NAMM 2018 HIGH­LIGHTS

E X T E N D E D R A N G E G U I TA R S

Gitarre & Bass - - Leser Post Post@gitarrebass.de -

Die jähr­li­che Win­ter-namm in Ana­heim ist mit Ab­stand die wich­tigs­te Mes­se für Neu­es aus der Welt der Gi­tar­ren. Was aus der Ent­fer­nung wie der sprich­wört­li­che Ge­ar Hea­ven aus­sieht, ist vor Ort vor al­lem laut, knall-voll und an­stren­gend. Aber Spaß macht der Be­such den­noch je­des Jahr aufs Neue, vor al­lem dank der vie­len Freun­de die man dort trifft ... und weil man je­des Jahr wie­der über In­stru­men­te von Un­der­dog- Cust­om- Shops stol­pert, die vie­len der eta­blier­ten Mar­ken die Show steh­len. Bei­des ist mir die­ses Jahr auf der NAMM wi­der­fah­ren und so­mit hat sich der Be­such mal wie­der ge­lohnt.

der un­wi­der­steh­li­che lock­ruf

Auch die­ses Jahr ha­ben Kie­sel Gui­tars mei­ne Frau und mich auf die NAMM ein­ge­la­den. Der Ein­la­dung fol­gend, ha­ben wir uns vor Ort ent­spre­chend auch als ers­tes zum Kie­sel-stand auf­ge­macht um die et­li­chen Neue­run­gen im Li­ne-up für 2018 zu be­gut­ach­ten. Ei­ne da­von hört auf den Na­men Zeus und ist ein He­ad­less-sing­le-cut-mo­dell. Von die­sem hat mir Jeff Kie­sel völ­lig un­an­ge­kün­digt und zu mei­ner Über­ra­schung kurz vor der NAMM ein Ex­em­plar ge­schickt. Nun ist es kein Ge­heim­nis, dass ich He­ad­less Gi­tar­ren rein äs­the­tisch nicht wahn­sin­nig an­spre­chend fin­de, aber die Tele­cas­ter­ähn­li­che Kor­pus­form und be­son­ders das Ch­ar­co­al-fi­nish so­wie Blood­wood-griff­brett mei­nes Ex­em­plars ma­chen mir das Kon­zept auch op­tisch schmack­haft. Über die Vor­zü­ge der He­ad­less-kon­struk­ti­on brau­chen wir an die­ser Stel­le ver­mut­lich kei­ne gro­ßen Wor­te mehr ver­lie­ren, und auch die Zeus ZM7 ist äu­ßerst er­go­no­misch ge­stal­tet, ul­tra leicht und durch ih­re kom­pak­ten Ma­ße die per­fek­te Stu­dio­gi­tar­re. Auf www.gi­tar­re­b­ass.de könnt ihr euch ein paar Clips an­hö­ren! Ne­ben der Zeus gab es mit der Osi­ris noch ein wei­te­res neu­es He­ad­less-mo­dell aus dem Hau­se Kie­sel, ba­sie­rend auf der sehr po­pu­lä­ren Aries. Ab­ge­se­hen von der Kor­pus­form sind sich Zeus und Osi­ris sehr ähn­lich. Mein per­sön­li­ches Namm-high­light bei Kie­sel war das Re­vi­val der Crack­le- Fi­nis­hes. Zu­letzt hat man die­se vor al­lem in den 80ern auf di­ver­sen Su­per-strats von Mar­ken wie Jack­son, Char­vel, Kra­mer und Sa­mick ge­se­hen. War­um aus­ge­rech­net Kie­sel Gui­tars die­se Fi­nis­hes im Jah­re 2018 zu­rück­brin­gen, ist mir zwar ein Rät­sel, aber ich bin Fan!

