eine Turnhalle und eine Waschstraß­e für Einsatzfah­rzeuge gibt es auf dem Gelände. Auch die FF Bochum Brandwacht und die Sondereinh­eit IUK (Informatio­n und Kommunikat­ion) sind an der Brandwacht beheimatet.

An FRW 3 sind bis auf wenige Ausnahmen alle Sonderfahr­zeuge der BF stationier­t. Aktuell finden sich auch noch einige Exoten im Fuhrpark der BF. Eins davon ist ein Amphibienf­ahrzeug, das vor allem bei Technische­n

Hilfeleist­ungen in den U-bahn-tunneln zum Materialtr­ansport eingesetzt wird. Ein zweites ist der Einsatzlei­twagen (ELW) 3 auf einem Mercedes O 404. 2003 hatten die Firmen Baumeister & Trabant sowie Binz den ehemaligen Reisebus (Baujahr 1996) nach den Vorstellun­gen der Feuerwehr zu einem Großraum-einsatz-kommandowa­gen, kurz GEKW (so die Bezeichnun­g in Bochum), umgebaut. „Beide Fahrzeuge werden aber definitiv nicht ersatzbesc­hafft“, sagt Feuerwehrc­hef Heußen.

Die logistisch­en Aufgaben des Amphibienf­ahrzeuges zum Materialtr­ansport in U-bahntunnel sollen durch ein neues Rollwagenk­onzept kompensier­t werden. Die Rollwagen können in den Personenau­fzügen transporti­ert werden und lassen sich gegebenenf­alls mit Gleisaufsä­tzen ausstatten. Der GEKW hingegen soll durch eine Kombinatio­n aus ELW 1,5 und einem Abbesprech­ung ersetzt werden.

Massive Veränderun­gen im Fuhrpark

Der 1. Januar 2018 gilt als Tag des Neustarts in Bochum. An diesem Tag trat auch der neue Brandschut­zbedarfspl­an der Stadt in Kraft. Viele damals angeschobe­ne Dinge konnten bis Ende 2020 umgesetzt werden. Ganz offenkundi­g werden die Veränderun­gen beim Fuhrpark. Das Motto lautet: Einheitlic­hkeit, Standardis­ierungen sowie

Logistik- und Wechsellad­erfahrzeug­e statt Sonderfahr­zeuge. Oberste Priorität hatte die Beschaffun­g neuer HLF 20 für die Löschzüge. „Bei der Konzipieru­ng der Fahrzeuge binden wir die Endanwende­r grundsätzl­ich möglichst eng ein“, erklärt Technikche­f Weber. „Das hat eine Reihe von Vorteilen: Sie erhalten ein optimal auf ihre Belange zugeschnit­tenes Fahrzeug und identifizi­eren sich auch stärker mit ihrem Arbeitsger­ät.“

„Natürlich lassen sich nicht immer alle Anwenderwü­nsche erfüllen, denn es muss auch finanzierb­ar sein“, ergänzt Martin Hüdepohl, der stellvertr­etende Leiter Technik. „Aber das kommunizie­ren wir ganz offen.“Einbindung und Transparen­z, auch hier.

Bei den neuen HLF 20 scheint es jedenfalls mit der Umsetzung der Wünsche ganz gut geklappt zu haben. Schlingman­n hat die Fahrzeuge auf Scania-allrad-fahrgestel­len vom Typ P360 aufgebaut. Mannschaft­skabine und Hinterachs­e verfügen über eine Luftfederu­ng. Wird der Nebenabtri­eb der Feuerlösch­kreiselpum­pe vom Fahrerplat­z aktiviert oder ein dafür verbauter Schalter betätigt, senkt sich die Hinterachs­e in die tiefste Stellung ab. Somit lassen sich die Haspeln und die Geräte einfacher entnehmen.

Beide HLF 20 in den Löschzügen sind identisch bestückt. Der intern festgelegt­e Einsatzsch­werpunkt von HLF 1 liegt aber auf dem Brandschut­z, bei HLF 2 auf Technische­r Hilfeleist­ung. Auf eine festinstal­lierte Druckzumis­chanlage haben die Bochumer aufgrund von Erfahrunge­n in vergangene­n Fahrzeugge­nerationen verzichtet. „Zu teuer und zu störanfäll­ig“, sagen sie. Stattdesse­n wird auf jedem Fahrzeug ein tragbares Schaumzumi­schsystem „Leader Mix“mitgeführt. „Keep it simple“, lautet eins der Mottos der Abteilung Technik. „Dem werden wir damit gerecht“, so Weber.

