Stadt­park bleibt der Fa­vo­rit

Geislinger Zeitung - - Blick In Die Welt - (wir be­rich­te­ten). Von Ste­fa­nie Schmidt

Der Tech­ni­sche Aus­schuss hat sich auf zwei po­ten­zi­el­le Stand­or­te für die Con­tai­ner als Er­wei­te­rung der „Bun­ten Welt“in Geis­lin­gen fest­ge­legt.

Ei­ne Flä­che von 21 auf 12 Me­tern be­rei­tet dem Ge­mein­de­rat seit meh­re­ren Wo­chen Kopf­zer­bre­chen. So viel Platz ist nö­tig, um ei­ne pro­vi­so­ri­sche Un­ter­kunft für zwei zu­sätz­li­che Grup­pen in der Nä­he des Kin­der­gar­tens „Bun­te Welt“auf­zu­stel­len. Und die Zeit drängt: 60 Kin­der, die spä­tes­tens bis Ju­ni ei­nen Kin­der­gar­ten­platz brau­chen, ste­hen ak­tu­ell auf der städ­ti­schen War­te­lis­te, et­wa 40 da­von aus dem Ein­zugs­ge­biet der „Bun­ten Welt“in der Park­stra­ße.

In der Ver­gan­gen­heit sei­en die Pro­gno­sen für den Kin­der­gar­ten­be­darf im­mer recht zu­tref­fend ge­we­sen, sag­te Ober­bür­ger­meis­ter Frank Deh­mer in der jüngs­ten Sit­zung des Tech­ni­schen Aus­schus­ses: „Wir konn­ten im­mer zei­tig re­agie­ren.“In die­sem Jahr sei es aber an­ders ge­kom­men.

Meh­re­re Fak­to­ren hät­ten da­bei ei­ne Rol­le ge­spielt, er­läu­tert Jo­ni­ca Sper­ling, Sach­ge­biets­lei­te­rin Bil­dung, Ju­gend und Be­treu­ung bei der Stadt­ver­wal­tung, auf An­fra­ge der GEIS­LIN­GER ZEI­TUNG. Die Pro­gno­se für den Be­darf an Kin­der­gar­ten­plät­zen rich­te sich nach der An­zahl der Ge­bur­ten.

Nicht be­rück­sich­tigt wor­den sei je­doch der im­men­se Zu­zug von Men­schen vor al­lem aus Ost­eu­ro­pa nach Geis­lin­gen. Da­zu kom­me, dass zur­zeit ver­mehrt Kin­der im schul­pflich­ti­gen Al­ter zu­rück­ge­stellt – al­so erst ein Jahr spä­ter ein­ge­schult – wür­den. Auch dies hän­ge un­ter an­de­rem mit dem ei­gent­lich er­freu­li­chen Zu­zug aus dem Os­ten zu­sam­men, er­läu­tert Sper­ling: „Wenn die Kin­der mit fünf­ein­halb Jah­ren oh­ne Sprach­kennt­nis­se zu uns kom­men, ha­ben sie nicht schon ein hal­bes Jahr spä­ter die Schul­rei­fe.“

Schon seit Ok­to­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res sei in Pla­nung ge­we­sen, die „Bun­te Welt“in der Park­stra­ße zu er­wei­tern, fügt Sper­ling hin­zu. Doch der Zu­stand des al­ten Ge­bäu­des mach­te der Ver­wal­tung ei­nen Strich durch die Rech­nung

Nach ei­nem Orts­ter­min des Tech­ni­schen Aus­schus­ses gibt es jetzt zu­min­dest ein Zwi­schen­er­geb­nis, was den Stand­ort für die Kin­der­gar­ten-Con­tai­ner be­trifft. Die Zahl der po­ten­zi­el­len Stand­or­te ist auf zwei ge­sun­ken: Zur De­bat­te ste­hen jetzt nur noch der Bolz­platz im Stadt­park und ei­ne ab­fal­len­de Grün­flä­che öst­lich des Hal­len­bads di­rekt zwi­schen dem Ge­bäu­de und dem Fuß­weg durch das Not­zen­tal. Die­ses Grund­stück müss­te al­ler­dings erst auf­ge­füllt wer­den, da­mit ei­ne ebe­ne Flä­che vor­han­den ist. Und soll­te das al­te Hal­len­bad in den nächs­ten fünf Jah­ren ab­ge­ris­sen wer­den, wä­re der Stand­ort be­ein­träch­tigt.

