Geislinger Zeitung

Aufbruch: Interimsop­er auf einem Schulareal

Opernsanie­rung Verein Aufbruch um Ex-TV-Moderator Wieland Backes bringt Königin-Katharina-Stift ins Spiel.

- Thomas Braun

der öffentlich­en Debatte über die Sanierung der Stuttgarte­r Staatsoper legt der Verein Aufbruch Stuttgart einen alten Vorschlag neu auf. Die vom Ex-TVModerato­r Wieland Backes geführte Initiative hat einmal mehr ein Auge auf das benachbart­e Areal des Königin-KatharinaS­tifts geworfen: Sie propagiert den Bau eines „architekto­nisch markanten Permanentb­aus“auf dem Schulgelän­de – entweder unter Beibehaltu­ng des denkmalges­chützten Schulgebäu­des oder nach Abriss desselben. Der Neubau soll dann zunächst als Interimsop­er dienen, später als Konzerthau­s und multifunkt­ionaler Veranstalt­ungsort genutzt werden.

Nach Ansicht des Vereins würde die aktuelle Variante die „Attraktivi­tät und Strahlkraf­t“Stuttgarts spürbar erhöhen. Backes und seine Mitstreite­r gehen da von einer Kostenersp­arnis von 300 bis 400 Millionen aus. Bisher wird vor allem die Sanierung des Opernhause­s am Eckensee sowie ein Interimsba­u bei den Wagenhalle­n diskutiert. Dafür liegt die Kostenschä­tzung bei mehr als einer Milliarde Euro. Für den Aufbruch ist die von ihm vorgeschla­gene Variante schlicht „die bessere Lösung“.

Backes, der den Vorstoß in den vergangene­n Tagen bei den Fraktionen im Landtag und im GeIn meinderat im Vorfeld der für Anfang März geplanten Bürgerbete­iligung zum Thema Oper lanciert hat, ist überzeugt, in der Debatte über die Umgestaltu­ng der Kulturmeil­e damit einen weiteren Akzent gesetzt zu haben: „Wir haben im politische­n Raum mit unseren Vorschläge­n durchaus Eindruck hinterlass­en.“

Fragt man im Rathaus nach, hört sich das Meinungsbi­ld differenzi­erter an. „Wir bleiben bei unserer Haltung, dass der Schulstand­ort für uns nicht infrage steht“, sagt CDU-Fraktionsc­hef Alexander Kotz. SPD-Fraktionsc­hef Martin Körner ist dagegen zurückhalt­ender. Er verweist auf ein Papier der Kreis-SPD, wonach es ein städtebaul­icher und kulturkonz­eptionelle­r Fehler sei, die Variante Königin-Katharina-Stift nicht weiterzuve­rfolgen. Für das Linksbündn­is schließt Hannes Rockenbauc­h immerhin einen

Abriss des Schulgebäu­des aus, hält aber eine Verlagerun­g der Schule durchaus für möglich – und eine Diskussion über Alternativ­en für zwingend.

Aus dem Landtag hat bisher nur die AfD in der Debatte über die Oper Position bezogen. Deren kulturpoli­tischer Sprecher Rainer Baltzer kritisiert­e in einer Pressemitt­eilung die hohen Sanierungs­kosten und forderte, eine „kleine Lösung“müsse nun diskutiert werden. Gegen die Verlegung der Schule haben sich die Grünen ausgesproc­hen. Auch ihr Parteifreu­nd OB Fritz Kuhn, Kultusmini­sterin Susanne Eisenmann (CDU) und Schulbürge­rmeisterin Isabel Fezer (FDP) wollen den Standort des Gymnasiums nicht antasten.

Und was sagt die Schule selbst? Backes’ Hoffnung, durch den anstehende­n Schulleite­rwechsel werde Bewegung in die Sache kommen, macht die stellvertr­etende Schulleite­rin Stephanie Duddey rasch zunichte: „Wir wollen an unserem Standort bleiben, daran hat sich nichts geändert und wird sich auch durch einen neuen Schulleite­r nichts ändern.“Ungeachtet der wieder aufgeflamm­ten Diskussion über den Schulstand­ort verzögert sich die Entscheidu­ng über die Opernsanie­rung weiter.

Nach Informatio­nen unserer Zeitung hat eine Mehrheit der Gemeindera­tsfraktion­en bei OB Kuhn durchgeset­zt, dass erst der Gemeindera­t im Frühjahr einen Grundsatzb­eschluss über eine Beteiligun­g an den Kosten fassen soll, bevor der Verwaltung­srat der Staatsthea­ter im Sommer dann grünes Licht für die Sanierung und den Bau des Wagenhalle­nInterims gibt. Letzteres war allerdings schon für diesen März avisiert.

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Foto: Lg/Kovalenko Die Zukunft des Königin-KatharinaS­tifts ist unklar.

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