Jazz

Gitarre & Bass - - News -

Nicht nur mu­si­ka­lisch ist ‚ Live At Ron­nie Scott’s‘ von John Mclaughlin & The 4th Di­men­si­on ei­ne Rück­kehr zu den Wur­zeln des eng­li­schen Gi­tar­ris­ten. Denn hin­ter dem Na­men des Clubs, in dem die neun Tracks An­fang des Jah­res auf­ge­nom­men wur­den, steckt der Sa­xo­fo­nist Ron­nie Scott, der den La­den 1959 er­öff­ne­te und in den spä­ten 60er-jah­ren John Mclaughlin als Mit­glied der Haus­band ei­ne ers­te re­gel­mä­ßi­ge Auf­tritts­mög­lich­keit bot. Von hier aus ging die Rei­se los, die bei dem heu­te 75-Jäh­ri­gen be­kannt­lich mit sei­ner ei­ge­nen Band, dem Ma­ha­vish­nu Orches­tra, und Auf­nah­men un­ter der Füh­rung von u.a. Mi­les Da­vis, Way­ne Shor­ter oder To­ny Wil­li­ams ei­ni­ge High­lights be­reit­hielt. Nun ist es aber nicht so, dass Mclaughlin und sei­ne drei Mit­strei­ter Eti­en­ne M’bap­pé (Bass), Ga­ry Hus­band (Key­boards) und Ran­jit Ba­rot (Drums) hier in Ver­gan­ge­nem schwel­gen. Viel­mehr zei­gen die vier her­vor­ra­gend auf­ein­an­der ein­ge­spiel­ten Mu­si­ker mit Klas­si­kern und neu­en Kom­po­si­tio­nen, dass sich der Mclaughlin der 70er wun­der­bar mit sei­nem ak­tu­el­len Ma­te­ri­al un­ter ei­nen Hut brin­gen lässt, oh­ne da­bei be­son­de­ren Wert auf Ein­heit­lich­keit le­gen zu müs­sen. Und der Alt­meis­ter macht vor, wie­viel raue Schön­heit in ei­ner schnell ge­spiel­ten, et­was zu stark ver­zerr­ten Gi­tar­re lie­gen kann. ma­me • 20 Jah­re nach sei­nem ers­ten Al­bum für ECM und 60 Jah­re nach sei­ner Ge­burt bringt der Tu­ne­si­er Anou­ar Bra­hem, Meis­ter der Oud, ei­ner im Na­hen Os­ten ver­brei­te­ten Kurz­hals­lau­te, mit ‚Blue Maqams‘ ei­ne Plat­te her­aus, die auch auf­grund der her­vor­ra­gen­den Be­set­zung ei­nen ganz be­son­de­ren Stel­len­wert in sei­ner üp­pi­gen Dis­ko­gra­fie ein­neh­men dürf­te. Nie war Bra­hem so nah am Jazz und nie hat er sei­ne tu­ne­si­schen Wur­zeln so stim­mig mit dem In­put sei­ner ame­ri­ka­ni­schen und bri­ti­schen Mu­si­ker­kol­le­gen ver­strickt. Da­bei war für die­se Auf­nah­me mit Da­ve Hol­land am Bass und Jack Dejoh­net­te am Schlag­zeug die Rhyth­mus­grup­pe schnell ge­fun­den, wäh­rend Bra­hem nach dem rich­ti­gen Pia­nis­ten meh­re­re Mo­na­te su­chen muss­te und schließ­lich im En­g­län­der Djan­go Ba­tes ei­nen wah­ren Glücks­tref­fer lan­den konn­te. Was die bei­den in den meist ru­hi­gen, aus­ufern­den Kom­po­si­tio­nen an blin­dem Ver­ständ­nis, ge­mein­sa­mem Ge­spür für At­mo­sphä­ren und Spiel­freu­de an den Tag le­gen, ist be­acht­lich – vor al­lem wenn man be­denkt, dass sie vor­her nie zu­sam­men­ge­spielt ha­ben und dass die to­na­len Mo­di (ara­bisch: Maqam), die hier ver­wen­det wer­den, nicht un­be­dingt zum Stan­dard-re­per­toire ei­nes Jazz-mu­si­kers ge­hö­ren. ma­me • Nicht zum üb­li­chen Re­per­toire ge­hö­ren auch die Songs, die das ita­lie­ni­sche Elec­tro­nic- Jaz­zT­rio Triapology für ih­re ak­tu­el­le Ver­öf­fent­li­chung , Rockinnerage‘ auf­ge­nom­men hat. Klas­si­ker wie ,Who­le Lot­ta Love‘ (Led Zep­pe­lin) und ,Mes­sa­ge In A Bott­le‘ (The Po­li­ce) tref­fen auf neue­re Hits wie ,Smells Li­ke Te­en Spi­rit‘ (Nir­va­na) oder ,God Put A Smi­le Upon Your Face‘ (Cold­play). Da­bei be­stim­men in den Ver­sio­nen von Gi­tar­rist Mi­che­le Pen­ta, Sa­xo­fo­nist Vin­cen­zo Saet­ta und Schlag­zeu­ger Er­nes­to Bo­lo­gni­ni elek­tro­ni­sche Ele­men­te, un­ge­wöhn­li­che Sound-im­pro­vi­sa­tio­nen, ei­gen­ar­ti­ge Groo­ves und vor al­lem krum­me Tak­te das Klang­bild. So be­kom­men mit ,Mad World‘, ,Who­le Lot­ta Love‘ und Da­vid Bo­wies ‘The Man Who Sold The World‘ di­rekt die ers­ten drei Num­mern ei­nen 7/4-Takt ver­passt. Das Gi­tar­ren­riff von ‘Mes­sa­ge In A Bott­le‘ wird so­gar in ei­nen 13/8 ge­presst. Sting wird‘s freu­en! Im Ge­gen­satz da­zu kom­men ,Un­der The Bridge‘ von den Chi­li Pep­pers und , Smells Li­ke Te­en Spi­rit‘ eher ver­hal­ten-süd­ame­ri­ka­nisch da­her. Ei­ne tol­le, ab­wechs­lungs­rei­che Plat­te. Ma­me n

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