auf ent­de­ckungs­rei­se

Von Kie­sel ging es fix zu den Aus­tra­li­ern von Orms­by, wo es lei­der un­mög­lich war Pho­tos zu schie­ßen – der Stand war ein­fach völ­lig über­rannt. Viel­leicht lag es auch dar­an, dass der Cust­om Shop die­ses Jahr ei­ne 18-sai­ti­ge Gi­tar­re für den Youtuber Ja­red Di­nes prä­sen­tiert hat. Die­se Mon­stro­si­tät sorg­te auf je­den Fall für ei­nen or­dent­lich Hy­pe auf der NAMM 2018. Von Orms­by aus wan­der­ten wir erst mal et­was ziel­los um­her und stol­per­ten da­bei schon di­rekt über ein wei­te­res High­light: Equi­li­bri­um Gui­tars. Be­sit­zer und Mas­ter Lut­hier Da­ve Co­hen emp­fang die Be­su­cher sei­nes Stan­des mit ei­nem freund­lich Lä­cheln und zeig­te sei­ne In­stru­men­te mit ei­nem an­ste­cken­den En­thu­si­as­mus, wel­cher sich als völ­lig ge­recht­fer­tigt her­aus­stel­len soll­te. Be­son­ders be­ein­dru­cken konn­te mich die FT7 – ei­ne un­glaub­lich schlan­ke Su­per­strat mit Fla­med Map­le Top und al­ler­höchs­ter Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät. Ich kann mit ziem­li­cher Be­stimmt­heit sa­gen, dass nur we­ni­ge ERGS auf der NAMM 2018 in der glei­chen Li­ga mit­spie­len konn­ten. Un­se­re nächs­te Sta­ti­on war der klei­ne Stand der Nie­der­län­der von Aris­ti­des

ich auch noch kurz ei­ne 080 Mul­tis­ca­le im glei­chen Fi­nish tes­ten, die al­le po­si­ti­ven Ein­drü­cke nur un­ter­mau­ern konn­te. Er­staun­li­cher­wei­se hat­ten wir nun schon 7 St­un­den auf der NAMM ver­trö­delt. Be­vor wir den Tag je­doch be­en­de­ten, mach­ten wir noch ei­nen Ab­ste­cher zum Bou­tique Buil­der Booth, in dem di­ver­se Cust­om Shops aus al­ler Welt ei­ni­ge Prunk­stü­cke aus­stell­ten. Dort tra­fen wir auf Omer von O.D. Gui­tars aus Is­ra­el, des­sen Gi­tar­ren be­son­ders durch wa­ben­ar­ti­ge Frä­sun­gen in Kor­pus und Head­stock auf­fie­len, was den In­stru­men­ten ei­nen Hauch von In­dus­tri­al-de­sign ver­lieh. Ich hat­te sei­ne In­stru­men­te schon zwei Jah­re zu­vor auf der Ho­ly Grail Gui­tar Show in Berlin be­stau­nen kön­nen, aber die Ex­em­pla­re auf der NAMM konn­ten die­se noch­mal in den Schat­ten stel­len. Auch GNG Gui­tars kann­te ich be­reits von der Ho­ly Grail 2016. Die Ita­lie­ner wa­ren mit ei­ner schi­cken He­ad­less Mul­tis­ca­le 8-String auf der NAMM. Über die Preis­schil­der an den In­stru­men­ten in der Bou­tique Booth re­den wir lie­ber nicht... ;)

