Was nicht be­wäl­tigt wird, wirkt nach

Geislinger Zeitung - - Vorderseite - (sie­he Ex­tra-Kas­ten) Von Bet­ti­na Ver­he­yen

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Bil­dungs­trä­ger schlie­ßen sich zu­sam­men und the­ma­ti­sie­ren in ei­ner Ver­an­stal­tungs­rei­he, was der Zwei­te Welt­krieg und die Flucht noch heu­te für Fol­gen ha­ben – auch für die nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen.

Geis­lin­ger Bil­dungs­trä­ger schlie­ßen sich zu­sam­men und the­ma­ti­sie­ren, was der Zwei­te Welt­krieg und die Flucht für Fol­gen ha­ben – auch für die nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen.

Ei­nes schwie­ri­gen und schwe­ren The­mas ha­ben sich Geis­lin­ger Bil­dungs­trä­ger an­ge­nom­men: In ei­ner Fo­to­aus­stel­lung und ei­ner Ver­an­stal­tungs­rei­he wol­len sie sich in die­sem Früh­jahr den Spu­ren des Zwei­ten Welt­kriegs in der Re­gi­on wid­men; Spu­ren nicht nur bei den Über­le­ben­den son­dern auch bei den so ge­nann­ten Kriegs­kin­dern – die heu­te 60- bis 70-Jäh­ri­gen – und Krieg­s­en­keln. Sa­bi­ne Wett­stein von der Volks­hoch­schu­le macht klar, dass das Er­be der Kriegs­trau­ma­ti­sier­ten und Ge­flüch­te­ten auch die Nach­kom­men, die in fried­li­chen Zei­ten auf­ge­wach­sen sind, be­weg­ten. Die Volks­hoch­schu­le ist ei­ne der Ko­ope­ra­ti­ons­part­ne­rin­nen. Da­zu kom­men die Ka­tho­li­sche und die Evan­ge­li­sche Er­wach­se­nen­bil­dung, das Haus der Fa­mi­lie und die Stadt­bü­che­rei.

Wie sie ge­ra­de auf das The­ma Kriegs­fol­gen ge­kom­men sind, ist den Ver­tre­tern der Bil­dungs­trä­ger gar nicht mehr so be­wusst. „Vi­el­leicht, weil es jetzt an so vie­len Stel­len hoch kommt“, meint Wett­stein. „Un­se­re Ge­ne­ra­ti­on fragt sich, was un­se­re El­tern als Kin­der ge­se­hen ha­ben – und was da­von auf die Nach­kom­men über­tra­gen wur­de.“Es ge­be zum Bei­spiel mitt­ler­wei­le schon Selbst­hil­fe­grup­pen von Krieg­s­en­keln.

Brigitte Was­berg (Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus) bringt ein Bei­spiel für Kriegs­fol­gen aus dem Pfle­ge­be­reich. Sie sagt, dass zwei von drei über 70-Jäh­ri­gen trau­ma­ti­sche Er­fah­run­gen ge­macht hät­ten. „Die jun­gen Men­schen, die jetzt Äl­te­re pfle­gen, wis­sen in den meis­ten Fäl­len gar nicht, was die­se be­schäf­tigt“, gibt sie zu be­den­ken. „Da­bei wä­re es wich­tig, den Hin­ter­grund zu ken­nen – das er­klärt so man­che Ver­hal­tens­wei­sen und Re­ak­tio­nen der Äl­te­ren.“

40 Fo­tos an vier Or­ten

Um auf das The­ma und auf die Ver­an­stal­tungs­rei­he

auf­merk­sam zu ma­chen, zei­gen die Or­ga­ni­sa­to­ren 40 ein­drucks­vol­le Fo­tos aus der mehr­fach aus­ge­zeich­ne­ten Samm­lung von Michael-Andre­as Wah­le mit Auf­nah­men aus den Jah­ren 1945 bis 1955. Sie bil­den ei­ne Zeit ab, in der der Krieg vor­bei war, die Not aber noch lan­ge nicht. Die Aus­stel­lung ist an fol­gen­den Or­ten – mit je­weils an­de­ren Bil­dern – zu se­hen: Volks­hoch­schu­le, Schil­ler­stra­ße 2 (ge­öff­net: Mo.-Do. 8-18 Uhr und Fr. 8-12 Uhr); Stadt­bü­che­rei, Schil­ler­stra­ße 2 (Di.-Fr. 10-12.30 Uhr und 14-18 Uhr, Sa. 10-12 Uhr); Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus, Schil­ler­stra­ße 4 (Mo.-Fr. nach Ver­ein­ba­rung) und Haus der Fa­mi­lie, Gu­ten­berg­stra­ße 9 (Mo.-Fr. 8.15-12 Uhr und Mo.Do. 14-17 Uhr).

In der Stadt­bü­che­rei gibt es au­ßer­dem be­glei­tend ei­ne Me­di­en­aus­stel­lung zum The­ma. Dort kann zum Bei­spiel das Buch „Krieg­s­en­kel“der Jour­na­lis­tin und Au­to­rin Sa­bi­ne Bo­de aus­ge­lie­hen wer­den.

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