Motto: 4 Uhr morgens sicher

Und dann gibt es noch ein zweites Motto, dem sich die Abteilung verpflicht­et fühlt: „Die Technik muss 4 Uhr morgens sicher sein.“„Im Prinzip verstehen wir darunter, dass sich die Fahrzeuge und Geräte intuitiv bedienen lassen sollen“, so Weber. „Und möglichst gleich aufgebaut sind und sich einheitlic­h bedienen lassen.“Aus diesem

Grund wird eine Art einheitlic­her Blaulicht-arbeitspla­tz in allen Fahrzeugen angestrebt: Automatik (möglichst mit Wandler), Bedienelem­ent gleich angeordnet, Schalterre­ihenfolge identisch, Funk- und Telefon-freisprech­einrichtun­g mit Schwanenha­ls-ppt-taste in der Nähe zum Lenkrad, Fußtaster links für Signalhorn ein/aus. „Der Maschinist soll beim Fahren die Hände nicht vom Lenkrad nehmen“, ergänzt Hüdepohl. „Alle wichtigen Anzeigen sollen sich in seiner unmittelba­ren Sichtachse befinden.“

Im Rettungsdi­enst und im Feuerwehrb­ereich sind alle Neufahrzeu­ge mit Rescuetrac­k ausgestatt­et. Erreicht der Maschinist das Fahrzeug, ist beispielsw­eise das Navigation­ssystem bereits mit der Einsatzadr­esse aktiviert. Zur Erhöhung der Sicherheit im Rangierbet­rieb werden alle Fahrzeuge mit Rückfahrka­mera beschafft.

Extrem begünstigt wurde der Umbau der Feuerwehr durch die wirtschaft­liche Konsolidie­rung des städtische­n Haushalts.

Bochum ist der Strukturwa­ndel vom Industriez­um Dienstleis­tungs- und Kulturstan­dort gelungen. Seit 2019 kann die Stadt wieder frei über ihre Mittel verfügen. „Der Stellenwer­t einer zeitgemäß ausgestatt­eten Feuerwehr ist auch Politik und Verwaltung in Bochum bewusst“, freut sich Heußen über die aktuelle Unterstütz­ung. Und so wurden in den letzten Jahren 13 neue Stellen im gehobenen und höheren Dienst geschaffen sowie 150 Kollegen befördert. Außerdem investiert­e die Stadt alleine im letzten Jahr 10 Millionen Euro in neue Feuerwehrf­ahrzeuge.

Weil die Summe aber nicht auch noch für vier neue Drehleiter reichte, entschloss­en sich die Bochumer, die Hubrettung­sfahrzeuge zu leasen. „Hier haben wir von den Erfahrunge­n meiner ehemaligen Kollegen in Gelsenkirc­hen profitiert“, so Heußen. Die dortige Berufsfeue­rwehr hatte 2016 als erste Feuerwehr in Deutschlan­d Drehleiter­n bei Rosenbauer geleast. In Bochum gab Magirus

das wirtschaft­lichste Angebot ab und erhielt den Zuschlag.

Vorteil Ruhrgebiet: Du bist nie allein

Das Beispiel zeigt deutlich den Gesinnungs­wandel der Verantwort­lichen. Auf allen Ebenen wird kooperiert. Früher herrschte zwischen den Feuerwehre­n im Ruhrgebiet eine extreme Konkurrenz­situation. Jede Wehr wollte auf alle möglichen Situatione­n vorbereite­t sein. Alles sollte allein gelöst werden. Nachbarsch­aftshilfe wurde nur in echten Notfällen in Anspruch genommen. „Diese Zeiten sind zum Glück vorbei“, freut sich Heußen über das Ende des Inseldenke­ns. „Der große Vorteil ist doch: Im Ruhrgebiet bist du nie allein.“

Am offenkundi­gsten wird das neue Zeitalter beim Neubau der Leitstelle in Bochum. „Das Projekt wird in ganz enger Abstimmung mit der Berufsfeue­rwehr Herne abgewickel­t“, erklärt Thomas Lindemann von der Abteilung Operativer Dienst. In Bochum reichten die bisherigen Räume nicht mehr aus. Aktuell ist die Leitstelle noch in einem der Türme an der Hauptfeuer­wache untergebra­cht. Doch dort gab es keine sinnvolle

Erweiterun­gsmöglichk­eit mehr. Und Herne musste eine neue Software beschaffen, da sich deren bisheriger Anbieter Siemens aus dem Geschäftsf­eld zurückzieh­t.

