We­gen Dro­gen­han­dels vor Ge­richt

An­ge­klag­ter zeigt Ein­sicht, den Bo­gen über­spannt zu ha­ben

Göttinger Tageblatt - - AUS DER REGION - Von Clau­dia Nachtwey

Du­der­stadt. We­gen un­er­laub­ten Han­dels mit Be­täu­bungs­mit­teln und Wi­der­stands ge­gen Voll­stre­ckungs­be­am­te steht ein 37-jäh­ri­ger Du­der­städ­ter vor Ge­richt. Zu ei­ner Ver­ur­tei­lung kam es am ers­ten Ver­hand­lungs­tag noch nicht.

Dem Du­der­städ­ter wird vor­ge­wor­fen, im Au­gust 2016 im Be­sitz ei­ner nicht ge­rin­gen Men­ge Be­täu­bungs­mit­tel ge­we­sen zu sein und sei­ne Dro­gen­ge­schäf­te vor sei­ner Woh­nungs­tür in Du­der­stadt ab­ge­wi­ckelt zu ha­ben. Zur Ab­si­che­rung hat er laut An­kla­ge der Staats­an­walt­schaft ein Tier­ab­wehr­spray griff­be­reit ge­la­gert. Da sich das Spray im glei­chen Raum be­fun­den hat, in dem auch die Uten­si­li­en zum Ver­kauf von Dro­gen ge­fun­den wur­den, muss laut Staats­an­walt­schaft da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass es dort auch als Waf­fe ge­nutzt wer­den soll­te. Der An­ge­klag­te be­haup­te­te, das Spray nur beim Jog­gen mit­zu­neh- men, um im Not­fall Hun­de ab­weh­ren zu kön­nen.

Vier Be­am­ten fi­xie­ren den An­ge­klag­ten am Bo­den

Zur Voll­stre­ckung ei­nes Durch­su­chungs­be­schlus­ses ha­ben Po­li­zei­be­am­te laut An­kla­ge der Staats­an­walt­schaft die Woh­nung des An­ge­klag­ten ge­öff­net. Der 37-Jäh­ri­ge sei an­we­send ge­we­sen, ha­be sich aber nach deut­li­cher Auf­for­de­rung der Po­li­zei ge­wei­gert, sich auf den Bo­den zu le­gen. So hät­ten zwei Po­li­zis­ten kör­per­li­che Ge­walt an­wen­den müs­sen, um den Mann auf den Bo­den zu brin­gen. Da­bei ha­be er sich je­doch ge­wehrt, so­dass ein wei­te­rer Po­li­zist zu­sätz­li­che Hil­fe leis­ten muss­te, um die Ar­me des Man­nes zu fi­xie­ren.

Laut Po­li­zei­an­ga­ben ist es dem An­ge­klag­ten dann ge­lun­gen, sich los­zu­rei­ßen und auf­zu­ste­hen. Erst durch die Un­ter­stüt­zung ei­nes vier­ten Be­am­ten sei es schließ­lich ge­lun­gen, den An­ge­klag­ten wie­der zu Bo­den zu brin­gen und ihm Hand­fes­seln an­zu­le­gen. Mit den Wor­ten „Ist ja gut, ich ma­che jetzt nichts mehr“ha­be sich der Du­der­städ­ter schließ­lich er­ge­ben und ha­be in Ge­wahr­sam ge­nom­men wer­den kön­nen.

Der An­walt des An­ge­klag­ten er­klär­te hier­zu, dass der Du­der­städ­ter Reue zei­ge. Er ha­be Schmer­zen beim Zu­griff ver­spürt und im Af­fekt re­agiert. Doch er sei zur Ein­sicht ge­kom­men, dass auch für die Po­li­zis­ten die Si­tua­ti­on pro­ble­ma­tisch ge­we­sen sei und er den „Bo­gen über­spannt“ha­be. Dem An­trag, die­sen Teil der An­kla­ge güt­lich und for­mell bei­zu­le­gen, wur­de statt­ge­ge­ben.

Bar­geld und Pkw wer­den kon­fi­ziert

In der Woh­nung sind laut Staats­an­walt­schaft rund 46 Gramm Ha­schisch, 136 Gramm Ma­ri­hua­na und 11,6 Gramm Am­phet­amin ge­fun­den wor­den, al­so ei­ne nicht ge­rin­ge Men­ge Be­täu­bungs­mit­tel. Es sei an­ge­nom­men wor­den, dass der An­ge­klag­te vor­ge­habt ha­be, die Dro­gen ge­winn­brin­gend zu ver­kau­fen. Zu­dem sei­en knapp 2500 Eu­ro an Bar­geld ge­fun­den wor­den, das eben­so ein­ge­zo­gen wor­den sei wie ein Pkw im Wert von et­wa 15 000 Eu­ro. In bei­den Fäl­len ge­he die Staats­an­walt­schaft da­von aus, dass das Bar­geld und die Fi­nan­zie­rung des Pkw aus dem Han­del mit Be­täu­bungs­mit­teln stam­me.

Die Ex-freun­din des An­ge­klag­ten, die als Zeu­gin ge­la­den wor­den war, hat von ih­rem Recht Ge­brauch ge­macht, die Aus­sa­ge zu ver­wei­gern. Nach der Bei­le­gung des An­kla­ge­punk­tes zum Wi­der­stand ge­gen die Voll­stre­ckungs­be­am­ten wur­den zwei neue Ver­hand­lungs­ter­mi­ne zur An­kla­ge we­gen un­er­laub­ten Han­dels mit Be­täu­bungs­mit­teln fest­ge­setzt: Don­ners­tag, 7. Ju­ni, um 8.30 Uhr und Di­ens­tag, 12. Ju­ni, um 9 Uhr. Bis da­hin wer­de, so Rich­ter Micha­el Piet­zek, der Haft­be­fehl aus­ge­setzt. Der An­ge­klag­te müs­se sei­nen Per­so­nal­aus­weis hin­ter­le­gen, und es wur­de ihm ei­ne täg­li­che Mel­de­pflicht auf­er­legt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.