Glück Auf Al­ten­stadt steht oh­ne Vor­sit­zen­den da

nd Rück­tritt Der SV Al­ten­stadt steht nach dem un­er­war­te­ten Ab­gang von Sieg­fried We­ber oh­ne Vor­sit­zen­den da. Mit­glie­der ver­wei­gern Vor­stand die Ent­las­tung. Von Tho­mas Fried­rich

Geislinger Zeitung - - Vorderseite -

Kri­se bei Glück Auf: Der SV Al­ten­stadt steht nach dem un­er­war­te­ten Ab­gang von Sieg­fried We­ber oh­ne Vor­sit­zen­den da. Mit­glie­der ver­wei­gern Vor­stand die Ent­las­tung. Vor al­lem das Ver­eins­heim (Fo­to) be­las­tet den Club fi­nan­zi­ell.

Die Mit­glie­der des SV Al­ten­stadt ahn­ten noch nichts, als sie am Don­ners­tag­abend ins Ver­eins­heim ka­men. 56 der knapp 370 wa­ren der Ein­la­dung zur au­ßer­or­dent­li­chen Haupt­ver­samm­lung ge­folgt, in der nur ne­bu­lös vom Ist-Zu­stand des Ver­eins und ei­ner Kon­zept­vor­stel­lung die Re­de war.

We­bers Stell­ver­tre­ter Mar­cus Heer kon­fron­tier­te die Teil­neh­mer schnell mit den Fak­ten. We­ber war am 16. Ok­to­ber oh­ne An­ga­be von Grün­den zu­rück­ge­tre­ten. Selbst Heer hat „kei­ne Ah­nung“war­um. Ge­gen­über der GZ führ­te We­ber ges­tern „ge­sund­heit­li­che Grün­de“ins Feld. War­um er die den Mit­glie­dern ge­gen­über ver­schwie­gen hat? „Es hät­te mich ja nur ei­ner zu fra­gen brau­chen“, sagt We­ber.

Es hat aber kei­ner. Der SVA ist seit­dem oh­ne Vor­sit­zen­den, weil sich am Don­ners­tag kein Nach­fol­ge­kan­di­dat fin­den ließ. Heer führt als Vi­ze die Ge­schäf­te bis zur nächs­ten or­dent­li­chen Mit­glie­der­ver­samm­lung im April, für ei­ne dau­er­haf­te Lö­sung als Chef steht er aus be­ruf­li­chen Grün­den nicht zur Ver­fü­gung.

Die Mit­glie­der ver­wei­ger­ten zu­dem dem Vor­stand die Ent­las­tung. Dem An­trag stimm­te kei­ner der An­we­sen­den zu, zehn vo­tier­ten da­ge­gen, der Rest ent­hielt sich. Heer hät­te ei­ne Ent­las­tung als „Ver­trau­ens­be­weis“ger­ne mit­ge­nom­men, die Ab­leh­nung macht ihm aber „we­nig aus“. Sie hat kei­ne Aus­wir­kung auf sei­ne künf­ti­ge Ar­beit und soll bei der or­dent­li­chen Mit­glie­der­ver­samm­lung nach­ge­holt wer­den.

Bis da­hin müs­sen die ver­blie­be­nen Vor­stän­de ih­re Haus­auf­ga­ben ge­macht ha­ben. Seit drei Jah­ren hat es das Gre­mi­um nicht ge­schafft, ei­ne dau­er­haf­te Lö­sung für das Ver­eins­heim zu fin­den. Durch die aus­blei­ben­den Pacht­ein­nah­men räumt Heer ei­nen „fi­nan­zi­el­len Eng­pass“ein, der den zwei­ten An­lass für die au­ßer­or­dent­li­che Mit­glie­der­ver­samm­lung gab.

Fi­nan­zi­ell wur­de es beim SVA zu­letzt „im­mer en­ger“, ge­steht Heer. Der Vor­stand müs­se jetzt drin­gend in die Pu­schen kom­men und „ei­ne ver­nünf­ti­ge Lö­sung“für das Ver­eins­heim fin­den. Die Mit­glie­der räu­men ih­rer Füh­rungs­rie­ge die da­für nö­ti­ge Zeit ein. Sie stimm­ten mehr­heit­lich zu, den Mit­glieds­bei­trag für 2018 im De­zem­ber ein zwei­tes Mal zu er­he­ben und den Ein­zug für 2019 von An­fang des Jah­res et­was in die Jah­res­mit­te hin zu ver­schie­ben. Mit die­ser zu­sätz­li­chen Ein­nah­me kann Schatz­meis­ter Do­mi­nik Hen­le den Eng­pass über­brü­cken.

Mar­cus Heer Vi­ze-Vor­sit­zen­der SVA

Heer weiß der­zeit noch nicht, „ob über­haupt ein neu­er Päch­ter kommt“oder ob der Vor­stand nach an­de­ren Lö­sungs­we­gen su­chen muss. Das Ge­bäu­de steht ja wei­ter­hin und ver­schlingt Un­ter­halts­kos­ten. Es lässt sich zu­dem kaum ver­kau­fen, da der Grund dar­un­ter der Stadt Geis­lin­gen ge­hört. „Wer kauft schon ein Ge­bäu­de, das zweck­ge­bun­den ist“und das er nicht nach Be­lie­ben nut­zen kann, fragt Heer.

Die Vi­ze-Vor­sit­zen­de weist gleich­zei­tig dar­auf hin, dass das Ver­eins­heim das ein­zig un­ge­lös­te fi­nan­zi­el­le Pro­blem des SV Glück Auf Al­ten­stadt sei. Fin­de der Vor­stand da­für end­lich ei­ne trag­fä­hi­ge Lö­sung, sei­en auch die Geld­sor­gen des Ver­eins Ge­schich­te.

Die Mit­glie­der sol­len zu­dem ne­ben dem mo­ne­tä­ren ei­nen wei­te­ren Bei­trag leis­ten. Der Vor­stand mo­niert seit Lan­gem feh­len­de Un­ter­stüt­zung und be­fin­det sich nach Heers Aus­sa­gen dau­er­haft „auf der Su­che nach Per­so­nal“für al­le mög­li­chen Hel­fer­diens­te.

Die Pres­se war üb­ri­gens auf die­ser Ver­samm­lung nicht er­wünscht. Der Vor­stand hat die GZ wie­der aus­ge­la­den, of­fi­zi­el­le Be­grün­dung: Sieg­fried We­ber soll­te den Mit­glie­dern sei­ne Grün­de für den Rück­tritt dar­le­gen, sie hät­ten ja auch sehr pri­va­ter Na­tur und da­her nicht für die brei­te Öf­fent­lich­keit be­stimmt sein kön­nen. Dumm nur, dass ihn kei­ner da­nach ge­fragt hat.

Es hät­te mich ja nur ei­ner zu fra­gen brau­chen, war­um ich zu­rück­ge­tre­ten bin.“Sieg­fried We­ber ehe­ma­li­ger SVA-Vor­sit­zen­der „Wer kauft schon ein Ge­bäu­de, das zweck­ge­bun­den ist?“

Fo­to: Ma­kus Sont­hei­mer

Das Ver­eins­heim des Sport­ver­eins Glück Auf Al­ten­stadt hell er­leuch­tet. Weil drin­gend be­nö­tig­te Pacht­ein­nah­men feh­len, ist der Ver­ein in ei­ne fi­nan­zi­el­le Schief­la­ge ge­ra­ten.

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