Jut­ta-lim­bach-stra­ße und Be­kennt­nis zum Mu­se­um

Der Göt­tin­ger Stadt­rat tagt und be­rät un­ter an­de­rem über den Fort­gang der Sa­nie­rung des Mu­se­ums­ge­bäu­des und ei­nen neu­en Stra­ßen­na­men

Göttinger Tageblatt - - GÖTTINGEN - Von Pe­ter Krü­ger-lenz

Göt­tin­gen. Das Städ­ti­sche Mu­se­um am Rit­ter­plan ist The­ma in der Sit­zung des Göt­tin­ger Stadt­ra­tes. Weil das Geld wäh­rend der Sa­nie­rung der Ge­bäu­de aus­zu­ge­hen droht, soll nach dem Wil­len der CDU jetzt doch nicht die Kul­tur­ver­wal­tung dort ein­zie­hen. Und für das Goe­the-in­sti­tut soll es ei­nen neu­en Stra­ße­na­men ge­ben.

Vier Mil­lio­nen Eu­ro sind be­reits in die Bau­ar­bei­ten ge­flos­sen, doch ge­be es Si­gna­le von der Lan­des­re­gie­rung, dass ei­ne wei­te­re Fi­nan­zie­rung nicht mög­lich sei, er­klärt Kul­tur­de­zer­nen­tin Dag­mar Brois­tedt (SPD). Ein Grund sei die Rats­ent­schei­dung, Tei­le der Kul­tur­ver­wal­tung im Mu­se­um un­ter­zu­brin­gen. Jetzt will die Cdu-frak­ti­on im Stadt­rat han­deln. Sie hat ei­nen An­trag für die Sit­zung am Frei­tag, 15. Ju­ni, ein­ge­bracht, in dem sie „die Rück­nah­me des da­zu ge­trof­fe­nen Be­schlus­ses des Ver­wal­tungs­aus­schus­ses for­dert und hofft, dass sich die­ses Mal nicht nur ei­ne Mehr­heit, son­dern der ge­sam­te Rat zur Er­hal­tung des le­ben­di­gen Stadt­ge­dächt­nis­ses am an­ge­stamm­ten Stand­ort am Rit­ter­plan be­kennt“.

Die De­bat­te ist nicht neu. Die Christ­de­mo­kra­ten ge­hen vor al­lem die SPD an, die das Mu­se­um bis­lang an die­sem Stand­ort ab­ge­lehnt ha­be. Ei­ne Al­ter­na­ti­ve hät­ten die So­zi­al­de­mo­kra­ten al­ler­dings bis­lang nicht vor­ge­schla­gen, kri­ti­siert Cdu-rats­herr Hans Ot­to Ar­nold. Er for­dert die SPD zum Be­kennt­nis für das Mu­se­um auf und meint: „Da­mit be­kä­me die An­ge­le­gen­heit so­wohl bei Um­welt­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD), zu­stän­dig für den Denk­mal­schutz, wie bei Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Björn Thüm­ler (CDU) ein ganz an­de­res Ge­wicht.“

Das Goe­the-in­sti­tut Göt­tin­gen hat sei­nen Um­zug ge­ra­de erst hin­ter sich ge­bracht. Doch an dem neu­en Stand­ort sind noch ei­ni­ge Bau­stel­len zu be­ackern. Ei­ne da­von soll The­ma im Rat sei. Am Gü­ter­ver­kehrs­zen­trum 3 lau­tet die neue Adres­se des In­sti­tuts, des­sen Lei­tung das be­män­gelt. Der Na­me füh­re zu Ver­wech­se­lun­gen mit der Gü­ter­bahn­hof­stra­ße, er­klärt Ul­ri­ke Hof­mann-st­ein­metz, „so­gar un­se­re Müll­ton­nen sind schon in die fal­sche Stra­ße ge­bracht wor­den“. Zu­dem sei der Na­me für die Kli­en­tel des Goe­the-in­sti­tuts zu lang, „das klingt ja fast wie Kel­tisch“. Au­ßer­dem sol­le die Adres­se nicht gleich nach Ge­wer­be­ge­biet klin­gen, meint Hof­mann-st­ein­metz. Ihr Vor- schlag: Die pri­va­te Stich­stra­ße, mit der die Bü­ro­ge­bäu­de auf dem Ge­län­de na­he der Bahn­glei­se er­schlos­sen wer­den, soll Jut­ta-lim­bach-stra­ße hei­ßen.

Jut­ta Lim­bach (1934-2016) war von 2002 bis 2008 Prä­si­den­tin des Goe­the-in­sti­tuts. Sie sei sehr be­kannt in der Goe­the-welt, sagt Hof­mann-st­ein­metz. Und: „Wir sind stolz auf un­se­re Prä­si­den­tin.“Zu­dem sei der Na­me Jut­ta Lim­bach in der gan­zen Welt leicht ver­ständ­lich, „und das Wort Stra­ße kommt in der ers­ten oder zwei­ten Lek­ti­on dran“. Auch ein Göt­tin­gen-be­zug gibt es: Lim­bach war von 2003 bis 2009 Mit­glied des neu ge­grün­de­ten Stif­tungs­ra­tes der Georg-au­gust-uni­ver­si­tät und ha­be da­durch ei­ne ent­schei­den­de Pha­se der Neu­ori­en­tie­rung der Hoch­schu­le mit­ge­prägt“, heißt es in dem An­trag.

Die Ge­sell­schaft für Wirt­schafts­för­de­rung und Stadt­ent­wick­lung Göt­tin­gen (GWG) bringt den An­trag als Ei­gen­tü­me­rin des Grund­stücks ein, auf dem das Goe­the-in­sti­tut ge­baut wur­de. Ur­su­la Häu­fe, Ge­schäfts­füh­re­rin der GWG, ist über­zeugt, dass der Na­me „sehr gut zu dem ur­ba­nen Ort passt“. Und sie er­gänzt: „Die an­de­ren Mie­ter ha­ben den Vor­schlag auch be­grüßt.“

FO­TO: HINZMANN

Son­der­aus­stel­lun­gen sind im Städ­ti­schen Mu­se­um der­zeit mög­lich, viel mehr dar­über hin­aus nicht.

FO­TO: PFÖRT­NER

Das Goe­the-in­sti­tut Göt­tin­gen hat sei­nen Um­zug ge­ra­de erst hin­ter sich ge­bracht.

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