Ex­plo­si­on zer­stört Wohn­haus

Ei­ne 71-Jäh­ri­ge kann sich am Sonn­tag schwer ver­letzt aus den Über­res­ten ih­res Hau­ses in Donzdorf ret­ten. Die Po­li­zei ver­mu­tet ein Gas­leck als Ur­sa­che.

Geislinger Zeitung - - Blick In Die Welt - Von Tobias Fle­gel

Donzdorf. Ei­ne ge­wal­ti­ge Ex­plo­si­on hat am Sonn­tag­vor­mit­tag ein Wohn­haus in Donzdorf völ­lig zer­stört. Bei der De­to­na­ti­on in der Dr.-Frey-Stra­ße er­litt die be­tag­te Be­woh­ne­rin des Haus­teils schwe­re Ver­let­zun­gen, sag­te der Lei­ter des Po­li­zei­re­viers Eis­lin­gen, Klaus Stipp, vor Ort. Wei­te­re Per­so­nen ka­men nicht zu Scha­den, aber vie­le Häu­ser in der Nach­bar­schaft wur­den zum Teil stark be­schä­digt. „Wir ge­hen von ei­ner Gas­ex­plo­si­on aus“, sag­te der Lei­ter des Po­li­zei­re­viers Donzdorf, In­go Polk.

Den Ein­satz­käf­ten von Feu­er­wehr, Tech­ni­schem Hilfs­werk und Ret­tungs­diens­ten bot sich ein Bild der Ver­wüs­tung, als sie um kurz nach 11 Uhr in der Dr.-Frey­Stra­ße ein­tra­fen. Aus den Über­res­ten des Rei­hen­eck­hau­ses stie­gen Flam­men und Rauch em­por. Tei­le von Mau­er­werk und Ge­bälk, Dämm­ma­te­ri­al und die Über­res­te von Haus­rat wa­ren im Um­kreis von et­wa hun­dert Me­tern auf die um­lie­gen­den Häu­ser und Stra­ßen so­wie Gär­ten nie­der­ge­reg­net. Von dem Eck­ge­bäu­de in ei­ner Rei­he von ins­ge­samt vier Häu­sern un­ter­halb des Mes­sel­bergs wa­ren nur noch Trüm­mer üb­rig. „Das ist das ers­te Mal, dass ich so et­was mit­ma­che“, sag­te der Kom­man­dant der Don­z­dor­fer Feu­er­wehr, Oliver Schmid. Et­li­che sei­ner Ka­me­ra­den hat­ten eben­falls noch nie zu­vor ein ver­gleich­bar zer­stör­tes Haus ge­se­hen.

Die Be­woh­ne­rin soll sich aus ei­ge­ner Kraft aus den Über­res­ten ih­res Zu­hau­ses ge­ret­tet ha­ben. „Mei­ne In­for­ma­ti­on ist, dass die

Frau selbst­stän­dig raus­ge­lau­fen ist“, sag­te Schmid. Dem Kom­man­dan­ten zu­fol­ge über­ga­ben Brand­be­kämp­fer die Frau ei­nem Ret­tungs­dienst. Ein Hub­schrau­ber flog die Schwer­ver­letz­te we­nig spä­ter nach Tü­bin­gen ins Kran­ken­haus. Die 71 Jah­re al­te Frau leb­te al­lei­ne in dem rund 30 Jah­re al­ten Haus.

An­woh­ner be­rich­te­ten von ei­nem enor­men Knall. „Ich ha­be zu­erst ge­dacht, ein Flug­zeug kommt run­ter“, sag­te Erich Bei­er. Er wohnt im Mit­tel­teil des Rei­hen­hau­ses. Schwe­re Schä­den ver­ur­sach­te die Ex­plo­si­on am Haus ge­gen­über. Die De­to­na­ti­on war so stark, dass die mas­si­ve Ein­gangs­tür aus ih­ren Rah­men ge­drückt wur­de und ein Glas­dach über der Ter­ras­se hin­ter dem Haus zer­barst. „Im Kel­ler sind al­le Fens­ter­schei­ben ka­putt“, sag­te Marg­ret Frä­disch. Her­ab­fal­len­de Tei­le schlu­gen ein Loch ins Dach ih­res Hau­ses und zer­bra­chen et­li­che Dach­plat­ten. Der Vor­gar­ten war am Sonn­tag über­sät mit Schutt. Bei ih­rem Nach­barn Mat­thi­as Ep­pen­stein gin­gen eben­falls Dach­plat­ten zu Bruch, und die Wucht der Ex­plo­si­on ver­bog die bei­den To­re sei­ner Ga­ra­ge.

Wer­ner Na­gel schleu­der­te die De­to­na­ti­on das Git­ter ei­nes Licht­schachts aufs Dach. Der Eh­ren­kom­man­dant der ört­li­chen Feu­er­wehr wohnt rund 100 Me­ter ent­fernt in der Stra­ße. „Es war so laut wie frü­her, als Star­figh­ter die Schall­mau­er durch­bra­chen – nur drei bis vier Mal lau­ter“, sag­te der Haupt­amts­lei­ter von Donzdorf, Gerd Ray­er. Sein Zu­hau­se ist eben­falls nur we­ni­ge Häu­ser ent­fernt. Er sei auf die Stra­ße und zum Un­glücks­ort ge­lau­fen. „Das Haus hat lich­ter­loh ge­brannt“, be­rich­tet Ray­er.

Noch St­un­den, nach­dem Feu­er­wehr­leu­te aus Donzdorf und der Um­ge­bung das Feu­er ge­löscht hat­ten, stie­gen di­cke Rauch­wol­ken aus den Trüm­mern auf. Die Ein­satz­kräf­te hat­ten die Über­res­te nur kurz be­tre­ten, weil das Haus ein­sturz­ge­fähr­det war. Dem Be­woh­ner des un­mit­tel­bar an­gren­zen­den Rei­hen­hau­s­teils soll aus dem glei­chen Grund das Be­tre­ten sei­nes Zu­hau­ses ver­bo­ten wor­den sein.

Die Feu­er­weh­ren aus Donzdorf, Eis­lin­gen, Göp­pin­gen, Sa­la­ch und Sü­ßen wa­ren mit 105 Mann und 27 Fahr­zeu­gen vor Ort. Wei­ter­hin im Ein­satz wa­ren das Ro­te Kreuz und wei­te­re Ret­tungs­diens­te mit 25 Mann und 14 Fahr­zeu­gen so­wie das Tech­ni­sche Hilfs­werk. Am Nach­mit­tag grub ein Bag­ger den Bo­den auf, da­mit die Gas­zu­fuhr ab­ge­stellt wer­den konn­te. Kom­man­dant Oliver Schmid ging da­von aus, dass die Si­che­rung des Ge­bäu­des und das Auf­räu­men am Sonn­tag bis in die Nacht dau­ern wer­de.

Ich dach­te zu­erst, ein Flug­zeug kommt run­ter.“Erich Bei­er Nach­bar

Mehr Bil­der zur Ex­plo­si­on in Donzdorf auf der Sei­te www.swp.de

Foto: Gi­a­c­in­to Car­luc­ci

Ein Feu­er­wehr­mann hilft sei­nem Ka­me­ra­den vor dem zer­stör­ten Haus in Donzdorf beim An­le­gen des Atem­luft­ge­räts. Trüm­mer wa­ren im Um­kreis von rund 100 Me­tern auf die Um­ge­bung nie­der­ge­reg­net.

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