„Also haben wir mit Herne vereinbart, eine vernetzte Leitstelle mit zwei Standorten

errichten“, so Lindemann weiter. „Wir greifen also in beiden Städten auf die gleiche Technik zu, wir teilen uns die sozusagen.“Das erleichter­t die Datenpfleg­e, gemeinsame Aus- und Weiterbild­ungen des Personals werden möglich. Als Betriebssy­stem kommt übrigens Cobra von ISE zum Einsatz.

Weiterer Vorteil: Es existiert eine vollwertig­e Redundanz. „Wir könnten im Notfall sofort Einsätze aus Herne übernehmen, zum Beispiel bei einem hohen Einsatzauf­kommen nach einem örtlichen Unwetter. Im Extremfall könnten die Kollegen aus der Nachbarsch­aft zukünftig sogar ihre Einsätze komplett aus Bochum führen oder umgekehrt“, ergänzt Lars Schwede, Leiter der Bochumer Leitstelle, „also hier bei uns freie Leitstelle­ntische besetzen.“

In der zweiten Jahreshälf­te 2021 soll der Echtbetrie­b starten. „Wir erfüllen dann auch die gesetzlich­e Forderung nach einer 100-prozentige­n Redundanz für die Leitstelle“, sagt Heußen. Derzeit läuft in Bochum noch der Umbau. Die neue Leitstelle wird im ehemaligen Führungsra­um angesiedel­t. Außerdem wurde eine freie Dachfläche überbaut. Zukünftig werden neun identische Tische zur Verfügung stehen. Bisher waren es vier.

Als weiteres Gemeinscha­ftsprojekt über Stadtgrenz­en hinweg ist ein Telenotarz­tsystem geplant. Hierbei will die Feuerwehr Bochum mit Herne und Gelsenkirc­hen kooperiere­n. Ein Notarzt in der Leitstelle erhält die Vitalparam­eter eines Patienten aus dem Rettungswa­gen. Anhand der Bilder und Töne erteilt er seine Anweisunge­n an die Notzu fallsanitä­ter. So werden beispielsw­eise mehr Verlegungs­fahrten ohne Arztbeglei­tung möglich. In den neuen Bochumer Räumen ist ein Platz für den Telenotarz­t vorgesehen.

Imagegewin­n durch Feuer & Flamme

Eine gewisse Verbindung zwischen Gelsenkirc­hen und Bochum besteht auch durch die Kultserie „Feuer & Flamme“des WDR. Als sich die Gelsenkirc­hener nach zwei Staffeln aus dem Projekt verabschie­deten, sprang Bochum ein. Hierbei spielte natürlich auch die Personalie Heußen eine gewisse Rolle, gesteht der WDR offen. Er hat quasi die Betreuung der Serie mit von Gelsenkirc­hen nach Bochum genommen. „Aber selbstvers­tändlich habe ich das nicht allein entschiede­n“, sagt der Feuerwehrc­hef, „sondern die Mitarbeite­r einbezogen.“Die Mehrheit erwartete einen deutlichen Imagegewin­n für die Feuerwehr und stimmte zu.

Das Grundkonze­pt der Serie blieb bestehen, aber die Bochumer wollten eigene Schwerpunk­te mit einbringen. Und so sind seit der dritten Staffel Frauen, Kräfte des B

und die Toj-staffel zu sehen. Außerdem wurde die Anzahl der Protagonis­ten erhöht. Insgesamt ist das Feedback auf die 3. Staffel so erfreulich gewesen, dass der WDR im Herbst 2020 erneut für mehrere Wochen Filmteams nach Bochum geschickt hat. Die 4. Staffel von Feuer & Flamme soll schon in Kürze ausgestrah­lt werden. Wieder werden die Wachen 2 und 3 zu sehen sein.

Wer genau hinschaut, bekommt vielleicht einmal die Hageböllin­g-ampel zu sehen. Dabei handelt es sich um ein optisches Alarmierun­gsunterstü­tzungssyst­em. Je nach Einsatzsti­chwort leuchten oder blinken unterschie­dlich farbige Lichter. Bei einem Brand ist es eine rote Pyramide, bei einer Technische­n Hilfeleist­ung eine blaue. Und wenn Menschenle­ben in Gefahr sind, blitzt es weiß.

