Bernd c. mei­ser

Gitarre & Bass - - Die Twang- Helfer -

Gain auf der Ba­sis von Fen­der Amps fer­tig­te, ver­sah frü­her als Mar­shall sei­ne ed­len Tei­le mit die­sem neu­en Fea­tu­re. Fen­der führ­te das Mv-de­sign 1972 bei dem Twin Re­verb Mo­dell ein. Ich ent­sin­ne mich so­gar, dass ein al­ter Echo­let­te B40N von Mit­te der 60er-jah­re solch ein Mas­ter­Vo­lu­me ein­ge­baut hat­te. Doch die­se Schal­tung soll­te nicht das ein­zi­ge MVDe­sign blei­ben ... denn zwar ge­fiel je­dem, dass jetzt ein Over­dri­ve-sound bei je­der Laut­stär­ke ver­füg­bar war, aber der Sound als sol­cher blieb Ge­schmacks­sa­che. Wer­den die üb­li­chen kas­ka­dier­ten Vor­stu­fen in die Über­steue­rung ge­trie­ben, ent­steht ei­ne asym­me­tri­sche Über­tra­gungs­kenn­li­nie (ÜKL), ins­be­son­de­re bei dem Schal­tungs­de­sign von Mar­shall mit dem di­rekt ge­kop­pel­ten Ka­tho­den­fol­ger vor dem To­ne­stack (sie­he Ef­fek­tiv-work­shop in den Aus­ga­ben 07 und 08/2015). Über­steu­ert hin­ge­gen die Ge­gen­takt-end­stu­fe, ent­steht ei­ne sym­me­tri­sche ÜKL. Und ge­nau Letz­te­res ge­ne­rier­te eben das Over­dri­ve-si­gnal der „Su­per­group“-gi­tar­ris­ten der frü­hen 70er-jah­re mit ih­ren voll auf­ge­dreh­ten röh­ren­den Amps.

ppi- mv

Wer nun als ers­tes die­se zün­den­de Idee hat­te, das die End­röh­ren an­steu­ern­de Ge­gen­takt-si­gnal, kom­mend vom Trei­ber, mit ei­nem Ste­reo-po­ti zu mas­tern, ist nicht mehr zu klä­ren. Ir­gend­wann En­de der 70er-jah­re war es da ... Ei­ner der ers­ten gro­ßen Amp-her­stel­ler, der die­ses Fea­tu­re in Se­rie über­nahm, war Oran­ge 1977/78 mit ih­rem gut klin­gen­den Over­dri­ve 120. Die­ser Amp hat­te in der End­stu­fe ein di­rekt ge­kop­pel­tes Ka­tho­dyn-pha­se-splitSys­tem. Die bei­den Aus­gän­ge des Split­ters wur­den dann ein­fach mit ei­nem hoch­oh­mi­gen Ste­reo-po­ti ge­mas­tert. Im Fach­jar­gon hat das dann auch ei­nen ent­spre­chen­den Na­men: Post Pha­se In­ver­ter Mas­ter Vo­lu­me oder kurz: PPI-MV. Die­se Art des Mas­terns ist für vie­le Rock-gi­tar­ris­ten von den bei­den bis­her dis­ku­tier­ten MV De­signs die akus­tisch schö­ne­re Va­ri­an­te. Mar­shall hat die­se Art des MV z. B. in dem re­la­tiv ak­tu­el­len Mo­dell 2466 „Vin­ta­ge Mo­dern“ein­ge­baut. In vie­len Shops sind

spre­cher „elek­trisch“rein­schaut. Dies RL Ver­hal­ten be­schreibt dann auch gut das elek­tri­sche Ge­sche­hen in den Hö­hen des Laut­spre­chers. Doch der Amp sieht im Bass aber auch Din­ge, wel­che nicht so­fort er­kenn­bar sind. Es sind die akus­tisch/me­cha­ni­schen Kenn­da­ten der Box, die sich durch ei­ne me­cha­nisch => elek­tri­sche Trans­for­ma­ti­on in die Im­pe­danz­kur­ve des ge­sam­ten Cab ein­brin­gen. Da­bei ist die ge­schlos­se­ne Box inkl. der Laut­spre­cher als Ein­heit zu ver­ste­hen. Und ein­ge­bracht wird jetzt das Re­so­nanz­ver­hal­ten des Cabs. Je­nes Re­so­nanz­ver­hal­ten, im Bass an­ge­sie­delt, wird als LRC Par­al­lel­schwing­kreis aus­rei­chend dar­ge­stellt. Das al­les zu­sam­men er­gibt die ty­pi­sche Im­pe­danz­kur­ve des Cab – sie­he Gra­fik.

re­ac­tive load

Die bei­den Blind­kom­po­nen­ten die­ses Par­al­lel­schwing­krei­ses L & C sind als zu­ein-

und Ähn­li­ches durch Ab­kle­ben oder Ab­de­cken. Zum An­glei­chen der Bun­den­den an die Griff­brett­flan­ke be­nut­ze ich han­dels­üb­li­che Fei­len mit un­ter­schied­li­chen Hie­ben von grob bis fein. Beim letz­ten Ar­beits­schritt wi­cke­le ich 240er-schleif­pa­pier um ei­ne Fei­le. Die­se kommt dann zum Ein­satz, wenn es dar­um geht, noch fei­ner zu ar­bei­ten und die Spu­ren der Fei­len zu be­sei­ti­gen. Die Fei­le füh­re ich frei Hand – von heu­te er­hält­li­chen Fei­len­hal­tern ra­te ich ab. Die­se Werk­zeu­ge fi­xie­ren die Fei­le in ei­nem vor­ge­ge­be­nen Win­kel zur Griff­brett­kan­te. Von der Idee her ist das schlüs­sig, je­doch funk­tio­niert für mich die Frei-

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