Auf Hil­fe muss Ver­lass sein

Geislinger Zeitung - - Blick In Die Welt - Leit­ar­ti­kel Isa­bel­le Jahn

Im Kran­ken­haus ist man nicht zum Spaß. Die Pa­ti­en­ten sind auf Hil­fe an­ge­wie­sen – bei Not­fäl­len um­so drin­gen­der. Auf die­se Hil­fe müs­sen sie sich hun­dert­pro­zen­tig ver­las­sen kön­nen. Es kann nicht sein, dass je­mand ent­las­sen wird, ob­wohl er sich kaum auf den Bei­nen hal­ten kann. Wenn je­mand sehr schwach ist, soll­te er un­ter ärzt­li­cher Be­ob­ach­tung blei­ben – ei­ne früh­zei­ti­ge Ent­las­sung birgt Ge­fah­ren. Das zeigt ein Fall in der Geis­lin­ger Hel­fen­stein-Kli­nik, bei dem ein Pa­ti­ent kurz nach der Ent­las­sung in der Not­auf­nah­me er­neut zu­sam­men­ge­bro­chen ist. Was, wenn das auf der Stra­ße pas­siert wä­re oder ir­gend­wo, wo kein Hel­fer in der Nä­he ist?

Die Or­ga­ni­sa­ti­on in der Zen­tra­len Not­auf­nah­me stellt die Kli­nik vor ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung: Es ist nicht ab­seh­bar wie vie­le Not­fäl­le an ei­nem Tag ein­tref­fen und wie vie­le Ärz­te und Pfle­ge­kräf­te ge­braucht wer­den. So kommt es si­cher vor, dass Mit­ar­bei­ter un­ter Zeit­druck ste­hen, wo­durch Feh­l­ein­schät­zun­gen wahr­schein­li­cher sind. Ob durch die Un­ter­stüt­zung aus an­de­ren Sta­tio­nen oder durch Auf­sto­ckung des Per­so­nals – ei­ne gu­te Be­hand­lung muss auch bei ho­hem Pa­ti­en­ten­auf­kom­men ge­si­chert sein.

Da­mit sich Pa­ti­en­ten in gu­ten Hän­den füh­len und es ih­nen bes­ser geht, ist auch ei­ne sau­be­re Umgebung ent­schei­dend. Ein ho­her Hy­gie­ne­stan­dard muss in ei­nem Kran­ken­haus selbst­ver­ständ­lich sein. Die Alb-Fils-Kli­ni­ken ha­ben sich das auf die Fah­ne ge­schrie­ben – erst recht, seit die An­zahl der mit dem mul­ti­re­sis­ten­ten Darm­bak­te­ri­um VRE be­sie­del­ten Pa­ti­en­ten wächst und das Göp­pin­ger Ge­sund­heits­amt die Kli­ni­ken mit Ar­gus­au­gen be­ob­ach­tet. So wur­den zum Bei­spiel mehr Rei­ni­gungs­kräf­te ein­ge­stellt und der Rei­ni­gungs­dienst durch ei­ne ex­ter­ne Fir­ma un­ter­stützt.

Auf­grund der sich häu­fen­den VRE-Fäl­le sind zur­zeit auch Kran­ken­haus­be­su­cher und Pa­ti­en­ten be­son­ders kri­tisch, was die Hy­gie­ne an­geht und be­fürch­ten schnell ei­nen Zu­sam­men­hang mit dem Keim­be­fall. Die in­ten­si­ve Un­ter­su­chung von Pa­ti­en­ten auf VRE und wei­te­re Maß­nah­men soll­ten Pa­ti­en­ten und Kli­nik­be­su­cher viel­mehr be­ru­hi­gen. Pa­nik bringt oh­ne­hin nie­man­dem et­was.

Ein ho­her Hy­gie­ne­stan­dard muss in ei­ner Kli­nik selbst­ver­ständ­lich sein.

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