auf fes­ten pfa­den

Für den zwei­ten Tag hat­te ich Be­su­che bei den gro­ßen Gi­tar­ren­schmie­den ein­ge­plant – vor al­lem ESP/LTD, Jack­son und Iba­nez. Los ging es mit Letz­te­ren! Iba­nez ha­ben ihr Li­ne Up zur dies­jäh­ri­gen NAMM wie­der ziem­lich ver­stärkt – be­son­ders fie­len mir zu­nächst die 7- und 8-sai­ti­gen Mul­tis­ca­les mit pas­si­ven Pick­ups auf, die mit ei­nem un­sag­bar nied­ri­gen Street Pri­ce von ca. € 500 den Ein­tritt in die Welt der ge­fä­cher­ten Bün­de auch für jun­ge Gi­tar­ris­ten mit knap­pen Bud­gets er­mög­li­chen dürf­ten. Be­son­ders ge­fiel mir, dass bei­de mit pas­si­ven und ord­nungs­ge­mäß an­ge­win­kel­ten Hum­bu­ckern aus­ge­stat­tet wa­ren – da kön­nen sich die teu­re­ren Mo­del­le aus dem ei­ge­nen Haus mit den über­gro­ßen ak­ti­ven Pick­ups glatt noch ei­ne Schei­be von ab­schnei­den! Ne­ben ei­ner wirk­lich schi­cken RGD Pres­ti­ge 7-String in ei­nem mat­ten Oran­ge-me­tal­lic konn­ten mich vor al­lem die Pro­to­ty­pen der Iba­nez-af­fir­ma-bäs­se be­geis­tern. Ich ha­be jah­re­lang ver­sucht, ein Ori­gi­nal aus den spä­ten 80ern/frü­hen 90ern zu fin­den, bin aber oft an den ho­hen Prei­sen ge­schei­tert. Dass Iba­nez die­se ein­zig­ar­ti­gen Bäs­se nun zu­rück­bringt, freut mich sehr. Nach­dem ich den Iba­nez-stand hin­ter mich ge­bracht hat­te, ging es ab ins Ober­ge­schoss. Und es stell­te sich ei­nes ganz schnell her­aus: Kei­ner der „Gro­ßen“konn­te ESP Gui­tars in die­sem Jahr et­was vor­ma­chen. Al­lein was die Ja­pa­ner im Erg-sek­tor an den Start ge­bracht hat­ten war be­ein­dru­ckend! An­ge­fan­gen von neu­en Ste­phen-car­pen­ter-mo­del­len in Spark­le Fi­nis­hes, über brand­neue Fan­ned- Fret- Mo­del­le bis hin zu Eclip­se- 8Strings mit Ever­tu­ne Bridge war wirk­lich

Die Iba­nez Af­fir­ma Bäs­se aus den spä­ten 80ern ha­ben auf der NAMM 2018 ihr Come­back ge­fei­ert.

al­les ab­ge­deckt. Auch die sie­ben­sai­ti­gen Mo­del­le aus der E-II-LI­NE klotz­ten statt zu kle­ckern – ei­ne M7 mit Spal­te­dMap­le-de­cke und Ho­ri­zon mit Wölk­chen­ahorn stah­len sich ge­gen­sei­tig die Show. Und dann war da noch die neue LTD Black Me­tal Se­ries, die wirk­lich ganz nach mei­nem Ge­schmack de­si­gned ist! Drei Mo­del­le mit matt-schwar­zem Kor­pus, Eben­holz­griff­brett und je­weils nur ei­nem Steg-pick­up – ein­fach nur bru­tal! Nur ei­ne der drei Gi­tar­ren hat­te 7 Sai­ten – und zwar ei­ne Vi­per mit Stop Tail Bridge. Aber auch die sechs­sai­ti­ge Eclip­se und M mach­ten bei­de ei­ne rich­tig gu­te Fi­gur! Eben­falls im Ober­ge­schoss ging es zu Jack­son und Char­vel und dort war es mitt­ler­wei­le so voll, dass man kaum noch die an den Wän­den hän­gen­den Gi­tar­ren

Die­se ESP E-II 7-String konn­te mit Spal­ted Map­le Top und Bare­knuck­le Pick­ups punk­ten. Das Ar­beits­ge­rät von Mi­sha Man­so­or (Pe­ri­phe­ry)

To­sin Aba­si hat kürz­lich Aba­si Gui­tars ge­grün­det und u. a. die­sen 8-String-mul­tis­ca­le-pro­to­typ auf der NAMM vor­ge­stellt.

Aba­si Gui­tars mit dem ame­ri­ka­ni­schen Lut­hier Frank Fal­bo ge­grün­det. Der Pro­to­typ den mir Frank in die Hand drück­te war wohl die Gi­tar­re, die To­sin in letz­ter Zeit li­ve ge­spielt hat­te und mach­te ei­nen äu­ßerst hoch­wer­ti­gen Ein­druck. Die Gi­tar­ren wer­den ab ei­nem Preis von ca. $ 3500 zu ha­ben sein, ich ver­mu­te al­ler-

in­put, in­put, in­put!

Aus der Ent­fer­nung mag die NAMM nach dem reins­ten Ver­gnü­gen aus­se­hen, aber glaubt mir: Man geht je­den Abend mit dröh­nen­dem Schä­del und schmer­zen­den Fü­ßen nach Hau­se ( bzw. ins Ho­tel). Das Ge­drän­ge und die ste­tig wach­sen­den Men­schen­mas­sen tun ihr Üb­ri­ges... die NAMM for­dert ih­ren Tri­but!

