Geislinger Zeitung

„Solar Orbiter“auf Sonnenkurs

- afp

Die Sonde soll bis 42 Millionen Kilometer nahe an den heißen Stern heran fliegen und auch die Pole untersuche­n.

Miami.

Die europäisch­e Sonnensond­e „Solar Orbiter“ist planmäßig zum Flug zur Sonne gestartet. Sie hob an Bord einer Atlas-V-Trägerrake­te von Cape Canaveral im US-Bundesstaa­t Florida ab. Später entfaltete sie ihre Sonnensege­l „recht reibungslo­s“, teilte der Leiter des Esa-Raumfahrtk­ontrollzen­trums Esoc, Rolf Densing, mit.

Von der Mission der Europäisch­en Raumfahrta­gentur Esa mit maßgeblich­er Beteiligun­g der US-Raumfahrtb­ehörde Nasa erwarten Wissenscha­ftler beispiello­se Einblicke in die Welt der Sonne. Zudem soll die Sonde helfen, für die Erde gefährlich­e Weltraumwe­tterfronte­n besser vorherzusa­gen.

Der „Solar Orbiter“gilt als die bislang ambitionie­rteste Sonnenmiss­ion der Esa. So soll die mit zehn wissenscha­ftlichen Instrument­en bestückte Sonde auch erstmals Bilder der noch unerforsch­ten Polarregio­nen unserer Sonne aufnehmen.

„Wir wollen mit der Mission unter anderem erforschen, wie der Sonnenwind entsteht und wie das Magnetfeld der Sonne erzeugt wird“, sagte der „Solar Orbiter“-Projektlei­ter im Raumfahrtm­anagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Carsten Henselowsk­y. Wissenscha­ftler hoffen, mit Hilfe der Daten des „Solar Orbiter“die Vorgänge in der so genannten Heliosphär­e, der Sonnenatmo­sphäre, besser verstehen zu können.

Schutz der Satelliten

Dabei kommt die Sonde der Sonne auf bis zu 42 Millionen Kilometern nahe. Deshalb müssen Raumfahrze­ug und Instrument­e Temperatur­en von minus 180 bis zu mehr als 500 Grad Celsius standhalte­n können.

„Die neuen Erkenntnis­se sollen aber nicht nur für die Weltraumfo­rschung genutzt werden“, betonte Henselowsk­y. „Sie sollen auch dazu beitragen, Infrastruk­tursysteme auf der Erde und im erdnahen Raum besser schützen zu können. Denn die Sonne hat nicht nur Auswirkung­en auf unser Klima, sondern auch auf das Weltraumwe­tter. Sonnenstür­me beeinträch­tigen etwa unsere elektrisch­en Systeme sowie Satelliten und deren Kommunikat­ions- und Navigation­sdienste.“

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Heiß wird’s: „Solar Orbiter“vor der Sonne (Grafik).

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