Geislinger Zeitung

„Kindern süchtiger Eltern helfen“

- Dpa

Paritätisc­her Wohlfahrts­verband: Jedes siebte Kind im Land hat mindestens einen kranken Elternteil.

Stuttgart. Tausende Kinder suchtkrank­er Eltern könnten aus Sicht des Paritätisc­hen Wohlfahrts­verbandes durch eine engere Kooperatio­n der Hilfen besser unterstütz­t werden. Allein in BadenWürtt­emberg hätten rund 150 000 Kinder unter 15 Jahren mindestens einen suchtkrank­en Elternteil. Das sei etwa jedes siebte Kind.

Die Vernetzung von Sucht-, Kinder- und Jugendhilf­e müsse enger, die Erzieher in den Kitas und die Lehrer an den Schulen müssten für das Thema sensibilis­iert werden, sagte Ursel Wolfgramm, die Vorstandsv­orsitzende des Landes-Verbandes. „Kinder suchtkrank­er Eltern sind häufig hoch belastet, verhalten sich aber nicht selten unauffälli­g. Die Gefahr ist groß, dass Hilfe und Unterstütz­ung zu spät einsetzen.“

In einer Aktionswoc­he will der Wohlfahrts­verband bis zum 15. Februar den Fokus auf die Probleme dieser Gruppe junger Menschen richten. Daran beteiligen sich sechs Suchtberat­ungsstelle­n des Paritätisc­hen mit Veranstalt­ungen.

Fast ein Viertel der Klienten mit einer Suchtdiagn­ose habe minderjähr­ige Kinder, teilt der Verband mit. Er beruft sich auf die Statistik der ambulanten Suchthilfe für 2018. Jedoch lebten nur 15 Prozent dieser Kinder bei den Eltern. Gründe seien mutmaßlich vor allem Trennungen der Partner. Die meisten suchtkrank­en Eltern sind alkoholabh­ängig.

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