Ade­leb­sen will Ur­nen­be­stat­tung un­ter Bäu­men er­mög­li­chen

Ein sol­ches An­ge­bot gibt es im Land­kreis un­ter an­de­rem in Ber­ka und Herr­manns­ha­gen

Göttinger Tageblatt - - REGION - Von Micha­el Cas­par

Land­kreis. Bis zu zehn Ur­nen­bei­set­zun­gen un­ter ei­nem aus­ge­wähl­ten Baum will der Fle­cken Ade­leb­sen auf sei­nen fünf kom­mu­na­len Fried­hö­fen er­mög­li­chen. Solch ein An­ge­bot gibt es un­ter an­de­rem be­reits in Her­manns­ha­gen (Stadt Hann. Mün­den) und Ber­ka (Ge­mein­de Kat­len­burg-lin­dau).

„Vie­le Men­schen wol­len un­ter ei­nem Baum be­er­digt wer­den“, be­rich­tet Clau­dia Weis­ke (FWG Pro Bar­te­ro­de). Das wis­se sie aus ih­rer 23-jäh­ri­gen Tä­tig­keit im Be­stat­tungs­we­sen. Des­halb hät­te sie vor ei­nem Jahr die Ein­füh­rung von Baum­grä­bern im Orts­rat in Bar­te­ro­de be­an­tragt. Der Rat der Ge­mein­de ha­be das auf­ge­grif­fen. Vor ei­ner Bei­set­zung in ei­nem Fried­wald scheu­ten näm­lich nicht we­ni­ge Bür­ger zu­rück. Die Wäl­der sei­en näm­lich für Se­nio­ren nicht so leicht zu er­rei­chen. Zu­dem fal­le es Geh­be­hin­der­ten schwer, sich im Wald zu be­we­gen.

„Die Ade­lebser Ver­wal­tung un­ter­stützt die An­re­gung“, er­klärt Michae­la Hen­ri­ci, die zu­stän­di­ge Mit­ar­bei­te­rin des Fle­ckens. Auf den Fried­hö­fen in Ade­leb­sen und Bar­te­ro­de ge­be es schö­ne, al­te Bäu­me, die sich für sol­che Bei­set­zun­gen an­bö­ten. Auf den Fried­hö­fen in Eber­hau­sen, Gün­ter­sen und Wib­be­cke lie­ßen sich Bäu­me pflan­zen. Für An­ge­hö­ri­ge ha­be die Gr­ab­form den Vor­teil, dass es für sie kei­nen Pfle­ge­auf­wand ge­be.

Der Ade­lebser Aus­schuss für Um­welt, Pla­nung und Wirt­schafts­för­de­rung un­ter­stützt die Ein­füh­rung der Baum­grä­ber. Die Ein­zel­hei­ten der Um­set­zung soll den Orts­rä­ten vor­be­hal­ten sein. „In Bar­te­ro­de ha­ben wir be­reits meh­re­re An­fra­gen von in­ter­es­sier­ten Bür­gern“, sagt Orts­rat­mit­glied Weis­ke.

„Wir ha­ben die­se Bei­set­zungs­form 2013 im Orts­teil Ber­ka ein­ge­führt“, be­rich­tet Uwe Ah­rens (par­tei­los), Bür­ger­meis­ter der Ge­mein­de Kat­len­burg-lin­dau. Seit­her sei das An­ge­bot al­ler­dings nur ein­mal ge­nutzt wor­den. Auf den an­de­ren kom­mu­na­len Fried­hö­fen der Ge­mein­de ge­be es ähn­li­che Ur­nen­fel­der, bei de­nen al­ler­dings ein St­ein oder ei­ne Ste­le das zen­tra­le Ele­ment sei.

