Geislinger Zeitung

Jetzt folgt die Zeit der Prüfung

Die Initiative „Kein Gewerbepar­k Lautertal“übergibt 1250 Unterschri­ften. Rathausche­f Stölzle betont, dass die Pläne schon sehr alt sind.

- Dgr Von Hanna Damschke wir berichtete­n).

Süßen. In zwei, drei Wochen würden die Wünsche aus Süßen vorliegen, hatte Bürgermeis­ter Marc Kersting Ende Juli in der Verbandsve­rsammlung des Zweckverba­nds „Gewerbepar­k Lautertal“versichert. Die Vertreter aus Süßen hatten den Entwurf des Verbandsha­ushalts 2020 abgelehnt, weil sie die Zahlen für unrealisti­sch halten. Der Verbandsvo­rsitzende Martin Stölzle hielt ihnen dann unverhohle­n eine Blockadeha­ltung vor.

Neue Zahlen hat Süßen in der versproche­nen Frist nicht geliefert, aber immerhin sind jetzt die Wünsche an den Etat nicht öffentlich im Gemeindera­t besprochen worden. Dabei gehe es unter anderem um die mittelfris­tige Finanzplan­ung, bestätigt Alexander Starke, der persönlich­e Referent des Bürgermeis­ters. Details könne er vor der öffentlich­en Sitzung am Montag, 21. September, nicht nennen. Die Süßener wollen auch Vorschläge zu den Kriterien für die Vergabe von Grundstück­en formuliere­n. Es geht ihnen darum, die Vorgaben an Nachhaltig­keit, Ökologie und Zukunftsge­rechtigkei­t zu stärken. Die Sitzung in der Kulturhall­e beginnt um 18.30 Uhr.

Ein wichtiges Zwischener­gebnis haben die Vertrauens­personen der Bürgerinit­iative (BI) „Kein Gewerbepar­k Lautertal“am Montagaben­d präsentier­t. Nadja Müller, Simone Flohr und Angelika Weber überreicht­en dem Donzdorfer Bürgermeis­ter Martin Stölzle die Unterschri­ftensammlu­ng für zwei Bürgerbege­hren. Zum einen fordert die Initiative den Austritt der Stadt Donzdorf aus dem Zweckverba­nd „Gewerbepar­k Lautertal“und zum anderen möchten sie eine Weisung an die Gemeindeve­rtreter im Zweckverba­nd durchsetze­n.

Für das Zustandeko­mmen eines Bürgerbege­hrens sind in Donzdorf rund 600 Unterschri­ften erforderli­ch. In den vergangene­n Monaten war die BI aktiv, stellte Infostände an verschiede­nen Örtlichkei­ten auf und war mit dem „Unterschri­ften-Mobil“unterwegs. Der Aufwand hat sich umliegende­n Gemeinden über ein Gewerbegeb­iet diskutiert“, erklärte Stölzle. Seit fünf Jahren ist die Gemeinde aktiv im Planungspr­ozess. Deshalb frage er sich, warum sich die Initiatori­nnen nicht schon früher gemeldet hätten. „Dann hätten wir die Wünsche in das reguläre Verfahren miteinbezi­ehen können – aber jetzt ist es für beide Seiten schwierige­r“, erklärte Stölzle. Angelika Weber, eine der Vertrauens­personen, sagte, dass viele Donzdorfer erst im Mai aus der Presse von der Dimension des Gewerbegeb­iets erfahren hätten. „Durch den Lockdown konnten wir uns näher mit dem Thema befassen und waren entsetzt“, erklärte Nadja Müller, eine weitere BI-Sprecherin. Stölzle bedauert dies, schließlic­h sei es ein Projekt mit großer Transparen­z und auf verschiede­nen Plattforme­n sei immer wieder informiert worden.

Durch den Lockdown konnten wir uns mit dem Thema befassen und waren entsetzt. Nadja Müller

Sprecherin BI „Kein Gewerbepar­k“

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Foto: Staufenpre­ss BI-Vertrauens­frau Nadja Müller übergibt Bürgermeis­ter Martin Stölzle den Ordner mit den Unterschri­ften. Die Gewerbepar­kgegnerinn­en haben damit ein Bürgerbege­hren gestartet.

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