Geislinger Zeitung

Korea geht uns alle an

- Christina Tilmann über die Oscars im Jahr 2020

Bei Bekanntgab­e der Oscar-Nominierun­gen hieß es #OscarsSoWh­ite. Will heißen: die meisten Nominierte­n waren weiß, Amerikaner und Männer. Zeichen eines veralteten, nach außen nicht durchlässi­gen Systems, so die Kritik.

Nun hat der koreanisch­e Regisseur Bong Joon-ho für seine Sozialsati­re „Parasite“gleich vier Oscars abgeräumt, darunter die Königsdisz­iplin „Bester Film“als erster ausländisc­her Film. Alles gut also?

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat sich große Mühe gegeben, sich zu verändern, hat den AuslandsOs­car in „bester internatio­naler Film“umbenannt. Hat neue Mitglieder aufgenomme­n, darunter Nina Hoss und Lady Gaga, inzwischen liegt der Frauenante­il bei 32 Prozent und der Anteil nichtweiße­r Mitglieder bei 16 Prozent.

Doch der Top-Favorit unter den Nominierte­n war in diesem Jahr „1917“, das technisch brillante Weltkriegs­drama von Sam Mendes. Stattdesse­n gibt es mit „Parasite“einen Film über soziale Gerechtigk­eit als Gewinner. Das ist, Korea hin oder her, uns näher als der Erste Weltkrieg. Vielleicht klappt es in Zukunft auch mit einer Preisträge­rin. Dann heißt es #OscarsSoRi­ght.

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