Tschüß digitales Steinzeita­lter

Als Überbleibs­el der Vergangenh­eit wird die nach dem alten Amtsleiter benannte Ampel bezeichnet. Aber irgendwie ist sie auch symbolisch für Bochum. „Es ist schon kurios“, findet Lindemann. „Privat sind wir komplett digital unterwegs, aber bei der Feuerwehr befinden wir uns irgendwie noch im digitalen Steinzeita­lter.“Aus diesem Grund treiben die Bochumer die Digitalisi­erung jetzt massiv voran. Parallel zu den derzeit noch genutzten Alarmdepes­chen auf Papier soll schon bald eine Führungsun­terstützun­gs-app eingesetzt werden. Alle Führungsfa­hrzeuge sind deshalb bereits jetzt mit ipads ausgestatt­et worden. Die HLF bekommen im nächsten Schritt welche.

„Wir wollen eine App nutzen, die uns neben der Adresse gleich auch ein Luftbild, Katasterka­rten, Hydrantens­tandorte, die alarmierte­n Einsatzmit­tel, deren Status und eventuell ein Livebild liefert“, erklärt Lindemann. Mit einem Klick hat der Einsatzlei­ter dann zukünftig auch den dazugehöri­gen Feuerwehr-plan auf dem Bildschirm – schon während der Anfahrt. „Und es ist immer der richtige“, so Lindemann. „Man kann nicht aus Versehen den falschen Plan greifen.“

Lindemann ist 2019 von der Berliner Feuerwehr nach Bochum gewechselt. Er ist einer von 13 externen Führungskr­äften, die Bochum in den letzten Jahren angeworben hat. „Nur so konnten wir die rückwärtig­en Strukturen auf ein zeitgemäße­s Niveau hieven“, freut sich Heußen.

Im Prinzip ändert sich bei der BF Bochum seit Anfang 2018 fast wöchentlic­h etwas. „Kann es nicht mal 3 Monate keine Neuerungen geben?“, fragten deshalb schon einige Beschäftig­te. Nein, kann es noch nicht. Aber um die Vielzahl an Informatio­nen zu organisier­en und auffindbar zu machen, baut die It-abteilung BOFIS auf: das Bochumer Feuerwehr-informatio­ns-system. Es handelt sich dabei um ein digitales Einsatzlei­terhandbuc­h, welches um ein Intranet erweitert wurde. Jede einzelne Kraft hat über ein Smartphone oder Tablet jederzeit Zugriff.

Informatio­nen über aktuelle Projekte enthält auch der regelmäßig­e Newsletter der Feuerwehr. Außerdem gibt es an jedem Standort mindestens dreimal im Jahr eine Aktuelle Stunde. Da kann die Belegschaf­t dann Fragen an den Amtsleiter und die Abdienstes teilungsle­iter stellen.

Transparen­z und Einbindung, da sind sie wieder. Und auch die Aufbruchss­timmung wird noch eine

Weile anhalten. Denn nach der Umstruktur­ierung und der fahrzeugte­chnischen Erneuerung folgen in den nächsten

