De­mons­tra­ti­on für so­zia­len Wohn­raum

Nan­sen1-initia­ti­ve zieht vom Neu­en Rat­haus zur Mer­kel­stra­ße

Göttinger Tageblatt - - GÖTTINGEN - Von Mat­thi­as Hein­zel

Göt­tin­gen. Um die 100 De­mons­tran­ten sind am Don­ners­tag­abend in Göt­tin­gen für die Schaf­fung von so­zia­lem Wohn­raum auf die Stra­ße ge­gan­gen. Sie zo­gen vom Neu­en Rat­haus durch die In­nen­stadt zum Fridtjof-nan­sen-haus.

Bei der ers­ten Kund­ge­bung am Rat­haus for­der­te ein Spre­cher die Göt­tin­ger Stadt­ver­wal­tung und die lo­ka­le Po­li­tik auf, am Frei­tag in der Sit­zung des Stadt­ra­tes den ge­plan­ten Ver­kauf des Fridtjof-nan­sen-hau­ses ab­zu­sa­gen. Mit Trans­pa­ren­ten und Pa­ro­len wie „Kom­mu­nis­mus statt Woh­nungs­markt“oder „Wohn­raum ver­ge­sell­schaf­ten“for­der­ten sie ei­ne grund­sätz­li­che Än- de­rung der Woh­nungs­po­li­tik: „Wir wol­len, dass öf­fent­li­ches Ei­gen­tum dau­er­haft öf­fent­li­ches Ei­gen­tum bleibt.“Au­ßer­dem müs­se die Stadt kom­mu­na­len Wohn­raum schaf­fen.

Ei­ne wei­te­re For­de­rung: die Schlie­ßung des um­strit­te­nen Flücht­lings­wohn­heims auf der Siek­hö­he. Die Un­ter­kunft sei „ein Iso­la­ti­ons­la­ger“. Die Ge­flüch­te­ten soll­ten in das Fridtjof­nan­sen-haus ein­zie­hen dür­fen, sag­te der Spre­cher der Initia­ti­ve „Nan­sen1“, Fe­lix Bl­uhm.

Sym­bo­li­scher Ein­zug

Am Fridtjof-nan­sen-haus an der Mer­kel­stra­ße rück­ten die De­mons­tran­ten mit ei­nem Mö­bel­wa­gen an. Sinn der sym­bo­li­schen Ak­ti­on: den Ein­zug in das Ge­bäu­de dar­zu­stel­len und das Ge­bäu­de „als so­zia­len Wohn­raum zu er­öff­nen“. Das Ge­bäu­de sol­le ein „So­zia­les Zen­trum für das Ost­vier­tel“wer­den. Al­so mach­te man es sich auf So­fas und vor Ti­schen und bei küh­len Ge­trän­ken und Ku­chen be­quem.

Ei­ne Auf­for­de­rung der in er­heb­li­cher Per­so­nal­stär­ke an­ge­tre­te­nen Göt­tin­ger Po­li­zei, die Mö­bel vom Nan­sen-grund­stück zu ent­fer­nen, ver­hall­te zu­nächst un­ge­hört. Statt­des­sen wur­de die um­lie­gen­de Vil­len­ge­gend mit po­pu­lä­rem Lied­gut be­schallt.

Initia­ti­ven-spre­cher Bl­uhm sag­te, es ge­he nicht nur um die­se ei­ne pro­mi­nen­te Im­mo­bi­lie, son­dern „um Wohn­raum und Wohn­flä­chen an sich“. Ob­wohl es nicht da­nach aus­se­he, hof­fe er im­mer noch, dass das Fridtjof-nan­sen­haus nicht ver­kauft wer­de. Das Ziel sei, „den un­so­zia­len Plä­nen der Stadt ei­nen Rie­gel vor­zu­schie­ben“.

Ein Haus, in dem Hass kei­nen Zu­tritt hat­te Sei­te 16

FO­TO: HEL­LER

Die Nan­sen-initia­ti­ve hat am Don­ners­tag ei­ne De­mo ge­gen den Aus­ver­kauf der Stadt und für so­zia­len Wohn­raum or­ga­ni­siert.

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