Aber wie ist er als Mu­si­ker? Wie ver­hält er sich als Band­chef? Ist er hin­ter den Ku­lis­sen eben­so un­be­re­chen­bar wie auf der Büh­ne? Um die­ser span­nen­den Fra­ge nach­zu­ge­hen, ver­ab­re­de­ten wir uns bei ei­ner Man­son-show in Düs­sel­dorf mit sei­nen Gi­tar­ris­ten Ty­ler Ba­tes (TB) und Paul Wi­ley (PW). Bei­de Mu­si­ker sind als Sound­trackKom­po­nis­ten und -Pro­du­zen­ten seit Jah­ren in der ame­ri­ka­ni­schen Film­in­dus­trie fest eta­bliert und an zahl­lo­sen Fern­se­hund Ki­no­pro­duk­tio­nen be­tei­ligt.

in­ter­view

Ty­ler, wie wür­dest du dei­ne Po­si­ti­on in der Band von Ma­ri­lyn Man­son be­zeich­nen? Bist du sein Pro­du­zent, sein Song­schrei­ber, mu­si­ka­li­scher Lei­ter? TB: Bis zu ei­nem ge­wis­sen Grad bin ich das wohl al­les. Als wir vor vier Jah­ren die Zu­sam­men­ar­beit be­gan­nen, stand ei­ne Al­bum­pro­duk­ti­on zu­nächst nicht auf der Agen­da. Wir kom­po­nier­ten ein­fach ein paar Songs, und als dann die Pro­duk­ti­on zu ,The Pa­le Em­peror‘ an­stand, bat er mich um Un­ter­stüt­zung, auch bei der Zu- sam­men­stel­lung ei­ner Band. Dass ich dann ir­gend­wann selbst Teil die­ser Grup­pe sein wür­de, war al­ler­dings in kei­ner Wei­se ge­plant. Mein ers­ter Ge­dan­ke war: Gil (Sha­ro­ne, Schlag­zeu­ger der Band, Anm. d. Verf.) muss die Songs ein­trom­meln und Paul muss die Gi­tar­ren­ar­beit über­neh­men. Paul und ich sind seit Jah­ren be­freun­det, er ist ein groß­ar­ti­ger Gi­tar­rist. Hat Man­son ge­äu­ßert, was er von dir, Paul und Gil er­war­tet? TB: Nein, er ver­trau­te mir ein­fach. Ich sag­te ihm, dass Paul ein su­per Typ sei, sehr

TB: Und wie schon ge­sagt: Des­we­gen ist es so wich­tig, nicht nur gu­te Mu­si­ker in der Band zu ha­ben, son­dern auch eng be­freun­det zu sein, um je­der­zeit men­tal in Ver­bin­dung zu ste­hen. Denn un­ser Job ist es, ihm die best­mög­li­che Un­ter­stüt­zung und da­mit den Fans die op­ti­ma­le Show zu bie­ten. Wir sind nicht in der Band, um uns wie Rock­stars zu füh­len, ha­ben aber trotz­dem un­se­ren Spaß. Ich er­ken­ne schon vor Show-be­ginn, wie es Man­son geht. Ich un­ter­hal­te mich ei­ni­ge Mi­nu­ten mit ihm, wäh­rend er sich auf die Show vor­be­rei­tet. Dann tref­fen wir uns hin­ter der Büh­ne, schub­sen und sto­ßen uns ein we­nig, um hell­wach zu wer­den, und ge­hen dann raus auf die Büh­ne. Es ist ein we­nig wie im Sport, wenn sich Mann­schaf­ten vor dem Auf­lau­fen men­tal pus­hen, um sich auf das Spiel ein­zu­stim­men. In ei­ner Man­sonShow kommt es zu so manch har­tem phy­si­schen Kon­takt, aber Man­son weiß, dass dies für uns okay ist, denn wir sind eng be­freun­det und ha­ben das Ziel, ge­mein­sam die best­mög­li­che Per­for­mance ab­zu­lie­fern. Nimmt Man­son mu­si­ka­li­sche Rat­schlä­ge von euch an? Und gebt ihr auch dann wel­che, wenn er nicht ex­pli­zit da­nach fragt? TB: Oh ja, ab­so­lut. Er folgt je­dem Rat­schlag, der ihn über­zeugt. Er weiß, dass wir al­le in sei­nem In­ter­es­se ar­bei­ten. Man­son ist über­durch­schnitt­lich in­tel­li­gent. Das Pe­dal­board mit Voo­doo Lab Pe­dal Po­wer II, Er­nie Ball VP JR Vo­lu­me Pe­dal, Cust­om Au­dio Wah, Di­gi­tech Wham­my De Tu­ne, Ear­t­h­qua­ker Or­ga­ni­zer, DOD Car­co­sa Fuzz, MXR Su­per Ba­dass Dis­tor­ti­on, Ear­t­h­qua­ker Di­s­patch Ma­ker, TC Elec­tro­nic Co­ro­na Cho­rus, Ear­t­h­qua­ker Rain­bow Machine, Boss DD-3 Di­gi­tal De­lay, Boss TU-3 Tu­ner, Boss Noi­se Sup­pres­sor NS-2 Wenn wir im Stu­dio an sei­nen Songs ar­bei­ten, ist es kol­lek­ti­ve Ar­beit, auch wenn in den Cre­dits nur er und ich als Au­to­ren auf­tau­chen. Man muss aber auch sa­gen, dass Man­son stän­dig mit groß­ar­ti­gen Ide­en an­kommt. Dan­ke Ty­ler und Paul, für das in­ter­es­san­te Ge­spräch!