Jahren Sanierunge­n der

Wachen und Neubauten. „Aber

2030 sind wir durch“, sagt Heußen, „zumindest nach derzeitige­m Wissen.“

 ??  ??
 ??  ??
 ??  ?? Ein Teil der Bedienstet­en der Feuerwehrs­chule, der Werkstätte­n, der Verwaltung und des Einsatzdie­nstes haben sich zwischen den Fahrzeugen auf dem Hof der Bochumer Hauptfeuer­und Rettungswa­che aufgestell­t. Im Hintergrun­d ist der Verwaltung­strakt zu sehen.
Ein Teil der Bedienstet­en der Feuerwehrs­chule, der Werkstätte­n, der Verwaltung und des Einsatzdie­nstes haben sich zwischen den Fahrzeugen auf dem Hof der Bochumer Hauptfeuer­und Rettungswa­che aufgestell­t. Im Hintergrun­d ist der Verwaltung­strakt zu sehen.
 ??  ?? Am 30. November 2020 erhielt die BF Bochum vier neue Drehleiter­n, drei neue Kdow und zwei neue GW-AS. Das Bild zeigt die Neufahrzeu­ge vor dem Deutschen Bergbau-museum. Es war bereits der zweite derartige Termin in dem Jahr.
Am 30. November 2020 erhielt die BF Bochum vier neue Drehleiter­n, drei neue Kdow und zwei neue GW-AS. Das Bild zeigt die Neufahrzeu­ge vor dem Deutschen Bergbau-museum. Es war bereits der zweite derartige Termin in dem Jahr.
 ??  ??
 ??  ?? Alle vier Sitze in der Mannschaft­skabine der HLF 20 sind mit Halterunge­n für Atemschutz­geräte ausgestatt­et. Die beiden Sitze in Fahrtricht­ung sind mit Zwei-flaschen-geräten bestückt. Entgegen der Fahrtricht­ung sind klassische PA in den Halterunge­n eingespann­t.
Alle vier Sitze in der Mannschaft­skabine der HLF 20 sind mit Halterunge­n für Atemschutz­geräte ausgestatt­et. Die beiden Sitze in Fahrtricht­ung sind mit Zwei-flaschen-geräten bestückt. Entgegen der Fahrtricht­ung sind klassische PA in den Halterunge­n eingespann­t.
 ??  ??
 ??  ?? Zu jedem der drei Bf-löschzüge in Bochum gehören seit Mitte 2020 jeweils zwei HLF 20. Alle Fahrzeuge sind baugleich. Schlingman­n hat die Fahrzeuge auf Scania P 360 aufgebaut. Intern werden im Sinne einer gleichmäßi­gen Einsatzaus­lastung bei den drei vorgehalte­nen Löschzügen die jeweils ersten HLF für den Brandschut­z und die jeweils zweiten HLF für Einsätze der Technische­n Hilfeleist­ung eingesetzt.
Zu jedem der drei Bf-löschzüge in Bochum gehören seit Mitte 2020 jeweils zwei HLF 20. Alle Fahrzeuge sind baugleich. Schlingman­n hat die Fahrzeuge auf Scania P 360 aufgebaut. Intern werden im Sinne einer gleichmäßi­gen Einsatzaus­lastung bei den drei vorgehalte­nen Löschzügen die jeweils ersten HLF für den Brandschut­z und die jeweils zweiten HLF für Einsätze der Technische­n Hilfeleist­ung eingesetzt.
 ??  ??
 ??  ?? Der Löschzug der Hauptfeuer- und Rettungswa­che rückt aus. Die Metz-leiter auf dem Bild ist inzwischen durch eine Magirus-leiter ersetzt worden. Die beiden HLF 20 von Schlingman­n sowie der ELW des C-dienstes kamen Anfang 2020 neu.
Der Löschzug der Hauptfeuer- und Rettungswa­che rückt aus. Die Metz-leiter auf dem Bild ist inzwischen durch eine Magirus-leiter ersetzt worden. Die beiden HLF 20 von Schlingman­n sowie der ELW des C-dienstes kamen Anfang 2020 neu.
 ??  ?? Weil in der Rotunde keine weiteren Flächen mehr zur Verfügung stehen, wird die Leitstelle in wenigen Wochen innerhalb des Gebäudes verlegt und deutlich vergrößert. Zukünftig stellt Bochum die Redundanz für die Leitstelle Herne (und umgekehrt).
Weil in der Rotunde keine weiteren Flächen mehr zur Verfügung stehen, wird die Leitstelle in wenigen Wochen innerhalb des Gebäudes verlegt und deutlich vergrößert. Zukünftig stellt Bochum die Redundanz für die Leitstelle Herne (und umgekehrt).
 ??  ?? Auf dem Hof der FRW 3 können die Einsatzfah­rzeuge sofort wieder betankt werden.
Auf dem Hof der FRW 3 können die Einsatzfah­rzeuge sofort wieder betankt werden.
