Trump bringt Na­to-Gip­fel an den Rand des Schei­terns

US-Prä­si­dent droht mit Aus­stieg aus dem Bünd­nis. Erst Zu­sa­gen für hö­he­re Mi­li­tär­aus­ga­ben be­sänf­ti­gen ihn.nM­der­kel deu­tet Nach­bes­se­rung an.

Geislinger Zeitung - - Vorderseite - Dpa

Un­ter bei­spiel­lo­sem Druck von US-Prä­si­dent Do­nald Trump hat Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel wei­te­re Zu­ge­ständ­nis­se bei den deut­schen Mi­li­tär­aus­ga­ben an­ge­deu­tet. An­ge­sichts der Dis­kus­si­on in der Na­to „müs­sen wir im­mer wie­der fra­gen, was kön­nen wir ge­ge­be­nen­falls noch mehr tun“, sag­te sie beim Na­to-Gip­fel. Zu­vor hat­te Trump in ei­ner wei­te­ren Brand­re­de ei­nen Al­lein­gang in Ver­tei­di­gungs­fra­gen an­ge­droht. Nach ei­ner Kri­sen­sit­zung zeig­te er sich dann aber zu­frie­den und si­cher­te sei­ne Bünd­nis­treue zu.

„Das Be­kennt­nis der Ver­ei­nig­ten Staa­ten zur Na­to ist sehr stark, bleibt sehr stark“, sag­te Trump in ei­ner kurz­fris­tig an­ge­setz­ten Pres­se­kon­fe­renz und ver­wies auf an­geb­li­che neue fi­nan­zi­el­le Zu­sa­gen der Bünd­nis­part­ner. Auch Deutsch­land ha­be „sehr sub­stan­zi­ell“den Zeit­plan für die Stei­ge­rung der Mi­li­tär­aus­ga­ben nach­ge­bes­sert. Ei­ne Be­stä­ti­gung gab es da­für aber von an­de­rer Sei­te nicht.

Hin­ter­grund ist der Streit über das so­ge­nann­te Zwei-Pro­zent-Ziel der Na­to. Deutsch­land er­reicht der­zeit nur 1,24 Pro­zent und stell­te bis­lang auch für 2024 höchs­tens 1,5 Pro­zent in Aus­sicht. In ei­ner Sit­zung hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren droh­te Trump nach An­ga­ben von Di­plo­ma­ten da­mit, ent­we­der die zwei Pro­zent wür­den von al­len schon 2019 er­reicht oder er wer­de „sein ei­ge­nes Ding ma­chen“. Was das genau be­deu­ten soll­te, ließ Trump of­fen.

Dar­auf­hin wur­de der ge­plan­te Ablauf über den Hau­fen ge­wor­fen und ei­ne Kri­sen­sit­zung der 29 Bünd­nis­part­ner an­be­raumt. Da­nach war Trump voll des Lo­bes. „Das zu­sätz­li­che Geld, das sie aus­ge­ben wol­len, ist wirk­lich toll“, sag­te er. Mer­kel äu­ßer­te sich an­ders. Die Be­ra­tun­gen über die Las­ten­tei­lung der Na­to nann­te sie ei­ne „sehr erns­te Dis­kus­si­on“. Auf ei­ne Fra­ge zu Trumps Dro­hung sag­te sie: „Ich kann nur zu­sam­men­fas­sen, was das Er­geb­nis ist: Kla­res Be­kennt­nis al­ler zur Na­to und ei­ne deut­li­che Be­reit­schaft al­ler, an­ge­sichts ver­än­der­ter Si­cher­heits­la­gen ei­nen Bei­trag zu leis­ten.“

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