Sa­nie­rung für 450 000 Eu­ro

Lu­the­ra­ner in Geis­mar in­ves­tie­ren in ihr Ge­mein­de­haus

Göttinger Tageblatt - - GÖTTINGEN - Von Mich­tel Ctsptr

Geis­mar. Die evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de St. Mar­tin in Geis­mar hat ihr Ge­mein­de­haus für 450 000 Eu­ro sa­niert und um ei­nen An­bau er­wei­tert. Die Ein­wei­hung ist am Sonn­tag, 16. Sep­tem­ber, um 11.30 Uhr.

„Acht Jah­re lang ha­ben wir Spen­den ge­sam­melt und ge­plant“, be­rich­tet Uta En­gel­hardt vom Kir­chen­vor­stand. Auf Wunsch äl­te­rer und be­hin­der­ter Ge­mein­de­mit­glie­der sei der Ein­gang des denk­mal­ge­schütz­ten Ge­bäu­des, das aus dem Jahr 1726 stammt, ver­legt wor­den. An­stel­le ei­ner en­gen Trep­pe gibt es nun ei­nen brei­ten, bar­rie­re­frei­en Zu­gang. Er be­fin­det sich auf der Rück­sei­te des Ge­bäu­des und lässt sich über den neu ge­pflas­ter­ten Hof er­rei­chen. Dort ist ein An­bau mit gro­ßem Foy­er ent­stan­den, der sich zum Pfarr­gar­ten öff­net. Das er­leich­tert sei­ne Nut­zung bei Ver­an­stal­tun­gen.

„Im An­bau be­fin­den sich nun die sa­ni­tä­ren An­la­gen, die bis­her im Ge­mein­de­haus un­ter­ge­bracht wa­ren“, be­rich­tet Pas­tor Ger­hard We­ber. Neu hin­zu­ge­kom­men ist ei­ne be­hin­der­ten­ge­rech­te Toi­let­te. Er­wei­tert hat die Ge­mein­de den Ver­an­stal­tungs­raum, den nun 60 bis 80 Per­so­nen nut­zen kön­nen. Der Raum ist zu­dem hel­ler und freund­li­cher ge­wor­den, wo­zu auch der auf­ge­ar­bei­te­te Par­kett­fuß­bo­den bei­trägt. Bei der Farb­ge­bung hat sich die Ge­mein­de an den Grau­tö­nen des Kir­chen­in­nen­raums ori­en­tiert. Ein gro­ßer Bild­schirm wird noch in­stal­liert.

„Für die 5000 Eu­ro, die 2017 an frei­wil­li­gem Pfarr­geld zu­sam­men­ka­men, ha­ben wir ei­ne neue Kü­chen­ein­rich­tung be­schafft“, sagt En­gel­hardt. Er­neu­ert wor­den ist au­ßer­dem das Dach. Das Ge­bäu­de hat ei­ne 20 Zen­ti­me­ter star­ke Iso­lie­rung er­hal­ten. Die Holz­wand hin­ter ei­ner ge­flies­ten Wand er­wies sich als völ­lig ma­ro­de. Der Ge­bäu­de­so­ckel muss­te er­neu­ert wer­den, da­mit kei­ne Feuch­tig­keit mehr in den Wän­den em­por steigt. Die 70000 Eu­ro, die die­se un­vor­her­ge­se­he­ne Bau­maß­nah­me kos­te­te, über­nahm der Kir­chen­kreis Göttingen.

„Zwei Drit­tel der Kos­ten trägt un­se­re Ge­mein­de, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Rück­la­gen ge­bil­det hat“, be­tont En­gel­hardt. Ein­nah­men wür­den sie un­ter an­de­rem aus Ver­mie­tun­gen er­zie­len. So ge­be es im Pfarr­haus ei­ne 180 Qua­drat­me­ter gro­ße Woh­nung, die sich sechs Stu­die­ren­de teil­ten. Die Zahl der Pfarr­stel­len sei in den ver­gan­ge­nen Jah­ren von drei auf an­dert­halb ver­rin­gert wor­den. Die Ge­mein­de ha­be in ei­nem Mo­dell des Ge­mein­de­hau­ses, das in der Kir­che auf­ge­stellt wor­den sei, Spen­den ge­sam­melt. Hilf­reich sei zu­dem ei­ne Erb­schaft ge­we­sen.

„Un­se­re Ge­mein­de, de­ren Ein­zugs­ge­biet sich vom Wohn­stift im Os­ten bis zum Kies­see­kar­ree im Wes­ten er­streckt, hat 4700 Kir­chen­mit­glie­der“, sagt der Pas­tor. Es ge­be vie­le jun­ge Fa­mi­li­en. Zu nor­ma­len Sonn­tags­got­tes­diens­ten kä­men zwi­schen 50 und 100 Per­so­nen. Das Ge­mein­de­haus wer­de in­ten­siv ge­nutzt. Zwei Chö­re trä­fen sich dort. Es ge­be Ver­an­stal­tun­gen für Se­nio­ren, für die der­zeit 45 Kon­fir­man­den und für Tea­mer. Auch Vor­trä­ge fän­den dort statt.

„Das Ge­mein­de­haus hat frü­her als Stall für Scha­fe und Pfer­de ge­dient“, weiß der Pas­tor. An­fang der 50er-jah­re sei es um­ge­baut wor­den und ha­be meh­re­re Fens­ter er­hal­ten. Vor 20 Jah­ren sei es schon ein­mal sa­niert wor­den. Der ehe­ma­li­ge Stall ge­hö­re zu ei­nem Ge­bäu­de­en­sem­ble. Es um­fas­se das eben­falls 1726 er­rich­te­te Pfarr­haus so­wie das Pfarr­wit­wen­haus von 1747, das heu­te vor al­lem für die Ju­gend­ar­beit ge­nutzt wer­de. Die Ge­mein­de ha­be es vor zwölf Jah­ren sa­niert. Da­mals hät­ten vie­le Ge­mein­de­mit­glie­der mit an­ge­packt. Auch die Kir­che, die 1746 er­baut wor­den sei, ge­hö­re zum Ge­bäu­de­kom­plex.

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