Der Bolz­platz im Stadt­park hat den Vor­teil, dass er eben ist und weit ent­fernt vom Hal­len­bad-Are­al, in dem in den kom­men­den Jah­ren wohl ei­ni­ge Ve­rän­de­run­gen an­ste­hen – zum Bei­spiel durch den wahr­schein­li­chen Ab­riss des Hal­len­bads und den Bau ei­ner Mehr­zweck­hal­le oder ei­nes neu­en vier­grup­pi­gen Kin­der­gar­tens.

Der Nach­teil an dem Stand­ort Stadt­park: Schon jetzt gibt es in der Obe­ren Stadt we­ni­ge Mög­lich­kei­ten zum Fuß­ball­spie­len. Soll jetzt auch noch der Bolz­platz im Stadt­park ver­lo­ren­ge­hen? Um mög­lichst viel Flä­che zu spa­ren, brach­te OB Frank Deh­mer ei­ne zwei­ge­schos­si­ge Lö­sung ins Spiel, wie es sie zum Bei­spiel beim Müh­len­kin­der­gar­ten in Bad Dit­zen­bach gibt.

Aus­führ­lich dis­ku­tiert wur­de die Fra­ge, ob man die zwei zu­sätz­li­chen Kin­der­gar­ten­grup­pen nicht di­rekt im al­ten Hal­len­bad un­ter­brin­gen könn­te. Zu­min­dest als Zwi­schen­lö­sung schlos­sen dies OB Deh­mer und Stadt­bau­amts­lei­ter Karl Vo­gel­mann aus. Für den Um­bau zum vier­grup­pi­gen Kin­der­gar­ten ge­be es zwar be­reits ei­ne Vor­pla­nung. Aber das al­te Hal­len­bad um­zu­rüs­ten, wür­de ge­nau­so lan­ge dau­ern wie ein Neu­bau – und wä­re auch ge­nau­so teu­er, er­läu­ter­te Vo­gel­mann. Denn das Ge­bäu­de müs­se zu­vor ent­kernt wer­den, bis nur noch der Roh­bau steht.

Als Stand­ort ver­wor­fen ha­ben die Mit­glie­der des Tech­ni­sches Aus­schus­ses bei­de En­den des Hart­plat­zes im Not­zen­tal. Denn dort könn­te man nicht di­rekt Au­ßen­an­la­gen an­schlie­ßen, die Son­ne wür­de die Con­tai­ner im Som­mer ex­trem auf­hei­zen und der Platz wä­re au­ßer­dem ein mög­li­cher Stand­ort für ei­ne künf­ti­ge Mehr­zweck­hal­le.

Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung wird der Ge­mein­de­rat vor­aus­sicht­lich in sei­ner Sit­zung am 16. Ja­nu­ar tref­fen.

Zu­vor wird noch ein geo­lo­gi­sches Gut­ach­ten des Bo­dens im Not­zen­tal und im Stadt­park ge­macht. Ge­ra­de das Not­zen­tal wur­de einst mit al­ler­hand Ma­te­ri­al auf­ge­füllt – bö­se Über­ra­schun­gen sol­len ver­mie­den wer­den. Au­ßer­dem wird ge­prüft, wie viel ein Holz­haus in Mo­dul­bau­wei­se kos­ten wür­de. „Ver­mut­lich et­wa 20 Pro­zent mehr als Con­tai­ner“, schätzt Karl Vo­gel­mann. „Da­für wä­re es um ei­ni­ges an­sehn­li­cher.“

Fo­tos: Mar­kus Sont­hei­mer

Den bis­he­ri­gen Bolz­platz im Geis­lin­ger Stadt­park kön­nen sich die Ge­mein­de­rä­te gut als Stand­ort für Con­tai­ner zur Kin­der­be­treu­ung vor­stel­len. Bei ei­nem Orts­ter­min des Tech­ni­schen Aus­schus­ses ging es am Mitt­woch um die De­tails.

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