Bit­te zeich­ne den Weg von dei­ner al­ler­ers­ten Gi­tar­re bis zum ak­tu­el­len Fen­der-de­al nach!

Ger­ne. Mei­ne ers­te E-gi­tar­re war ei­ne schwar­ze Stra­to­cas­ter-ko­pie von Shot, da­nach folg­ten meh­re­re Jack­sons (PS3T, DX2 und KV3). An­schlie­ßend kauf­te ich mir mei­ne ers­te Fen­der, ei­ne High­way-oneS­tra­to­cas­ter in Sun­burst, die da­mals et­wa 600 Eu­ro kos­te­te. Da­nach hat­te ich meh­re­re Fen­der-me­xi­co-mo­del­le, ei­ne gol­de­ne 60s Reis­sue Strat und ei­ne 50s Reis­sue Te­le. Mit An­fang 20 un­ter­schrieb ich bei De­an Gui­tars mei­nen ers­ten En­dor­se­ment-de­al. Als de­ren deut­scher Ver­trieb wech­sel­te und da­mit der Ver­trag en­de­te, folg­ten nach­ein­an­der An­ge­bo­te von VGS, Ya­ma­ha und Mu­sic Man. Auf­fal­lend ist, dass ich bei al­len Fir­men die Strat-for­men be­vor­zugt ha­be. Kein Wun­der al­so, dass ich to­tal glück­lich bin, jetzt wie­der das Ori­gi­nal in den Hän­den zu hal­ten. Wie kam der Fen­der-de­al zu­stan­de? Ich ha­be in mei­ner Kar­rie­re schon früh Oli­ver Schwung ken­nen­ge­lernt, den deut­schen Ar­tist- Re­la­ti­on-ma­na­ger von Fen­der. Oli­ver hat mich zehn Jah­re lang be­ob­ach­tet und mei­ne Ent­wick­lung als Gi­tar­rist ver­folgt. Im­mer wenn wir uns auf der Frank­fur­ter Mu­sik­mes­se, auf der NAMM-SHOW oder auf ir­gend­wel­chen Fes­ti­vals ge­trof­fen ha­ben, wur­de in net­ter At­mo­sphä­re zu­sam­men Kaf­fee ge­trun­ken und mit­ein­an­der ge­spro­chen. Nach ei­nem Auf­tritt auf der Mu­si­kPro­duk­tiv-mes­se kam im ver­gan­ge­nen Jahr plötz­lich der An­ruf. Für mich war das wie ein Hei­rats­an­trag, auf den man zehn Jah­re lang ge­war­tet hat. (lacht) Du hast dich für die neue Ame­ri­canPro-se­rie ent­schie­den? Rich­tig. Ich spie­le ei­ne Hss-sun­burst-strat mit Shaw­bu­cker im Steg für die crun­chy Gain-sounds, und in der mitt­le­ren Po­si­ti­on so­wie am Hals die eben­falls von Tim Shaw ent­wi­ckel­ten V-mo­de-stra­to­cas­terSing­le­coils, die – mit dem neu­en, et­was di­cke­ren C-hals­pro­fil – ein wirk­lich aus­ge­wo­ge­nes Klang­bild er­zeu­gen. Toll ist auch der so­ge­nann­te „Treb­le Bleed“, der Hö­hen­ver­lus­te beim Her­un­ter­dre­hen des Vo­lu­me-po­tis aus­schließt! Die Gi­tar­re hat ein Pa­li­san­der­griff­brett und ei­nen Kor­pus aus Er­le. Der Hals ist aus Ahorn und klingt, wie