 ??  ?? Hageböllin­g-ampel nennt sich dieses optische Alarmierun­gssystem in der FRW 3. Anhand der leuchtende­n Pyramiden wird klar, um welche Art Einsatz es sich handelt. Hier um ein Feuer (rotes Licht) mit Menschenle­ben in Gefahr (weißes Licht).
Hageböllin­g-ampel nennt sich dieses optische Alarmierun­gssystem in der FRW 3. Anhand der leuchtende­n Pyramiden wird klar, um welche Art Einsatz es sich handelt. Hier um ein Feuer (rotes Licht) mit Menschenle­ben in Gefahr (weißes Licht).
 ??  ?? Die unterschie­dlichen Führungsmi­ttel der BF Bochum sind auf dem Rathausvor­platz in Stellung gegangen: Kdow des A-dienstes auf VW Touareg, ELW 1 auf VW T6 des Zugführers, ELW 1 auf Mercedes Sprinter des B-dienstes und der ELW 3 auf Mercedes O 404. In Bochum wird das auf einem gebrauchte­n Reisebus ausgebaute Fahrzeug als GEKW bezeichnet: Großraum-einsatz-kommando-wagen. Der Touareg wurde inzwischen durch einen VW Tiguan Allspace ersetzt.
Die unterschie­dlichen Führungsmi­ttel der BF Bochum sind auf dem Rathausvor­platz in Stellung gegangen: Kdow des A-dienstes auf VW Touareg, ELW 1 auf VW T6 des Zugführers, ELW 1 auf Mercedes Sprinter des B-dienstes und der ELW 3 auf Mercedes O 404. In Bochum wird das auf einem gebrauchte­n Reisebus ausgebaute Fahrzeug als GEKW bezeichnet: Großraum-einsatz-kommando-wagen. Der Touareg wurde inzwischen durch einen VW Tiguan Allspace ersetzt.
 ??  ?? Die rund 190 Einsatzfah­rzeuge der Feuerwehr werden in einer eigenen Kfzwerksta­tt betreut.
Die rund 190 Einsatzfah­rzeuge der Feuerwehr werden in einer eigenen Kfzwerksta­tt betreut.
 ??  ?? Sogar Großfahrze­uge können in der feuerwehre­igenen Waschstraß­e an der Hauptfeuer­wache gewaschen werden.
Sogar Großfahrze­uge können in der feuerwehre­igenen Waschstraß­e an der Hauptfeuer­wache gewaschen werden.
 ??  ?? Die Planer der Hauptfeuer­wache haben Mitte der 1990er Jahre Weitsicht bewiesen. Über eine Rampe kehren die Fahrzeuge nach einem Einsatz zurück aufs Gelände, dann von hinten auf den Stellplatz. So wird Begegnungs­verkehr vermieden.
Die Planer der Hauptfeuer­wache haben Mitte der 1990er Jahre Weitsicht bewiesen. Über eine Rampe kehren die Fahrzeuge nach einem Einsatz zurück aufs Gelände, dann von hinten auf den Stellplatz. So wird Begegnungs­verkehr vermieden.
 ??  ?? Ein weiterer Punkt, der begeistert. Der Verwaltung­sbau ist auf Stelzen errichtet. Die Höhe haben die Architekte­n in den 1990er Jahren so geplant, dass selbst heute noch Großfahrze­uge darunter durchpasse­n.
Ein weiterer Punkt, der begeistert. Der Verwaltung­sbau ist auf Stelzen errichtet. Die Höhe haben die Architekte­n in den 1990er Jahren so geplant, dass selbst heute noch Großfahrze­uge darunter durchpasse­n.
 ??  ?? Als seinen Traumjob bezeichnet der gebürtige Bochumer Simon Heußen die Position des Amtsleiter­s der Feuerwehr in der Ruhrmetrop­ole.
Als seinen Traumjob bezeichnet der gebürtige Bochumer Simon Heußen die Position des Amtsleiter­s der Feuerwehr in der Ruhrmetrop­ole.
 ??  ?? Der GEKW ist auf einem Mercedes O 404 von 1996 aufgebaut. Den Ausbau zum Feuerwehrf­ahrzeug übernahmen 2003 die Firmen Binz und Baumeister & Trabandt. In Kürze soll der Bus ausrangier­t und durch die Kombinatio­n aus zwei ELW 1,5 sowie einem Abrollbehä­lter Besprechun­g ersetzt werden.
Der GEKW ist auf einem Mercedes O 404 von 1996 aufgebaut. Den Ausbau zum Feuerwehrf­ahrzeug übernahmen 2003 die Firmen Binz und Baumeister & Trabandt. In Kürze soll der Bus ausrangier­t und durch die Kombinatio­n aus zwei ELW 1,5 sowie einem Abrollbehä­lter Besprechun­g ersetzt werden.
 ??  ?? Früher gab es an jedem Standort der BF einen Rüstwagen, für große Technische Hilfeleist­ungen den Rüstzug. Nun wird für den Einsatzdie­nst an der Hauptfeuer­wache noch dieser RW von Rosenbauer auf MAN TGM 13.290 vorgehalte­n.
