Ge­mü­se-Ge­nuss auch im Win­ter

Auf wert­vol­le Vit­ami­ne und Mi­ne­ral­stof­fe aus dem (ei­ge­nen) Ge­mü­se­gar­ten muss man bei Mi­nus­gra­den kei­nes­wegs ver­zich­ten.

Garden Style - - GARTENTHEM­A - TEXT: Kirs­ten Jo­han­son FO­TOS: Ur­sell Bor­stell; Ma­ri­on Ni­ckig u.a.

Klar kann man heut­zu­ta­ge in ei­ner glo­ba­li­sier­ten Welt ganz­jäh­rig – al­so selbst im Win­ter – Spar­gel und Erd­bee­ren es­sen. Die­se ha­ben dann al­ler­dings ei­nen lan­gen Trans­port­weg hin­ter sich und ob sie schme­cken, sei da­hin­ge­stellt. Wer es lie­ber re­gio­nal und sai­so­nal mag, muss in der kal­ten Jah­res­zeit nicht dar­ben. Aus dem Nutz­gar­ten und so­gar aus dem Kü­bel vom Bal­kon lässt sich auch noch im Win­ter ge­sun­des Ge­mü­se ern­ten.

Jetzt ist die Zeit der Kohl-, Knol­len- und Wur­zel­ge­mü­se, es gibt auch ei­ni­ge Sa­lats­or­ten, die bei Frost nicht in die Knie ge­hen. Win­ter­pos­telein ( Clay­to­nia per­fo­li­ata), auch Win­ter­por­tu­lak oder Tel­ler­kraut ge­nannt, ist un­ter ei­ner De­cke aus Schnee so­gar bis – 20°C frost­fest. Das Ge­wächs stammt aus Nord­ame­ri­ka. Sei­ne Sa­men kei­men erst bei Tem­pe­ra­tu­ren un­ter 10 Grad Cel­si­us. Geern­tet wer­den von No­vem­ber bis April die zar­ten Blät­ter. Sie sind ei­ne gu­te Vit­amin C-Qu­el­le und ent­hal­ten reich­lich Ma­g­ne­si­um, Ei­sen so­wie Kal­zi­um. Die jun­gen Blät­ter sind zart und er­in­nern ge­schmack­lich an Feld­sa­lat. Bei äl­te­ren Pflan­zen emp­fiehlt es sich, die Blät­ter zu ko­chen. Der Ge­schmack ist dann ver­gleich­bar mit dem von Spi­nat.

Zu den be­kann­ten win­ter­har­ten Ge­mü­se­sor­ten zäh­len bei­spiels­wei­se Ro­te Be­te, Spi­nat, Feld­sa­lat, Win­ter­zwie­beln, Chi­na­kohl, Herbst­kohl­ra­bi, Wir­sing, Lauch, To­pi­n­am­bur, Wur­zel­pe­ter­si­lie, Meer­ret­tich, Pas­ti­na­ken, Chi­co­ree, Steck­rü­be und Ro­sen­kohl. Letz­te­rer wird ger­ne un­ter­schätzt, da­bei ist er ein ech­ter Vit­amin-Bom­ber: Ähn­lich wie in Grün­kohl steckt er­staun­lich viel Vit­amin C in den grü­nen Rö­schen – et­wa dop­pelt so­viel wie in Oran­gen. Zu be­ach­ten ist beim An­bau frei­lich, dass nicht al­le Spä­te­ge­mü­se-Sor­ten län­ge­re Frost­pe­ri­oden un­be­scha­det über­ste­hen. Man­che wie et­wa Man­gold oder Zu­cker­hut-Sa­lat sind nur be­dingt käl­te­fest, wäh­rend an­de­re wie Win­ter­lauch oder Grün­kohl bis zum Früh­jahr absolut frost­fest sind.

Wem es nach dem ein­gangs er­wähn­ten Spar­gel ge­lüs­tet, kann im Win­ter üb­ri­gens auf ei­ne Al­ter­na­ti­ve zu­rück­grei­fen: Scor­zo­ne­ra his­pa­ni­ca. Die Schwarz­wur­zel wird scherz­haft auch als „Spar­gel des klei­nen Man­nes“be­zeich­net und man kann sie roh, ge­kocht, ge­bra­ten oder ge­düns­tet ge­nie­ßen. Et­was auf­wän­dig und recht kleb­rig ge­stal­tet sich das Schä­len der Wur­zel, aber es lohnt sich al­le­mal, denn das wür­zig-aro­ma­ti­sche Wintergemü­se ist sehr ge­sund. „Schwarz­wur­zeln sind aus Er­näh­rungs­sicht äu­ßerst wert­voll. Sie ent­hal­ten vie­le Vit­ami­ne und Mi­ne­ral­stof­fe, ha­ben ei­nen ähn­lich ho­hen Nähr­wert wie Erb­sen oder Boh­nen, sind aber gleich­zei­tig ka­lo­ri­en­arm und für Dia­be­ti­ker ge­eig­net“, stellt der Gar­ten­ex­per­te Mar­kus Phlip­pen fest.

Ro­te Be­te ist ein klas­si­sches Wintergemü­se. Tipp: Un­ge­schält ko­chen, Wur­zel und Blatt­an­sät­ze dran­las­sen. So be­hal­ten die Knol­len ih­re Far­be und wer­den nicht grau.

Knol­len­sel­le­rie und Pas­ti­na­ken kön­nen so­gar in Ge­fä­ßen auf dem Bal­kon kul­ti­viert wer­den. Wor­auf da­bei zu ach­ten ist, ver­rät Mar­kus Phlip­pen in sei­nem Buch.

UN­SER Buch­tipp Ein nütz­li­cher Leit­fa­den von der Aus­saat bis hin zur Ern­te und La­ge­rung. Steck­brie­fe sor­gen für ei­nen gu­ten Über­blick. 432 S., 40 €, Be­cker Joest Volk Ver­lag)

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