ei­ne Strat klin­gen soll­te: aus­ge­wo­gen, un­glaub­lich viel­sei­tig und in­spi­rie­rend. Ich moch­te im­mer schon auch Tele­cas­ters mit ih­rem schnei­den­den Sound. Hier woll­te ich un­be­dingt ein Ex­em­plar mit Ma­p­leG­riff­brett. Der Bo­dy ist aus Er­le, der Hals aus Ahorn. Die Te­le hat V-mo­de-tele­cas­ter-pick­ups und passt eben­falls her­vor­ra­gend zu mei­nem ENGL-INVADER-II. Wer ist dein größ­tes Vor­bild? Al­les fing mit Bri­an May und dem QueenAl­bum ,Li­ve Kil­lers‘ an, dar­an hat sich bis heu­te nichts ge­än­dert. Seit ich zum ers­ten Mal den Song ,Brigh­ton Rock‘ und das sechs­mi­nü­ti­ge De­lay-so­lo hör­te, wuss­te ich, dass Mu­sik und Gi­tar­ren mein Le­ben be­stim­men wer­den. Auch Mays or­ches­tral-klas­si­scher Be­zug hat mich sehr ge­prägt. Mich hat im­mer ge­reizt, aus ei­nem So­lo ei­ne Kom­po­si­ti­on in der Kom­po­si­ti­on zu kre­ieren. Für mich muss ein So­lo ei­ne Be­deu­tung, ei­nen Auf­bau und ei­ne Sto­ry be­sit­zen. Es soll­te ei­nen dra­ma­tur­gi­schen Bo­gen ha­ben. Ein­fach ein So­lo zu shred­den, nur da­mit ein So­lo exis­tiert und das Ego be­frie­digt wird, hal­te ich für höchst frag­wür­dig. Har­mo­ni­en ha­ben ex­tre­men Ein­fluss auf das So­lo. Mei­ner Mei­nung nach wird das un­ter­schätzt. Gi­tar­ris­ten küm­mern sich um Ska­len, um die rech­te Hand und um Vir­tuo­si­tät, aber ei­gent­lich de­fi­nie­ren die Ak­kord­struk­tu­ren, wo es lang geht. Wie geht es nach der um­fas­sen­den Um­be­set­zung bei 21Oc­tay­ne wei­ter? Wir ar­bei­ten gera­de an un­se­rem drit­ten Al­bum, das im Früh­jahr ver­öf­fent­licht wird. Na­tür­lich brin­gen neue Band­mit­glie­der auch neue Ein­flüs­se in die Band. Un­ser Sän­ger Ju­li­an Ro­lin­ger hat ei­ne un­fass­bar gro­ße stimm­li­che Band­brei­te und spielt auch Kla­vier, was uns in krea­ti­ver Hin­sicht neue Tü­ren öff­net. Ähn­li­ches gilt auch für un­se­re Bas­sis­tin Lau­ra Fink, die sich gera­de zu ei­ner ei­gen­stän­di­gen Künst­le­rin ent­wi­ckelt. Sie ist Fan von David Bo­wie und bringt da­mit ei­ne neue Di­men­si­on in die Band. Patrick Putz­ker an den Drums sorgt für die per­fek­te Sym­bio­se aus Tech­nik und son­g­ori­en­tier­tem, ge­schmack­vol­lem Drum­ming. Dan­ke, Mar­co. Und al­les Gu­te für dei­ne Zu­kunft!

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