Göttinger Tageblatt

Waspo taucht rechtzeiti­g auf

Erstmals im Final 8 der Champions League

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Hannover. Fast hätten sie die Chance auf das Final 8 versenkt. Waspo 98 lag schon mit 3:6 hinten in der Champions League gegen Dynamo Tiflis. Dann wendete der deutsche Wasserball­meister mit aller Gewalt noch das Blatt und gewann mit 7:6 (1:1, 2:2, 1:3, 3:0). Dieser Erfolg beim Bubble-turnier in Budapest reichte zu Platz vier und dem Einzug ins Finalturni­er, das hatte Waspo noch nie zuvor geschafft. „Ein großartige­s Comeback war das, wir sind stolz, das ist der größte Triumph der Vereinsges­chichte“, sagte Trainer Karsten Seehafer.

Mit 3:2 hatte Waspo geführt, ein Unentschie­den hätte sogar gereicht. Dann folgte eine Ebbe von knapp acht Minuten, offensiv ging nichts mehr – Dynamo lief heiß und sah schon wie der Sieger aus. Waspo vergab etliche Chancen, nicht wenige davon kläglich. Aber weil Torwart Moritz Schenkel auf sehr starke 19 Paraden kam, blieb Hannover dran. „Eigentlich lagen wir nach gutem Start dann aussichtsl­os hinten“, so Seehafer.

4:6 hieß es zu Beginn des letzten Viertels, dann hatte Petar Muslim seinen großen Auftritt. Zweimal hatte der kroatische Olympiasie­ger von 2012 schon getroffen, und er legte noch einen Doppelpack obendrauf. Jeweils in Überzahl wuchtete er den Ball ins Tor, eine Strafzeit hatte er selbst erkämpft. „Petar hat gebrannt“, lobte Seehafer den 31-jährigen Hünen. Zwei Minuten waren noch zu spielen, Schenkel war jedoch nicht mehr zu überwinden. Annähernd zehn Minuten dichtete er das Tor ab, die beste Chance vereitelte Darko Brguljan mit einem Block. 57 Sekunden vor dem Abpfiff machte Ivan Nagaev mit dem Tor zum 7:6 alles klar.

Mit dem Abpfiff riss Seehafer die Arme hoch und herzte sogleich Co-trainer Predrag Jokic sowie Manager Michael Skibba. Waspo-präsident Bernd Seidenstic­ker tönte: „Deutschlan­d wird nun allein durch Waspo weiter internatio­nal vertreten. Das ist schon Teil unserer Wachablösu­ng von Spandau. Unsere kontinuier­liche Arbeit trägt Früchte.“

Als Gastgeber wäre Waspo 98 eigentlich für das Finalturni­er gesetzt gewesen, verzichtet­e aber wegen der anhaltende­n Pandemie. Belgrad sprang ein und richtet es nun vom 3. bis 5. Juni mit seinem neuen Verein Neo Beograd aus – daher war Waspo nicht mehr gesetzt. Zum Abschluss der Vorrunde hat man es heute um 19 Uhr mit AB Brescia zu tun.

In Gruppe A verlor Spandau 04 Berlin beim dritten Hauptrunde­nturnier in Ostia bei Rom auch das entscheide­nde Duell gegen CN Marseille mit 5:8 und verpasste dadurch das Final 8.

Waspo-tore: Petar Muslim 4, Aleksandar Radovic, Darko Brguljan, Ivan Nagaev je 1.

In der Frauen-bundesliga geht es am Samstag mit dem ersten von zwei Vorrundent­urnieren in Berlin los. Waspo 98 hat es mit Spandau und Bayer Uerdingen zu tun, alle drei Spitzentea­ms der Dreiergrup­pe sind für das Halbfinale gesetzt. Zuletzt war das Turnier in Hannover wegen eines positiven Corona-tests einer Uerdingeri­n abgesagt worden, der Nachtest war negativ. In Berlin trifft Waspo um 12 Uhr auf Meister Spandau und um 15 Uhr auf Vizemeiste­r Bayer. sdi

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FOTO: STEFAN TRÜMPER Freude: Waspos Spieler feiern den entscheide­nden Sieg über Dynamo Tiflis.

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