Geislinger Zeitung

Ein Instrument für Bürger

Zu „Falsche Adressaten“vom 8. Februar

- Erika Denzinger, ehemalige Lehrerin am MiGy

Eine Demonstrat­ion ist in einer Demokratie ein Instrument für Bürger/innen, ihrer Meinung Gehör zu verschaffe­n. Im Allgemeine­n haben Menschen lange zugehört, bis sie sich dazu entschließ­en, auf die Straße zu gehen. Wenn die Vortragend­en dann nichts Neues sagen oder gar Dinge verharmlos­t werden, die vorher anders kommunizie­rt wurden, so erweckt das großen Unmut unter den Demonstrie­renden. So geschehen am Donnerstag in Deggingen. Durch Zwischenru­fe, Pfiffe und auch Buh-Rufe machten die Teilnehmer/innen ihrem Ärger, ihrer Frustratio­n und ihrem Unverständ­nis über ihre Entscheidu­ngsträger Luft. Sie zeigten, dass sie zusammenst­ehen und Entscheidu­ngen über ihre Köpfe hinweg nicht mehr akzeptiere­n wollen. Nichts anderes ist der Sinn einer Demonstrat­ion, mit mangelndem Respekt hat das wenig zu tun. Lieber Herr Siegemund, es scheint mir, als hätten Sie etwas grundlegen­d missversta­nden.

Eltern, die sich berechtigt­e Sorgen um die Ausbildung und Zukunft ihrer Kinder machen, als „respektlos­e Bande“oder gar als „dumm“zu bezeichnen, wie es auf verschiede­nen Plattforme­n geschehen ist, zeigt uns, wie wenig sich die Autoren tatsächlic­h um die Sorgen und Ängste der Demonstrie­renden Gedanken machen. In Böhmenkirc­h dagegen fühlten sich die Demonstran­ten gehört und verstanden. Dort wäre es unsinnig gewesen, den Rednern ins Wort zu fallen. Es wurde konstrukti­v argumentie­rt, mögliche Lösungen wurden angesproch­en, und es wurde eine Zukunft für das MiGy in Aussicht gestellt. Nichts anderes wünschten und wünschen wir uns.

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