New Yorks Ge­ne­ral­staats­an­wäl­tin nimmt sich Do­nald Trump vor

Us-prä­si­dent soll meh­re­re Mil­lio­nen Dol­lar aus sei­ner Fa­mi­li­en­stif­tung für pri­va­te Zwe­cke ab­ge­zweigt ha­ben – Auch Trumps Kin­der un­ter Ver­dacht

Göttinger Tageblatt - - POLITIK - Von Chris­ti­na Horsten und Alex­an­der Dahl

New York. Us-prä­si­dent Do­nald Trump sieht sich seit Don­ners­tag ei­nem neu­en ge­fähr­li­chen Rechts­streit ge­gen­über: Der Ge­ne­ral­staats­an­walt des Us-bun­des­staa­tes New York ver­klagt Trump und des­sen drei Kin­der, weil sie aus ei­ner Fa­mi­li­en­stif­tung il­le­gal Geld für pri­va­te Zwe­cke ab­ge­zweigt ha­ben sol­len. Bar­ba­ra Un­der­wood, Chef­an­klä­ge­rin des Bun­des­staa­tes, for­dert Re­cher­chen der Zei­tung „Wa­shing­ton Post“zu­fol­ge von Trump die Er­stat­tung von 2,8 Mil­lio­nen Dol­lar und die Auf­lö­sung der Stif­tung. Das der­zei­ti­ge Stif­tungs­ver­mö­gen von rund ei­ner Mil­li­on Dol­lar soll an­de­ren wohl­tä­ti­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen zu­fal­len. Zu­dem will die Staats­an­wäl­tin Trump für ei­nen Zei­t­raum von zehn Jah­ren die Lei­tung ka­ri­ta­ti­ver Ver­ei­ni­gun­gen ver­bie­ten.

Trump selbst re­agier­te so­fort nach Be­kannt­wer­den der Vor­wür­fe über Twit­ter und warf der Er­mitt­lungs­be­hör­de po­li­ti­sche Ein­fluss­nah­me vor. Hin­ter den Er­mitt­lun­gen steck­ten die „schä­bi­gen New Yor­ker De­mo­kra­ten“, schrieb der Prä­si­dent und be­schul­dig­te den frü­he­ren New Yor- ker Ge­ne­ral­staats­an­walt, Eric Schnei­der­man, die Ak­ti­on aus Ra­che los­ge­tre­ten zu ha­ben. Schnei­der­man, ein Ver­trau­ter der de­mo­kra­ti­schen Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Hil­la­ry Cl­in­ton, muss­te un­längst sei­nen Pos­ten we­gen des Vor­wurfs der se­xu­el­len Be­läs­ti­gung auf­ge­ben. Trump schrieb, sei­ne Stif­tung ha­be mehr für wohl­tä­ti­ge Zwe­cke aus­ge­ge­ben, als sie an Spen­den ein­ge­nom­men ha­be. Er wer­de ge­win­nen, be­haup­tet der Us-prä­si­dent.

Nach Aus­sa­gen der New Yor­ker An­klä­ger ist Trump beim The­ma Wohl­tä­tig­keit schon mehr­fach mit dem Ge­setz in Kon­flikt ge­ra­ten. Seit 2016 ha­be er des­halb be­reits rund 330 000 Dol­lar an Er­stat­tun­gen und Stra­fen ge­zahlt, be­rich­te­te Un­der­wood.

Laut „Wa­shing­ton Post“soll Trump das Geld im ak­tu­el­len Fall aus sei­ner Stif­tung ab­ge­zweigt ha­ben, um An­sprü­che sei­ner ge­schäft­li­chen Gläu­bi­ger be­frie­di­gen zu kön­nen. Au­ßer­dem soll der Us-prä­si­dent ei­nen sei­ner Golf-clubs mit Stif­tungs­geld re­no­viert und im Jahr 2016 ein et­li­che Mil­lio­nen Dol­lar schwe­res Ge­schenk an die Ma­cher sei­ner Kam­pa­gne zur Prä­si­dent- schafts­wahl ge­zahlt ha­ben. „Ge­set­ze des Staa­tes New York und des Bun­des sind da­mit in viel­fäl­ti­ger Wei­se ver­letzt wor­den“, be­ton­te Un­der­wood.

Trump ist seit 1987 Chef der Trump Foun­da­ti­on. Auch sei­ne Kin­der Do­nald Trump ju­ni­or, Ivan­ka und Eric wer­den in der An­kla­ge­schrift er­wähnt, weil sie jah­re­lang Mit­glie­der des Stif­tungs­ra­tes wa­ren. Nor­ma­ler­wei­se, er­klär­te Un­der­wood, sei­en Mit­glie­der des Stif­tungs­ra­tes da­zu da, die Recht­mä­ßig­keit der Aus­ga­ben zu über­prü­fen. Dies hät­ten die drei Kin­der Trumps aber ver­nach­läs­sigt: Seit 1999 sei der Stif­tungs­rat nicht mehr zu­sam­men­ge­tre­ten.

Trump hat­te ei­gent­lich ge­plant, die Stif­tung nach sei­nem Wahl­sieg En­de 2016 zu schlie­ßen. Dies war dann aber nicht mög­lich, weil ers­te Er­mitt­lun­gen über Zah­lungs­un­re­gel­mä­ßig­kei­ten be­reits lie­fen. Statt­des­sen wur­de nur der Na­me ge­än­dert – von Trump Foun­da­ti­on in Cu­re­ti­vi­ty. Laut „Wa­shing­ton Post“ist auch er­staun­lich, dass Trump zwi­schen 2008 und 2015 in sei­ne ei­ge­ne Stif­tung nichts ein­zahl­te. Größ­ter Ein­zel­spen­der war ein Sport­mo­gul, der 2007 und 2009 rund 5 Mil­lio­nen Dol­lar auf­brach­te.

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