Zeit für Si­cher­heit

Po­li­zei­in­spek­ti­on Göt­tin­gen in­for­miert am Tag des Ein­bruch­schut­zes über Maß­nah­men zum Schutz ge­gen un­ge­be­te­ne Gäs­te

Göttinger Tageblatt - - GÖTTINGEN - Von Rü­di­ger Fran­ke

Göt­tin­gen. Am Tag des Ein­bruch­schut­zes hat die Po­li­zei­in­spek­ti­on Göt­tin­gen in ih­rem Di­enst­ge­bäu­de in We­en­de ei­ne Prä­ven­ti­ons­ver­an­stal­tung an­ge­bo­ten. Po­li­zei­be­am­te und Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner aus Fach­fir­men in­for­mier­ten, wie Haus und Woh­nung bes­ser ge­gen un­ge­be­te­ne Gäs­te ab­si­chert wer­den kön­nen.

„Der Tag des Ein­bruch­schut­zes fin­det im­mer am Sonn­tag der Zeit­um­stel­lung statt“, sag­te Ober­kom­mis­sar Mar­ko Ot­te. Das Mot­to lau­te „Ei­ne St­un­de mehr Zeit für Si­cher­heit“,er­läu­ter­te­der­be­auf­trag­te­für Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on die Ter­min­wahl. Gera­de in der dunk­len Jah­res­zeit neh­me die Zahl der Woh­nungs­ein­brü­che zu, denn die Ein­bre­cher könn­ten leich­ter über­prü­fen, ob je­mand zu Hau­se ist. No­vem­ber und De­zem­ber sei­en die ab­so­lu­te Hoch­zeit der Ein­brü­che am Tag. „Tä­ter sam­meln vor Ort mög­lichst vie­le Hin­wei­se, ob je­mand zu Hau­se sein könn­te“, be­rich­te­te Ot­te. Da­zu zähl­ten bren­nen­de Lam­pen, dau­er­haft her­un­ter­ge­las­se­ne Ja­lou­si­en oder auch of­fe­ne Ga­ra­gen und Car­ports, in de­nen kein Au­to steht. Je mehr An­zei­chen es ge­be, des­to lu­kra­ti­ver er­schei­ne ein Ein­bruch.

Ein Ein­bruch sei ein ein­schnei­den­des Er­leb­nis im Le­ben der Op­fer, er­klär­te Ot­te. Es ge­be ver­schie­de­ne Ar­ten von Schä­den. „Da ist zu­nächst ein­mal zum Bei­spiel die zer­stör­te Ter­ras­sen­tür“, sag­te er. Das sei aber eher ein klei­nes Pro­blem, da die­se von der Ver­si­che­rung er­setzt wer­de. Schlim­mer sei der Ver­lust, der durch den Dieb­stahl ent­ste­he, denn meist for­de­re die Ver­si­che­rung ei­nen Be­sitz­nach­weis. Des­halb sei zu emp- Mar­ko Ot­te, Be­auf­trag­ter für Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on bei der Po­li­zei­in­spek­ti­on Göt­tin­gen

No­vem­ber und De­zem­ber sind die ab­so­lu­te Hoch­zeit der Ein­brü­che.

feh­len, sich ir­gend­wann ei­ne hal­be St­un­de Zeit zu neh­men und ei­ne Lis­te an Ge­gen­stän­den an­zu­le­gen. Aber auch das sei meist zu ver­schmer­zen, auch wenn es um ide­el­le Wer­te ge­he. „Der größ­te Scha­den ent­steht da­durch, dass das Si­cher­heits­ge­fühl ver­lo­ren geht“, sag­te Ot­te. Denn ei­gent­lich sol­len die ei­ge­ne Woh­nung und das ei­ge­ne Haus Si­cher­heit bie­ten. Doch der Tä­ter sei oft­mals so­gar in die In­tim­sphä­re vor­ge­drun­gen, ha­be vi­el­leicht auf dem Bett im Schlaf­zim­mer die Sa­chen sor­tiert und den Kopf­kis­sen­be­zug zum Ab­trans­port ge­nutzt.

78 Pro­zent al­ler Ein­brü­che wür­den durch das Auf­he­beln von Fens­tern er­fol­gen, er­klär­te Ot­te, meist im rück­wär­ti­gen Be­reich des Hau­ses. Nur et­wa sie­ben Pro­zent der Tä­ter wür­den die Schei­be ein­schla­gen, um Fens­ter oder Ter­ras­sen­tür zu ent­rie­geln. Es ge­be viel, was ge­tan wer­den kön­ne, um die Si­cher­heit zu er­hö­hen. „Das fängt bei der Lis­te an und hört beim Ein­bruch­schutz noch lan­ge nicht auf“, sag­te er, denn: „Die Schwach­stel­le Mensch bleibt.“Vor al­lem sei wich­tig, kei­ne Schlüs­sel im Frei­en zu ver­ste­cken. „Die Ein­bre­cher ken­nen al­le Ver­ste­cke.“Die Po­li­zei wer­de in den kom­men­den Mo­na­ten ih­re Prä­ven­ti­ons­strei­fen ver­stär­ken, er­gänz­te Jac­que­line Em­mer­mann, Ko­or­di­na­to­rin des Prä­ven­ti­ons­teams. „Wir wer­den in aus­ge­wähl­ten Or­ten mehr Prä­senz zei­gen und auch schau­en, wo Schwach­stel­len sein könn­ten“, sag­te sie. Die uni­for­mier­ten Be­am­ten wür­den da­zu zu­sätz­lich gel­be Warn­wes­ten tra­gen. „Un­ser Ziel ist, die Men­schen zu sen­si­bi­li­sie­ren.“Au­ßer der Po­li­zei und dem Wei­ßen Ring als Ver­ein, der Op­fern von Kri­mi­na­li­tät und Ge­walt hilft, in­for­mier­ten am Sonn­tag vom Lan­des­kri­mi­nal­amt zu­ge­las­se­ne Fir­men über Alarm­sys­te­me so­wie Ein­bruch­schutz an Tü­ren und Fens­tern.

FO­TO: BÄNSCH

Mehr als 17 Mi­nu­ten un­ter ho­hem Kraft­auf­wand be­nö­tigt der „Ein­bre­cher“, um das Fens­ter der Wi­der­stands­klas­se II auf­zu­bre­chen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.