Land­ge­richt Göt­tin­gen ver­ur­teilt vier Män­ner we­gen Woh­nungs­ein­bruchs

Mehr­fach vor­be­straf­ter Haupt­an­ge­klag­ter zu Frei­heits­stra­fe von ei­nem Jahr und zwei Mo­na­ten ver­ur­teilt

Göttinger Tageblatt - - AUS DER REGION - Von Hei­di Nie­mann

Göt­tin­gen. Zwei Mo­na­te nach Be­ginn des Pro­zes­ses um ei­ne Se­rie von Woh­nungs­ein­brü­chen in Göt­tin­gen und Ros­dorf hat das Land­ge­richt Göt­tin­gen am Don­ners­tag das Ur­teil ver­kün­det. Die Kam­mer be­fand die vier An­ge­klag­ten des ge­mein­schaft­li­chen Woh­nungs­ein­bruchs­dieb­stahls für schul­dig, al­ler­dings nur in ei­nem ein­zi­gen Fall. Bei den üb­ri­gen neun an­ge­klag­ten Fäl­len sei den An­ge­klag­ten ei­ne Tä­ter­schaft da­ge­gen nicht mit aus­rei­chen­der Si­cher­heit nach­zu­wei­sen ge­we­sen.

Das Ge­richt ver­ur­teil­te den be­reits mehr­fach vor­be­straf­ten 30-jäh­ri­gen Haupt­an­ge­klag­ten zu ei­ner Ge­samt­frei­heits­stra­fe von ei­nem Jahr und zwei Mo­na­ten, die zur Be­wäh­rung aus­ge­setzt wur­de. Als Be- wäh­rungs­auf­la­ge muss er 100 Stun­den ge­mein­nüt­zi­ge Ar­beit leis­ten. Die drei Mit­an­ge­klag­ten – ein 22Jäh­ri­ger aus Bre­men und zwei 22 und 23 Jah­re al­te Män­ner aus Göt­tin­gen – wur­den zu 100 Stun­den ge­mein­nüt­zi­ger Ar­beit ver­ur­teilt. Über­zeu­gung der Kam­mer hat­ten sie sich abends in Geis­mar ge­trof­fen und den Ein­bruch ge­mein­sam ge­plant. Der 29-Jäh­ri­ge ha­be ei­nen Ruck­sack da­bei­ge­habt, in dem sich ein Kuh­fuß, zwei Schrau­ben­dre­her und Hand­schu­he be­fan­den. Wäh­rend der 23-Jäh­ri­ge drau­ßen „Schmie­re“ge­stan­den ha­be, hät­ten die an­de­ren An­ge­klag­ten mit ei­nem Stein ei­ne Fens­ter­schei­be im Sou­ter­rain ei­nes Wohn­hau­ses ein­ge­wor­fen und sei­en so ins Haus ge­langt. Dort hät­ten sie meh­re­re Mün­zen, ei­ne Uhr und ei­ne Ket­te ein­ge­steckt.

Po­li­zei stellt die Ein­bre­cher

Wei­ter ka­men sie nicht, weil ei­ne Zeu­gin ver­däch­ti­ge Ge­räu­sche ge­hört und die Po­li­zei alar­miert hat­te. Der 29-Jäh­ri­ge ver­such­te noch, über das Dach zu flüch­ten, wur­de aber eben­so wie die drei Mit­an­ge­klag­ten von den Be­am­ten ge­stellt. Das Ge­richt wich mit sei­nem Ur­teil vom An­trag der Staats­an­walt­schaft ab. Die­se hat­te für den 29-Jäh­ri­gen we­gen vier Ein­brü­chen ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe von ei­nem Jahr und neun Mo­na­ten be­an­tragt. Zwei wei­te­re An­ge­klag­te soll­ten 100 be­zie­hungs­wei­se 40 Stun­den ge­mein­nüt­zi­ge Ar­beit leis­ten und ei­nen so­zia­len Trai­nings­kurs ab­sol­vie­ren, ein wei­te­rer ei­ne Geld­auf­la­ge von 1200 Eu­ro be­kom­men. Die Ver­tei­di­gung des Haupt­an­ge­klag­ten plä­dier­te da­ge­gen auf ei­ne sie­ben­mo­na­ti­ge Be­wäh­rungs­stra­fe. Für die an­de­ren An­ge­klag­ten be­an­trag­ten die Ver­tei­di­ger 100 be­zie­hungs­wei­se 30 Stun­den ge­mein­nüt­zi­ge Ar­beit plus ei­nen so­zia­len Trai­nings­kurs, für den vier­ten for­der­ten sie ei­nen Frei­spruch.

Die Po­li­zei hat­te da­mals im Zu­ge ih­rer Er­mitt­lun­gen bei Durch­su­chun­gen im Kel­ler ei­nes An­ge­klag­ten Die­bes­gut ent­deckt, das aus ei­nem an­de­ren Ein­bruch stamm­te. Au­ßer­dem stie­ßen sie bei der Aus­wer­tung des Mo­bil­te­le­fons des 29Jäh­ri­gen auf di­ver­se Fo­tos von Ge­gen­stän­den, die eben­falls bei Woh­nungs­ein­brü­chen ge­stoh­len wor­den wa­ren. Die­ser hat­te au­ßer­dem zwei ge­stoh­le­ne Renn­rä­der wei­ter­ver­kauft. Ur­sprüng­lich hat­te die Staats­an­walt­schaft den An­ge­klag­ten des­halb ins­ge­samt zehn Woh­nungs­ein­brü­che in den Som­mer­mo­na­ten 2016 vor­ge­wor­fen.

In­di­zi­en rei­chen nicht aus

Nach An­sicht des Ge­richts ließ sich aber nicht auf­klä­ren, wie die ge­stoh­le­nen Ge­gen­stän­de in den Be­sitz der An­ge­klag­ten ge­langt wa­ren. Des­halb reich­ten die In­di­zi­en für ei­ne Ver­ur­tei­lung nicht aus.

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