Un­mit­tel­ba­re Fol­gen

Geislinger Zeitung - - Politik -

Der Ers­te Welt­krieg

gilt man­chen His­to­ri­kern als „Ur­ka­ta­stro­phe“des 20. Jahr­hun­derts. Mil­lio­nen Men­schen star­ben, die po­li­ti­sche Land­schaft in Eu­ro­pa ver­än­dert sich ra­di­kal.

Zer­fall der Im­pe­ri­en:

Die Kai­ser­rei­che Ös­ter­reich-Un­garn, Russ­land und Deutsch­land bre­chen zu­sam­men. Aus den Trüm­mern ge­hen ei­ne Viel­zahl neu­er Na­tio­nen in Mit­tel­eu­ro­pa und auf dem Bal­kan her­vor. Auch im Na­hen und Mitt­le­ren Os­ten hat der Un­ter­gang des Os­ma­ni­schen Reichs Fol­gen, die bis heu­te an­dau­ern. Die Re­vo­lu­ti­on der rus­si­schen Kom­mu­nis­ten 1917 und die Ent­ste­hung der So­wjet­uni­on prä­gen die Welt­po­li­tik über mehr als sie­ben Jahr­zehn­te hin­weg.

Neue Welt­macht:

Trotz des Sie­ges ist Groß­bri­tan­ni­en nicht mehr die un­be­strit­te­ne Welt­macht Num­mer eins – die­ser Ti­tel des hoch ver­schul­de­ten Kö­nig­reichs geht all­mäh­lich an die USA. De­ren Ka­pi­tal hat­te die bri­ti­sche Kriegs­wirt­schaft mas­siv fi­nan­ziert. An­ders als in Deutsch­land, Ös­ter­reich und Russ­land über­lebt die bri­ti­sche Mon­ar­chie.

Ge­biets­ver­lus­te:

Deutsch­land büßt in Fol­ge des Ver­sail­ler Ver­tra­ges ein Sieb­tel sei­nes Ter­ri­to­ri­ums und ein Zehn­tel der Be­völ­ke­rung ein: Im Wes­ten geht El­sass-Loth­rin­gen an Frank­reich, im Os­ten Po­sen und West­preu­ßen an Po­len, das Me­mel­ge­biet kommt un­ter al­li­ier­te Kon­trol­le, Dan­zig wird dem Völ­ker­bund un­ter­stellt. Das ehe­mals schle­si­sche Hult­schiner Länd­chen wird tsche­cho­slo­wa­kisch.

Ko­lo­ni­en:

Die Sie­ger tei­len die deut­schen Ko­lo­ni­en in Über­see un­ter sich auf, im We­sent­li­chen acht Ge­bie­te mit drei Mil­lio­nen Qua­drat­ki­lo­me­tern Flä­che und gut 12 Mil­lio­nen Ein­woh­nern. Die größ­ten sind Ost­afri­ka (heu­te Tan­sa­nia, Bu­run­di, Ruan­da), Süd­west­afri­ka (heu­te Na­mi­bia), Ka­me­run und Neu­gui­nea (heu­te Pa­pua-Neu­gui­nea).

In­fla­ti­on:

Nach dem Krieg ex­plo­diert die In­fla­ti­on, auch un­ter dem Ein­druck der Re­pa­ra­ti­ons­for­de­run­gen. 1923 wer­den Geld­schei­ne über 100 Bil­lio­nen Mark ge­druckt.

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