„Al­le lie­ben sie, nur die Gangs­ter nicht“

Pre­mie­re der neu­en Ju­gend­kri­mi-hör­spiel­rei­he „Die Göt­tin­ger Sie­ben“

Göttinger Tageblatt - - GÖTTINGEN - Von Li­sa Haus­mann

Göt­tin­gen. Pre­mie­re hat­te am Frei­tag die Ju­gend­kri­mi-hör­spiel­rei­he „Die Göt­tin­ger Sie­ben“im Jun­gen Thea­ter. Die Spre­cher er­zähl­ten vor rund 80 Zu­schau­ern über ih­re Er­fah­run­gen.

„Rund 200 Jah­re ist es her, dass die da­ma­li­gen Göt­tin­ger Sie­ben agier­ten: mu­ti­ge Pro­fes­so­ren, die sich so­gar mit dem Kö­nig von Han­no­ver an­leg­ten“, sag­te To­bi­as Sos­in­ski, Ge­schäfts­füh­rer des Jun­gen Thea­ters. Pas­send zur Ver­an­stal­tung sei, dass auch die Göt­tin­ger Pro­fes­so­ren schon in den Räu­men des jet­zi­gen Jun­gen Thea­ters tag­ten. Im neu­en Hör­spiel­kri­mi geht es um sechs Freunde und ei­nen Hund, die ge­mein­sam in der Re­gi­on Göt­tin­gen Kri­mi­nal­ver­bre­chen auf der Spur sind und die­se auf­klä­ren. So heißt es im Ti­tel­song von Sän­ge­rin Ja­na und Kom­po­nist so­wie Tex­ter Axel Meh­ner: „Al­le lie­ben sie, nur die Gangs­ter nicht.“Rund 30 Per­so­nen sei­en be­tei­ligt ge­we­sen, um die neue Ju­gend­kri­mi-hör­spiel­rei­he „Die Göt­tin­ger Sie­ben“fer­tig­zu­stel­len.

Wäh­rend der drei Ge­sprächs­run­den mit al­len Be­tei­lig­ten, mo­de­riert von Blick-chef­re­dak­teur Mar­kus Rie­se, be­ka­men die rund 80 Zu­schau­er ei­nen Ein­blick hin­ter die Ku­lis­sen ei­nes Hör­spiels. In der Re­gel wer­den Sprach­t­on­meis­ter Tho­mas Kör­ber zu­fol­ge auch bei Ju­gend-hör­bü- chern Er­wach­se­ne als Spre­cher ein­ge­setzt, die sich dann stimm­lich ver­stel­len. „Ich war an­fangs skep­tisch, ob die Zu­sam­men­ar­beit mit den Kin­dern funk­tio­niert, aber das En­d­er­geb­nis ist nun viel au­then­ti­scher.“Vie­le Kin­der – Fans der be­reits zehn er­schie­nen Bü­cher von To­bi­as Schra­der – wa­ren Teil des Pu­bli­kums und wipp­ten beim Ein­spie­len des Tea­sers im Takt der Musik.

80 Kin­der nah­men am Cas­ting teil

Völ­lig über­ra­schend war Rie­se die ho­he Teil­neh­mer­zahl beim Cas­ting, in der Town­hall des Göt­tin­ger Ta­ge­blatts vor fünf Ju­ry­mit­glie­dern. 30 Kin­der wa­ren vor­ge­se­hen, rund 80 ka­men letzt­lich zum Vor­spre­chen. An­fangs sei es so­gar ge­plant ge­we­sen, ei­nen Hund zu cas­ten, er­zähl­te Re­gis­seur Sven Schrei­vo­gel. Auf­grund von Zeit­man­gel wur­de al­ler­dings doch auf ei­ne Ton­auf­nah­me „aus der Kon­ser­ve“zu­rück­ge­grif­fen. Dass das Hör­spiel nun fer­tig­ge­stellt und im Han­del er­hält­lich ist, rühr­te Schrei­vo­gel zu Trä­nen. „Auf dem fer­ti­gen Hör­spiel die Stim­men und To­n­ef­fek­te nun al­le ge­mein­sam zu er­le­ben, ist ein­fach ein tol­les Er­geb­nis.“

Der Ti­tel­song ha­be ech­ten Ohr­wurm­cha­rak­ter, schrieb der Buch­au­tor Schra­der in ei­ner Nach­richt, da er selbst nicht an­we­send sein konn­te. Zu hö­ren be­ka­men die Zu­schau­er die­sen Ohr­wurm be­reits zum zwei­ten Mal, als für ei­ni­ge Mi­nu­ten ei­ne Fol­ge des Hör­spiels „Fal­sche Fünf­zi­ger“ein­ge­spielt wur­de. Un­ter den Ne­ben­dar­stel­lern sind be­kann­te Na­men wie Hel­mut Zierl (un­ter an­de­rem zu hö­ren im Film „Ho­nig im Kopf“) und Kor­ne­lia Bo­je, die be­reits in mehr als 200 Hör­spie­len ge­spro­chen hat.

Hel­mut Zierl und Kor­ne­lia Bo­je in den Ne­ben­rol­len

„Mach aus dei­nem Leben dei­nen Lieb­lings­film“, sag­te Tim Asch (im Hör­spiel Paul Ben­son, ge­nannt „Würm­chen“). Al­le Darstel­ler stam­men aus Göt­tin­gen und der Re­gi­on und hat­ten kei­ne zu­nächst kei­ne Er­fah­rung bei der Auf­nah­me von Hör­spie­len. Vie­le Be­tei­lig­te kann­ten sich un­ter­ein­an­der nicht und sa­hen sich auf der Pre­mie­re zum ers­ten Mal. So freu­te sich un­ter an­de­rem Jan Reinartz, der Er­zäh­ler des Hör­spiels, die Spre­cher der Fi­gu­ren end­lich ken­nen­zu­ler­nen. Der Er­zäh­ler ist aus Sicht der Au­to­rin Lu­cia Leh­mann be­son­ders wich­tig, da die­ser ein­zel­ne Pas­sa­gen mit­ein­an­der ver­knüpft. „Die größ­te Her­aus­for­de­rung beim Hör­spiel ist, es nicht zu lang wer­den zu las­sen und den­noch nicht zu viel weg­zu­las­sen.“Das Cas­ting ist nach Mei­nung von Ju­li­us Zim­mer­mann (als Erwin Sa­pow­ski, ge­nannt „Krö­te“) sehr ent­spannt ge­lau­fen. Le­dig­lich beim Vor­spre­chen ha­be er sich zwei Mi­nu­ten ge­fühlt, als hät­te er vor Ge­richt ge­stan­den. „Ich fand es schön, die Chan­ce zu be­kom­men, Krö­te mei­ne Stim­me zu lei­hen.“

FO­TO: HINZMANN

Die am Hör­spiel Be­tei­lig­ten bei der Pre­mie­re.

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