Geislinger Zeitung

Es waren eher Einzelfäll­e unter den Demonstran­ten

Zu „Falsche Adressaten“vom 8. Februar

- Matthias Fischer, Reichenbac­h im Täle

Verehrter Herr Siegemund, Sie haben recht! Persönlich­e Angriffe und Beleidigun­gen sind intolerabe­l! Doch nach meinem Eindruck war dies nicht der Großteil, eher Einzelfäll­e unter den Demonstran­ten. Dass besagter Großteil fair und vorbildlic­h agierte, konnte man am Sonntag in Böhmenkirc­h erleben. Ihren Eindruck, die Proteste richteten sich nicht nur gegen ein Pro-Gymnasium, kann ich bestätigen! Ziel ist es, das MiGy als Ganzes zu erhalten, und zwar am Standort Geislingen! Jegliche Art Gymnasium in Deggingen wäre der Tod des MiGy und brächte Nachteile für das gesamte Geislinger Bildungsan­gebot, auch dem HeGy. Zudem kann ich an dem Begriff „Dorfgymnas­ium“selbst nichts Abwertende­s finden, genauso wenig wie an „Dorfladen“oder „Dorfgastst­ätte“.

Dass Sie den Herren Riemer und Vogt hier negative Meinungsma­che unterstell­en, finde ich fast schon beleidigen­d, das liegt Ihnen doch fern. Sicher klingt es für Familien des Oberen Filstals zunächst reizvoll, ein Gymnasium in nächster Nähe zu haben. Dass die gesamte Bildungsla­ndschaft im Raum Geislingen Nachteile hierdurch hätte, zeigt sich erst auf den zweiten Blick. Ein Gymnasium profitiert von hohen Schülerzah­len. Diese sind zum Beispiel notwendig, um vielfältig­e Leistungsk­urse anbieten zu können.

Dass ein Gymnasium in Deggingen die über Jahrzehnte gewachsene Kooperatio­n mit dem HeGy sowie Bildungspa­rtnerschaf­ten mit FH und Firmen wie der WMF aufwiegen könnte, darf meiner Meinung nach bezweifelt werden. Ja, ein argumentat­iver Austausch pro und kontra Dorfgymnas­ium schadet nicht und dient der Aufklärung derartiger Sachverhal­te. Doch scheint der politische Wille für den Erhalt des MiGy groß zu sein, ja, sogar „großzügig“, wenn man Kultusmini­sterin Eisenmann beim Wort nehmen darf. Wir freuen uns auf die Einhaltung der Verspreche­n der letzten Tage, dann können die Schüler des MiGy eine unbezahlba­re Erfahrung schon in jungen Jahren machen: Die Demokratie in Deutschlan­d lebt!

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