„Im Ge­biet der Stadt Hann. Mün­den bie­tet der Fried­hof in Her­manns­ha­gen die Mög­lich­keit, Ur­nen un­ter frei ste­hen­den Bäu­men am Wald­rand bei­zu­set­zen. „Der Fried­hof ist mit ei­nem Elek­tro­zaun ge­si­chert, da­mit Wild­schwei­ne den Bo­den nicht auf­wüh­len“, be­rich­tet die städ­ti­sche Pres­se­spre­che­rin, Ju­lia By­tom. Beim Stadt­wald ge­be es Über­le­gun­gen, im Be­reich des Blü­mer Bergs ei­nen Fried­wald an­zu­le­gen.

Mit den The­men Fried­wald, Fried­park und Baum­be­stat­tun­gen be­fasst sich der­zeit die Du­der­städ­ter Stadt­ver­wal­tung. In der zwei­ten Jah­res­hälf­te wer­de Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Nol­te (CDU) ei­nen ent­spre­chen­den Ver­wal­tungs­ent­wurf im Fach­aus­schuss und im Rat zur Dis­kus­si­on stel­len, kün­digt Pres­se­spre­che­rin Sven­ja Eckert an. Ein Fried­wald sei in Her­bigs­ha­gen oder in Hüben­tal denk­bar.

„Wir bie­ten auf un­se­ren neun kom­mu­na­len Fried­hö­fen kei­ne Baum­be­stat­tun­gen an“, stellt Ros­dorfs Bür­ger­meis­ter Sö­ren St­ein­berg (SPD) klar. In Dram­feld ge­be es je­doch ein run­des Ge­mein­schafts­grab­feld für Ur­nen, das von ei­nem Gärt­ner – und nicht von An­ge­hö­ri­gen – ge­pflegt wer­de.

„In der Samt­ge­mein­de Drans­feld ha­ben wir uns bis­her, trotz ver­ein­zel­ter Nach­fra­gen, be­wusst ge­gen Baum­grä­ber ent­schie­den“, be­rich­tet Bür­ger­meis­ter Ma­thi­as Ei­lers. Die Grün­de: Auf ei­ni­gen der neun kom­mu­na­len Fried­hö­fe ge­be es nur ein, zwei Bei­set­zun­gen pro Jahr. Zu­dem er­hö­he je­de neue Be­stat­tungs­form den Un­ter­hal­tungs­auf­wand. Erst vor an­dert­halb Jah­ren ha­be die Ge­mein­de die Fried­hofs­ge­büh­ren er­hö­hen müs­sen.

„Wer in Bo­ven­den auf ei­nem un­se­rer acht kom­mu­na­len Fried­hö­fe un­ter ei­nem Baum bei­ge­setzt wer­den will, kann sich für ei­nes der ab­ge­räum­ten Wahl­grä­ber ent­schei­den“, sagt Bür­ger­meis­ter Tho­mas Bran­des (SPD). Wer den Pfle­ge­auf­wand scheue, kön­ne ein Ra­sen­ur­nen­grab wäh­len. Nur ver­ein­zelt wür­den Bo­ven­der im Fried­wald bei­ge­setzt, den ein pri­va­ter Be­trei­ber vor Jah­ren in der Nä­he der Ples­seBurg an­ge­legt ha­be. Er wer­de vor al­lem von Aus­wär­ti­gen ge­nutzt. An den Ein­nah­men sei die Ge­mein­de pro­zen­tu­al be­tei­ligt. Das Geld wer­de ver­wen­det, um die Fried­hofs­ge­büh­ren nied­rig zu hal­ten.

In der Samt­ge­mein­de Drans­feld ha­ben wir uns bis­her, trotz ver­ein­zel­ter Nach­fra­gen, be­wusst ge­gen Baum­grä­ber ent­schie­den. Ma­thi­as Ei­lers, Bür­ger­meis­ter der Samt­ge­mein­de Drans­feld

FO­TO: HINZ­MANN

Auf dem Ade­lebser Fried­hof könn­te es bald Be­stat­tun­gen un­ter frei ste­hen­den Bäu­men, so­ge­nann­te Baum­grä­ber, ge­ben.

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