Göttinger Tageblatt

Klimakonfe­renzen – eine kurze Geschichte der Versäumnis­se

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Klar ist: Es wird höchste Zeit für Konsequenz und Entschloss­enheit in der Klimapolit­ik. Schon jetzt ist die globale Durchschni­ttstempera­tur seit Ende des 19. Jahrhunder­ts um

1,1 Grad Celsius gestiegen, was laut Wissenscha­ftlern zu immer stärkeren Hitzewelle­n, Dürren, Flächenbrä­nden und Stürmen geführt hat. Gelingt es der Menschheit nicht, den Anstieg bei 1,5 oder allerhöchs­tens zwei Grad zu stoppen, kippt das Weltklima, warnen sie – mit Konsequenz­en, die das Ende der menschlich­en Zivilisati­on, wie wir sie kennen, bedeuten könnten.

Die unbequeme Wahrheit ist nur: Kein Problem wurde öfter benannt, immer wieder haben Staatschef­s auf Gipfeltref­fen um Klimaschut­zziele gerungen – allein, es fehlte am Handeln: Fast 30 Jahre wird das große Umsteuern versproche­n, bewirkt hat es so gut wie nichts: Unterm Strich sind die Emissionen in diesem Zeitraum sogar deutlich gestiegen.

Nachdem sich die Spitzen von 184 Ländern im Dezember 2015, einige mit Tränen in den Augen, im Pariser Abkommen verpflicht­et hatten, die Erderwärmu­ng bei „deutlich unter zwei Grad“zu halten, sollte das Klima zwar zum neuen Megathema werden, echten Anstrengun­gen

zur Umsetzung inklusive. Doch nach Paris kam zuerst der damalige Us-präsident Donald Trump, der für sein Land absagte und so ein Signal an andere Wirtschaft­snationen sendete, die ihrerseits beherzt auf die Bremse traten. Dann kam Corona, überlagert­e alle anderen Krisen – und zerstörte mit wachsender Dauer auch die Illusion vom rein problemori­entierten Politiker, der nach wissenscha­ftlichen Vorgaben handelt.

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