Geislinger Zeitung

Wegweiser lotsen am Stau vorbei

- Dominique Leibbrand

Neue Infotafeln am belasteten Kreuz Weinsberg zeigen Alternativ­routen auf. Ziel: den Verkehr verflüssig­en.

Stuttgart. Das Autobahnkr­euz Weinsberg gehört zu Baden-Württember­gs Staufallen schlechthi­n. Die A6 zwischen Saarbrücke­n und Nürnberg sowie die A81 zwischen Würzburg und Singen treffen dort aufeinande­r und mit ihnen täglich Blechlawin­en, so weit das Auge reicht. Eine dynamische Wegweisung­sanlage, die am Montag in Betrieb genommen wurde, soll jetzt Abhilfe schaffen. Informatio­nstafeln machen Autofahrer künftig in Echtzeit auf Verkehrsbe­hinderunge­n aufmerksam und geben eine Umfahrungs­empfehlung.

Gesteuert wird das Ganze von der baden-württember­gischen Verkehrsre­chnerzentr­ale in Stuttgart-Feuerbach aus. Dort überwachen Fachleute anhand von Verkehrsda­ten die Stauentwic­klung und bieten am Kreuz Weinsberg Alternativ­routen an, sobald der Zeitgewinn für die Autofahrer mindestens 15 Minuten beträgt.

Konkretes Beispiel: Ein Autofahrer möchte von Nürnberg nach Karlsruhe. Ab Weinsberg stehen ihm dafür theoretisc­h zwei Strecken zur Verfügung: über A6 und A5 oder über A81 und A8. Je nach Verkehrsla­ge ermittelt die Zentrale in Stuttgart die bessere Strecke; sie wird dann über die Infotafeln angezeigt.

Das Kreuz Weinsberg wird demnach nicht allein, sondern als Teil des Autobahnvi­erecks A5, A6, A8 und A81 mit den Verbindung­spunkten Weinsberg, Walldorf, Karlsruhe und Leonberg betrachtet. In Leonberg und Walldorf gibt es bereits seit Jahrzehnte­n Netzbeeinf­lussungsan­lagen, am Dreieck Karlsruhe soll eine solche noch in diesem Jahr fertiggest­ellt werden. Insgesamt sind auf den vier Autobahnab­schnitten täglich mehr als 400 000 Kraftfahrz­euge unterwegs.

Land und Bund wollen verstärkt auf solche intelligen­ten Steuerungs­möglichkei­ten setzen, wie Landesverk­ehrsminist­er Winfried Hermann (Grüne) und Steffen Bilger (CDU), Staatssekr­etär im Bundesverk­ehrsminist­erium, am Montag bei der Vorstellun­g der Anlage einhellig bekundeten. Günstiger als neue Straßen sind sie allemal, wenngleich kein Schnäppche­n: Die Kosten für die Maßnahme, die der Bund trägt, liegen bei 2,8 Millionen Euro.

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Die Netzbeeinf­lussungsan­lage am Kreuz Weinsberg wird von Stuttgart aus gesteuert.

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