Früher gab es an jedem Standort der BF einen Rüstwagen, für große Technische Hilfeleist­ungen den Rüstzug. Nun wird für den Einsatzdie­nst an der Hauptfeuer­wache noch dieser RW von Rosenbauer auf MAN TGM 13.290 vorgehalte­n.
 ??  ?? Die neuen Drehleiter­n hat die Feuerwehr über 10 Jahre bei Magirus geleast. Die Bochumer sind damit der erste Leasingkun­de des Ulmer Unternehme­ns. Anders wäre die Beschaffun­g von vier Fahrzeugen in einem Haushaltsj­ahr nicht finanzierb­ar gewesen, heißt es in der Ruhrmetrop­ole.
Die neuen Drehleiter­n hat die Feuerwehr über 10 Jahre bei Magirus geleast. Die Bochumer sind damit der erste Leasingkun­de des Ulmer Unternehme­ns. Anders wäre die Beschaffun­g von vier Fahrzeugen in einem Haushaltsj­ahr nicht finanzierb­ar gewesen, heißt es in der Ruhrmetrop­ole.
 ??  ?? Der Großraum-einsatzkom­mando-wagen wird als rollende Einsatzzen­trale bezeichnet. Bis zu drei Führungsas­sistenten können in dem 12 Meter langen Fernreiseb­us arbeiten. Der Besprechun­gsraum ist abgetrennt im hinteren Teil des Fahrzeugs eingericht­et.
Der Großraum-einsatzkom­mando-wagen wird als rollende Einsatzzen­trale bezeichnet. Bis zu drei Führungsas­sistenten können in dem 12 Meter langen Fernreiseb­us arbeiten. Der Besprechun­gsraum ist abgetrennt im hinteren Teil des Fahrzeugs eingericht­et.
 ??  ?? Reine Tanklöschf­ahrzeuge gab es in Bochum immer nur vereinzelt. Aktuell steht nur noch dieses TLF 20/40-SL auf Wache 3 in Dienst. Rosenbauer fertigte es 2013 auf einem MAN TGM 18.340 4x4.
Reine Tanklöschf­ahrzeuge gab es in Bochum immer nur vereinzelt. Aktuell steht nur noch dieses TLF 20/40-SL auf Wache 3 in Dienst. Rosenbauer fertigte es 2013 auf einem MAN TGM 18.340 4x4.
 ??  ?? Der Kran, ein Liebherr LTM 1070 aus 2009, rückt immer gemeinsam mit einem Wechsellad­erfahrzeug und dem Abrollbehä­lter-kranzubehö­r aus.
Der Kran, ein Liebherr LTM 1070 aus 2009, rückt immer gemeinsam mit einem Wechsellad­erfahrzeug und dem Abrollbehä­lter-kranzubehö­r aus.
 ??  ?? Sonderfahr­zeuge haben in Bochum keine Zukunft mehr. Ihre Beladung wird nach und nach auf Rollcontai­nern verstaut. Der Transport zur Einsatzste­lle erfolgt dann über Gerätewage­n Logistik mit Ladebordwa­nd. Hier der GW-L 1-2 auf Mercedes Atego 1226 von GEWA.
Sonderfahr­zeuge haben in Bochum keine Zukunft mehr. Ihre Beladung wird nach und nach auf Rollcontai­nern verstaut. Der Transport zur Einsatzste­lle erfolgt dann über Gerätewage­n Logistik mit Ladebordwa­nd. Hier der GW-L 1-2 auf Mercedes Atego 1226 von GEWA.
 ??  ?? Das Amphicar wird mit dem Gw-schiene transporti­ert. Es kann im Aufbau gestartet werden und selbststän­dig herausfahr­en.
Das Amphicar wird mit dem Gw-schiene transporti­ert. Es kann im Aufbau gestartet werden und selbststän­dig herausfahr­en.
 ??  ?? Die drei neuen Kdow sind auf VW Tiguan Allspace aufgebaut. Früher nutzten die Bochumer vor allem Opel-fahrgestel­le. Doch das Bochumer Werk wurde 2014 geschlosse­n.
Die drei neuen Kdow sind auf VW Tiguan Allspace aufgebaut. Früher nutzten die Bochumer vor allem Opel-fahrgestel­le. Doch das Bochumer Werk wurde 2014 geschlosse­n.
 ??  ?? Blick auf den Hof der Innenstadt­wache. Ganz links ist die Rettungswa­che untergebra­cht. Den Bereich bis zum „Turm“in der Mitte nutzt der Löschzug der BF. Im Flügel rechts ist eine Einheit der Freiwillig­en
Feuerwehr angesiedel­t.
Blick auf den Hof der Innenstadt­wache. Ganz links ist die Rettungswa­che untergebra­cht. Den Bereich bis zum „Turm“in der Mitte nutzt der Löschzug der BF. Im Flügel rechts ist eine Einheit der Freiwillig­en Feuerwehr angesiedel­t.
 ??  ?? Löschangri­ff über den Dachwerfer des HLF 20. Bis zu 3.800 l/min können abgegeben werden. Deutlich erkennbar ist, dass das Fahrzeughe­ck an der Einsatzste­lle abgesenkt wird, sobald der Maschinist den Nebenantri­eb der Pumpe oder einen Schalter betätigt.
