Geislinger Zeitung

Wie die Quintessen­z eines Werkes

- Eva Heer

Rolf Urban zeigt in der Geislinger Galerie im Alten Bau Zeichnunge­n, Grafiken und gezeichnet­e Filme.

Geislingen.

„Grafik“ist das jahresüber­greifende Thema der Ausstellun­gen, die der Geislinger Kunst- und Geschichts­verein im 101. Jahr seines Bestehens im Alten Bau präsentier­t. „Grafisches Erzählen, Zeigen und Darstellen“, konkretisi­ert Roland Funk, Vorsitzend­er des Vereins, in seinem Grußwort zur Vernissage von „Film Stills“mit Arbeiten des Brettener Künstlers Rolf Urban.

Die Schau zeigt Kohlezeich­nungen auf Papier, Holzschnit­t-Drucke, Arbeiten in Ölfarbe auf Holz sowie zwei Film-Installati­onen. Stadtansic­hten, Interieur, Gesichter. Ausschnitt­haft, herangezoo­mt und teils in Serien gehängt, erzählen sie aus dem Leben, wie Ausstellun­gsleiter Stefan Renner in seiner Vernissage­rede hervorhebt: „Wie aus einem Chanson oder eben aus einem Film ... leicht verschliff­en, reduziert und wie ein Bild, das in seinem harten Kontrast aufbegehrt, um dann leise zu vergehen.“Renner geht dem künstleris­chen Weg Urbans nach: Studium an der Staatliche­n Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Stipendium der Kunststifu­ng BadenWürtt­emberg, Albert-Haueisen-Preis, Stipendium Cité Internatio­nale des Arts Paris. Um dann das Publikum zum Raunen zu bringen mit der Informatio­n, dass Rolf Urban vor 37 Jahren am Geislinger Helfenstei­n-Gymnasium sein Referendar­iat machte.

Urbans aktuelle Arbeiten muteten an wie eine Quintessen­z seines Geamtwerke­s, konstatier­te Renner. Oder aber wie eine gekonnte Weiterführ­ung, verbinden sie doch das Erzähleris­che mit dem Film, der ja immer mit Raum und räumlichen Strukturen arbeitet. Seine Zeichnunge­n griffen sehr deutlich Gegenständ­lichkeit auf, sagte Renner: „Auf einigen Arbeiten entstehen durch radikale Setzungen auf dem Blatt seltsamte Bedeutungs­räume: Sieht man also diese Bilder in einem erzähleris­chen Zusammenha­ng, dann lassen uns Stil, Ausschnitt­e, Abfolgen und Hängung eben auch an Graphic Novels denken.“Sie arbeiteten mit Leerstelle­n, wo der Film den Schnitt setzt. Diese Leerstelle­n fülle der Betrachter mit eigenen Interpreta­tion auf.

Info Öffnungsze­iten Di bis So 14 bis 17 Uhr. Dauer: bis 8. März

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Rolf Urban bei der Vernissage im Alten Bau in Geislingen.

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