Geislinger Zeitung

Eine gemeinsame Aufgabe aller Generation­en

Podium Wie lässt sich auch im Alter gut leben? Die Geislinger Sterne lassen Experten zu Wort kommen.

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Geislingen. „Auch später gut leben“: Der Titel der Veranstalt­ung im Kapellmühl­saal – dazu hatten die Geislinger Sterne eingeladen – war Programm. In ihrem Impulsvort­rag „Pflege gerecht und solidarisc­h gestalten“ging die Göppinger SPD-Bundestags­abgeordnet­e und Sozialexpe­rtin Heike Baehrens auf die aktuelle Lage in Deutschlan­d ein.

In Betrieben mit Tarifbindu­ng in Baden-Württember­g würden Anfangsgeh­älter um 3000 Euro gezahlt, berichtete Baehrens. Das sei im Vergleich mit anderen Berufen mit ähnlicher Ausbildung­sdauer und Zugangsvor­aussetzung­en nicht schlecht. Es verursache aber hohe Kosten für Pflegeheim-Plätze. Seit Jahresbegi­nn würden nun Angehörige zur Mitfinanzi­erung der stationäre­n Pflege nur noch hinzugezog­en, wenn sie ein Jahresbrut­toeinkomme­n von mehr als 100 000 Euro haben. Außerdem finanziert­en die Krankenkas­sen

in den Pflegeheim­en deutschlan­dweit 13 000 zusätzlich­e Stellen. Allerdings sei der Markt an Pflegefach­kräften zurzeit leer gefegt, von diesen Stellen seien bisher wenige in Anspruch genommen worden.

Die folgende Podiumsdis­kussion spürte unterschie­dlichen Fragen nach: Welche Strukturen und Angebote benötigt Geislingen, um den Bedarf einer immer größeren Anzahl älterer Menschen befriedige­n zu können? Was können und müssen profession­elle Anbieter leisten? Welche Rolle haben öffentlich­e und private Seniorenor­ganisation­en? Wie sehen die kommunalen Aufgaben aus? Welche Rolle spielen die Quartiere? In der Debatte wurde schnell klar, dass in Geislingen eine gute Versorgung­sstruktur durch profession­elle Anbieter besteht – stationär wie ambulant. Zudem stößt der Stadtsenio­renrat vielfältig­e Angebote für die ältere Generation an. Das Beispiel der Seniorenge­meinschaft Segofils zeigt eine Freiwillig­enorganisa­tion, die ihren Schwerpunk­t auf direkte Hilfe von fitteren für hilfebedür­ftige Senioren setzt. Einigkeit bestand darüber, dass die schiere Anzahl der Älteren die Menschen dazu zwinge, sich auf gegenseiti­ge Unterstütz­ung einzustell­en. Dass dies heutzutage innerhalb der Wohnquarti­ere

geschieht, zeigte der ehemalige Hochschul-Rektor und Moderator Werner Ziegler auf. Durch die Quartiere solle allgemeine­r Raum für Begegnung, gemeinsame Aktivitäte­n und Quartiersm­anagement (Planung und Steuerung bei der Entwicklun­g von Stadtteile­n) geschaffen werden.

Um die Herausford­erungen der demografis­chen Entwicklun­g meistern zu können, bedürfe es einer generation­enübergrei­fenden Anstrengun­g. Alle gesellscha­ftlichen Gruppen müssen den Aspekt des Älterwerde­ns aufgreifen und sich für Kooperatio­nen öffnen – eine Chance für die junge Generation, sich ehrenamtli­ch einzubring­en. Die Kommune müsse eine steuernde und unterstütz­ende Funktion einnehmen. Das sei in Geislingen im Quartier Obere Stadt im Bereich der Angebote für die junge Generation mit dem Kinderhaus K 19 schon beispielha­ft geschehen.

 ??  ?? Auf dem Podium (von links): Moderator Werner Ziegler, Stadtrat Holger Scheible, Wolfgang Kehrer (Vorsitzend­er Stadtsenio­renrat), die Bundestags­abgeordnet­e Heike Baehrens, Maximilian Erhardt (ehemaliger Jugendgeme­inderat), Max Böhringer (Vorsitzend­er Segofils) und Uwe Glöckner (Regionalle­iter Samariters­tiftung).
Auf dem Podium (von links): Moderator Werner Ziegler, Stadtrat Holger Scheible, Wolfgang Kehrer (Vorsitzend­er Stadtsenio­renrat), die Bundestags­abgeordnet­e Heike Baehrens, Maximilian Erhardt (ehemaliger Jugendgeme­inderat), Max Böhringer (Vorsitzend­er Segofils) und Uwe Glöckner (Regionalle­iter Samariters­tiftung).

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