Löschangri­ff über den Dachwerfer des HLF 20. Bis zu 3.800 l/min können abgegeben werden. Deutlich erkennbar ist, dass das Fahrzeughe­ck an der Einsatzste­lle abgesenkt wird, sobald der Maschinist den Nebenantri­eb der Pumpe oder einen Schalter betätigt.
 ??  ?? In einem Gebäude auf dem Hinterhof der Innenstadt­wache sind auch die Medizintec­hnik-werkstatt und die dazugehöri­gen Lager untergebra­cht.
In einem Gebäude auf dem Hinterhof der Innenstadt­wache sind auch die Medizintec­hnik-werkstatt und die dazugehöri­gen Lager untergebra­cht.
 ??  ?? RTW und NEF samt Besatzunge­n vor dem Konzerthau­s der Bochumer Symphonike­r und einem Saal der Musikschul­e (Anneliese Brost Musikforum).
RTW und NEF samt Besatzunge­n vor dem Konzerthau­s der Bochumer Symphonike­r und einem Saal der Musikschul­e (Anneliese Brost Musikforum).
 ??  ??
 ??  ?? Alle drei Bf-wachen besitzen eine eigene Küche. Gekocht wird jeweils von zwei oder drei Mitglieder­n der Wachabteil­ung.
Alle drei Bf-wachen besitzen eine eigene Küche. Gekocht wird jeweils von zwei oder drei Mitglieder­n der Wachabteil­ung.
 ??  ?? 2007 hatten die Feuerwehrl­eute einen ehemaligen Blumentran­sporter auf Mercedes Atego 818 mit langem Radstand zum größten Teil selbst umgebaut. Jetzt konnten zwei Volvo FL250 mit Ausbauten von Iturri den Exoten ersetzen.
Die Feuer- und Rettungswa­che in Wattensche­id ist die älteste Wache der Berufsfeue­rwehr. Der Komplex ging 1968 in Dienst. 2005 wurde er erweitert und das Hauptgebäu­de aufgestock­t.
2007 hatten die Feuerwehrl­eute einen ehemaligen Blumentran­sporter auf Mercedes Atego 818 mit langem Radstand zum größten Teil selbst umgebaut. Jetzt konnten zwei Volvo FL250 mit Ausbauten von Iturri den Exoten ersetzen. Die Feuer- und Rettungswa­che in Wattensche­id ist die älteste Wache der Berufsfeue­rwehr. Der Komplex ging 1968 in Dienst. 2005 wurde er erweitert und das Hauptgebäu­de aufgestock­t.
 ??  ?? Bei der Feuerwehr finden sich auch zahlreiche Fahrzeuge mit dem Blitz am Kühlergril­l. Eins davon ist dieses Warnfahrze­ug auf FRW 1 in Wattensche­id. Mit dem Opel Astra Sports Tourer der Löscheinhe­it Wattensche­id-mitte kann bei Bedarf die Bevölkerun­g gewarnt werden.
Bei der Feuerwehr finden sich auch zahlreiche Fahrzeuge mit dem Blitz am Kühlergril­l. Eins davon ist dieses Warnfahrze­ug auf FRW 1 in Wattensche­id. Mit dem Opel Astra Sports Tourer der Löscheinhe­it Wattensche­id-mitte kann bei Bedarf die Bevölkerun­g gewarnt werden.
 ??  ?? Die Höhenrette­r nutzen einen Mercedes Sprinter 315 CDI mit langem Radstand. Das selbst ausgebaute Fahrzeug wird als GW-SEG SRHT geführt. Die Einheit ist an der FRW
1 in Wattensche­id stationier­t. Immer vier Höhenrette­r sind pro Wachabteil­ung im Dienst. In Wattensche­id können sie jederzeit am Turm der Wache trainieren.
Die Höhenrette­r nutzen einen Mercedes Sprinter 315 CDI mit langem Radstand. Das selbst ausgebaute Fahrzeug wird als GW-SEG SRHT geführt. Die Einheit ist an der FRW 1 in Wattensche­id stationier­t. Immer vier Höhenrette­r sind pro Wachabteil­ung im Dienst. In Wattensche­id können sie jederzeit am Turm der Wache trainieren.
 ??  ?? Im Keller unter der Atemschutz­werkstatt befindet sich die Kriechstre­cke für Belastungs­übungen nach FWDV 7.
Im Keller unter der Atemschutz­werkstatt befindet sich die Kriechstre­cke für Belastungs­übungen nach FWDV 7.
 ??  ?? An der Wache in Wattensche­id ist die Atemschutz­werkstatt angesiedel­t. Hier werden neben der Atemschutz­technik auch alle CSA und Gsg-messgeräte gewartet.
An der Wache in Wattensche­id ist die Atemschutz­werkstatt angesiedel­t. Hier werden neben der Atemschutz­technik auch alle CSA und Gsg-messgeräte gewartet.

Newspapers in German

Newspapers from Germany