„Ei­gent­lich müss­te je­des Dorf so et­was ha­ben“

Geislinger Zeitung - - Geislingen Und Kreis - Von To­mas Ca­ba­nis

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Kir­che, Kaf­fee, Ku­chen: Die Er­öff­nung des Türk­hei­mer „Ca­fé am Pfarr­gar­ten“als of­fe­ner Ort, bei dem je­der will­kom­men ist, stößt auf po­si­ti­ve Re­so­nanz.

Ge­läch­ter im Pfarr­gar­ten in Türk­heim. Die Stim­mung am Holz­tisch von Hei­di Busch und ih­ren drei Wan­der­ge­fähr­tin­nen ist ge­nau­so, wie die Frau­en den spon­ta­nen Be­such im Kaee fin­den: „Herr­lich.“Hei­di Busch aus Ey­bach ist ei­ne von vie­len, die zur Erönung des „Ca­fé am Pfarr­gar­ten“ge­kom­men sind, das nun je­den drit­ten Don­ners­tag im Mo­nat sei­ne Pfor­ten önet. Mit Mo­sa­ik ver­zier­te Kaee­glä­ser und ei­ne Va­se mit ro­ten Blüm­chen schmü­cken den Tisch der Frau­en, die nach ih­rer Wan­de­rung zur Burg­rui­ne Ber­neck den Gar­ten ge­nie­ßen.

Ort der Be­geg­nung

Den oenen Trepunkt ha­ben die Be­su­cher Do­ro­thea von Lü­nen­schloß zu ver­dan­ken, die schon lan­ge da­von träum­te, ei­nen sol­chen Ort zu schaen, an dem al­le will­kom­men sind. Die Kir­chen­ge­mein­de­rä­tin der Ver­bund­kir­chen­ge­mein­de Türk­heim-Auf­hau­sen emp­fängt die Gäs­te am Ein­gang des Pfarr­hau­ses, so­fern sie nicht ge­ra­de Kaee und Ku­chen ser­viert.

Ne­ben der Tür steht ein Schild mit der Auf­schrift „Geönet“. „Wenn es sich lohnt, wür­de ich ger­ne je­den Don­ners­tag Leu­te emp­fan­gen“, er­klärt die Türk­hei­me­rin und be­grüßt wei­te­re Ein­keh­ren­de. Im Dorf ken­ne man sich, je­doch hät­te es nie so ei­nen öent­li­chen Trepunkt ge­ge­ben. Das soll sich jetzt än­dern, er­klärt die Mut­ter von drei Kin­dern, die über­zeugt da­von ist, dass ein Ort der Be­geg­nung die Dorf­ge­mein­schaft stärkt.

„Vor ei­ni­gen Jah­ren ha­ben wir ein paar Mal nach dem Sonn­tags­got­tes­dienst ge­bruncht, aber um die Uhr­zeit wa­ren noch nicht al­le wach“, er­zählt von Lü­nen­schloß. Auf die Fra­ge, wer das Früh­stück da­mals or­ga­ni­siert hat, lacht die Be­triebs­wir­tin und ant­wor­tet: „Ich war das. Mir ist es wich­tig, dass sich die Leu­te treen kön­nen. Ei­gent­lich müss­te je­des Dorf so et­was ha­ben.“

Eh­ren­amt­li­che als Or­ga­ni­sa­to­ren

Es dau­er­te nicht lan­ge, bis sich wei­te­re Kir­chen­mit­glie­der eben­falls für die Idee ein­setz­ten. Das Er­geb­nis: Es gibt nun vier eh­ren­amt­li­che Or­ga­ni­sa­to­rin­nen, die sich um die Be­wir­tung der Gäs­te küm­mern. Ei­ne von ih­nen ist Mar­git March­ta­ler. Die Kir­chen­ge­mein­de­rä­tin schnei­det ein Stück vom Man­da­ri­nen-Kä­se­ku­chen ab, wäh­rend ne­ben ihr die Kaee­ma­schi­ne im re­no­vier­ten Mehr­zweck­raum zischt. „Die Ku­chen und der He­fe­zopf sind selbst ge­macht“, er­klärt die Kos­me­ti­ke­rin, die vor Er­leich­te­rung strahlt: „Es war schon span­nend, ob über­haupt je­mand vor­bei­kommt“, be­rich­tet sie.

Bei der Erönung treen sich ei­ni­ge Be­su­cher in dem ein­zi­gen Kir­chen­ge­mein­de­raum im Ort, um es sich an­schlie­ßend im Gar­ten, der durch ei­ne Hin­ter­tür zu er­rei­chen ist, ge­müt­lich zu ma­chen. Mar­git March­ta­ler ist sich si­cher, dass man von ei­nem Er­folg spre­chen kann. „Es wird gut an­ge­nom­men“, sagt die Türk­hei­me­rin, die vor sie­ben Jah­ren in das 900 Ein­woh­ner zäh­len­de Dorf ge­zo­gen ist: „Der Ort hat ei­ne sehr schö­ne Ge­mein­schaft.“„Es ist toll, dass Frau von Lü­nen­schloß die Idee auch wirk­lich in die Tat um­ge­setzt hat“, meint Pfar­re­rin Hel­ga Strie­bel, die eben­falls tat­kräf­tig an­packt.

Die­sen Don­ners­tag, 15. Au­gust, hat das „Ca­fé am Pfarr­gar­ten“im Türk­hei­mer Pfarr­haus von 15 bis 17 Uhr zum zwei­ten Mal ge­öff­net.

Fo­to: To­mas Ca­ba­nis

Die Sitz­plät­ze im Türk­hei­mer Pfarr­gar­ten sind be­gehrt; vie­le Gäs­te ge­nie­ßen das Am­bi­en­te bei der Erönung. Das „Ca­fé am Pfarr­gar­ten“emp­fängt je­den drit­ten Don­ners­tag im Mo­nat Be­su­cher – am Don­ners­tag ist es wie­der so­weit.

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