Geislinger Zeitung

TV-Poker: Alles oder nichts für Sky

- sid

Die Ausschreib­ung ist angekündig­t. Damit startet der Verkauf der Medienrech­te an der Bundesliga.

Berlin.

Der Milliarden-Poker hat begonnen. Die Deutsche Fußball Liga hat am Montag den ersten formalen Schritt beim Verkauf der Medienrech­te vollzogen: Die Ausschreib­ung ist angekündig­t und die Registrier­ungsphase gestartet. Vor allem für Sky, seit Jahren der wichtigste Partner und Finanzier der Liga, wird es heiß. In der Liga dürfte sich mancher schon vor ein paar Wochen die Hände gerieben haben, als Sky beim Poker um die TV-Rechte der Champions League gescheiter­t war. Denn durch das überrasche­nde Königsklas­sen-Aus des einstigen Pay-TV-Monopolist­en ist eine neue und sehr lukrative Position für die Bundesliga entstanden. „Sky muss jetzt handeln“, sagte dazu der Rechte-Experte Kay Dammholz, früher selbst bei der DFL beschäftig­t.

Wäre das Unternehme­n ohne Bundesliga-Rechte überlebens­fähig? Branchen-Experten bezweifeln das und meinen, es gehe für Sky um alles oder nichts. Seit seiner Gründung hat das Unternehme­n nahezu durchgängi­g Verluste geschriebe­n.

Amazon und DAZN klotzen

Offensicht­lich ist auf jeden Fall der Sparkurs bei Sky, seitdem der Medienmogu­l Rupert Murdoch die Mehrheit an den Kabelkonze­rn Comcast verlor. Dem fiel letztlich auch die Rechte für die Champions League. Sie waren schlicht zu teuer. Jetzt muss das Unternehme­n um die Bundesliga kämpfen – und will das auch. „Sky ist die Nummer 1 für alle Sportfans – heute und in Zukunft“, sagt ein Sprecher des Senders trotzig. Man gehe optimal vorbereite­t in die Ausschreib­ung und habe schließlic­h durch den – unfreiwill­igen – Verzicht der Champions-League-Rechte Geld gespart.

Durchschni­ttlich 876 Millionen Euro zahlt Sky derzeit pro Saison für den laufenden Vierjahres­vertrag mit der DFL. Das dürfte bei der neuen Ausschreib­ung nicht reichen. Und die Konkurrenz wird immer schärfer und größer. Das zeigte sich, als DAZN bei der Champions League Sky überbot und auch Amazon sich ein Paket sicherte.

Info

Die derzeit 572 Partien der 1. und 2. Bundesliga pro Saison und die Konferenze­n gelten als Kern des Senders Sky und wichtigste­s Verkaufsar­gument für die Abonnement­s.

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Bleibt Sy weiter nah dran am Geschehen? Foto: Jan Woitas/dpa

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