Al­les Bö­se die­ser Welt: Auf und vor der Büh­ne zum Ver­ges­sen

Se­mi­fi­na­le des Con­tests „Lo­cal He­roes“: Band Mi­nus­pol tritt am 15. Sep­tem­ber für Göttingen in Han­no­ver an / Fans mo­bi­li­siert

Göttinger Tageblatt - - KULTUR - Von Ste­fan Kirch­hoff

Göttingen / Os­tero­de / Han­no­ver. 2017 ge­grün­det – 13 Kon­zer­te; 2018 be­schleu­nigt – 25 Bu­chun­gen bis zum Jah­res­en­de. Mit­ten­drin der nächs­te Hö­he­punkt: Am Sonnabend, 15. Sep­tem­ber, tritt die Os­te­ro­der For­ma­ti­on „Mi­nus­pol“im Lan­des-se­mi­fi­na­le des Band-con­test „Lo­cal He­roes“in Han­no­ver an – für Göttingen.

Im Mai ge­wann Mi­nus­pol auf re­gio­na­ler Ebe­ne den Wett­be­werb in der Mu­sa, nimmt des­halb „im Na­men“der Stadt am Halb­fi­na­le des nicht­kom­mer­zi­el­len Tur­niers teil. Aus­rich­ter ist die Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft Rock. In vier Vor­schluss­run­den wer­den im Sep­tem­ber acht Bands er­mit­telt, die am 20. Ok­to­ber, eben­falls in Han­no­ver, im Lan­des­fi­na­le auf der Büh­ne ste­hen. Der Sieger rockt das Bun­des-end­spiel im No­vem­ber.

Im Han­no­ve­ra­ner Mu­sik-zen­trum (Be­ginn ist um 19 Uhr) ent­schei­den ei­ne Ju­ry und das Pu­bli­kum zu glei­chen Tei­len, wer den bes­ten Ein­druck macht, sagt Mi­nus­pol-sän­ger Ju­li­an Die­ner. Die Band hat ih­re Fans „in ver­schie­de­nen Re­gio­nen mo­bi­li­siert“. Der Fan­bus star­tet in Os­tero­de, fährt non­stop nach Han­no­ver. Die­ner hofft, dass de­zen­tral noch mehr An­hän­ger vor die Büh­ne pil­gern.

„Wir sind uns dar­über im Kla­ren, dass die Kon­kur­renz sehr stark sein wird. Aber wir wis­sen, was wir kön­nen.

Li­ve sind wir bes­tens im Trai­ning. In den ver­gan­ge­nen Wo­chen hat­ten wir an je­dem Frei­tag und Sonnabend ei­nen Auf­tritt.“Am Frei­tag stan­den das Gast­spiel („ein Song“) auf der Sound­check-büh­ne am Al­ba­ni­platz und ein Kon­zert mit an­de­ren Bands im Nör­gelb­uff in der Ci­ty auf dem Pro­gramm. Da­nach: Pa­cken, in die Au­tos, zu­rück nach Os­tero­de, schla­fen, Früh­stück und ab nach Han­no­ver.

„Durch­ge­star­tet“, der Be­griff sei nicht an­ge­mes­sen, sagt Die­ner. „Aber es stimmt schon: Es ist so viel in so kur­zer Zeit pas­siert. Die­se Be­geis­te­rung kann­ten wir frü­her nicht. Fans, die Au­to­gram­me und Fo­tos mit uns wol­len. Wow.“

Frü­her be­gann 2012. Fünf Zwöl­fund Drei­zehn­jäh­ri­ge for­mier­ten die Band „Em­pty Words“. Ih­re Songs wa­ren ge­co­vert. 2015 be­gan­nen die Nach­wuchs­mu­si­ker, ei­ge­ne Lie­der zu spie­len. Bald mach­te der Äl­tes­te Abitur und zog fort. Zeit für ei­nen Neu­an­fang. Auch der „aus Spaß“. 2016 muss­te al­so ein Na­me her; Plus­pol war in der Ver­lo­sung, aber „Mi­nus­pol fan­den al­le cool“. Und der, so Die­ner, „zieht das Po­si­ti­ve an. Vi­el­leicht bringt das ja Glück.“Nach­dem Noch-schlag­zeu­ger Ju­li­an Die­ner und Rhyth­mus-gi­tar­rist Marc eben­falls das Abi in der Ta­sche hat­ten, wur­de Mi­nus­pol „auf Eis ge­legt“(Die­ner) – bis An­fang 2017. Dann wur­de aus Spaß Ernst.

„Wir ha­ben gesagt, jetzt geht’s los.“Die­ner griff erst­mals zum Mi­kro und „als Sän­ger ha­be ich mich deut­lich woh­ler ge­fühlt“. Ih­re Spra­che ist „Deutsch, die Spra­che, in der wir uns wohl­füh­len. Mit Eng­lisch hät­ten wir ei­ne grö­ße­re Reich­wei­te, aber nicht die Tie­fe un­se­rer Songs“, sagt der 21Jäh­ri­ge. „Wir la­chen in den Tex­ten auch über uns selbst. Wir wol­len Leu­te an­re­gen, das Le­ben nicht zu ernst zu neh­men, ih­nen ei­ne hu­mor­vol­le­re Per­spek­ti­ve bie­ten“, so Die­ner, ali­as JD. „Wenn wir ein Kon­zert ge­ben, dann wol­len wir al­les Bö­se die­ser Welt ver­ges­sen ma­chen. Wir wol­len mit dem Pu­bli­kum den All­tag ver­ges­sen. Spaß ha­ben.“Den ha­ben sie. Die Büh­nen­prä­senz von Mi­nus­pol wird ge­schätzt. „Weil wir New­co­mer sind, rech­nen die Leu­te nicht mit der Show, die wir lie­fern. Egal, vor wem und wie vie­len wir spie­len: Die Leu­te sol­len et­was ge­bo­ten be­kom­men für ihr Ein­tritts­geld.“

Mi­nus­pol ist mit „ei­ge­nem Ton­tech­ni­ker“, ei­nem wei­te­ren Tech­ni­ker und ei­nem Fo­to­gra­fen un­ter­wegs – ei­ne Ra­ri­tät in der Band­sze­ne an der Ba­sis. Und ein Vor­teil: Die Per­for­mance wird pro­fes­sio­nel­ler. Im No­vem­ber hat die For­ma­ti­on Auf­trit­te in Würz­burg, Ol­den­burg, Leip­zig und Berlin. Das ers­te Al­bum ist auf den Weg ge­bracht, „er­scheint vor­aus­sicht­lich An­fang 2019. Der Ti­tel ist noch ge­heim.“Kein Ge­heim­nis macht JD dar­aus, dass das Quin­tett ehr­gei­zig ist: „Wir wol­len Be­ru­fe, Stu­di­um und Band un­ter ei­nen Hut brin­gen. Und dann: Be­rufs­mu­si­ker wä­re Plan A.“

Wir ha­ben gesagt, jetzt geht’s los.

Ju­li­an Die­ner, Sän­ger von Mi­nus­pol

FO­TO: R

Dem Pu­bli­kum ei­ne hu­mor­vol­le­re Per­spek­ti­ve bie­ten: Deutschro­cker Mi­nus­pol.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.