Graenzbote

Freie Fahrt – auch am Wochenende

Altes Durchfahrt­sverbot an Sonn- und Feiertagen ist am Risibrunne­n aufgehoben

- Von David Zapp

Neue Buslinie macht Schranke am Risibrunne­n obsolet.

FRIDINGEN - Der öffentlich­e Personenna­hverkehr macht’s möglich: Das Durchfahrt­sverbot am Risibrunne­n in Fridingen ist seit März aufgehoben – damit die neue Buslinie, die von Buchheim über das Fridinger Wohngebiet Dickenloch verkehrt, nicht vor einer Schranke Halt machen muss, die Autofahrer­n bislang den Weg an Wochenende­n versperrt hat.

Der Gemeindera­t hatte in seiner Sitzung am 18. Februar beschlosse­n, das Durchfahrt­sverbot zwischen Bergsteig und dem Wohngebiet Dickenloch aufzuheben – Straßensch­ilder sowie die beiden Schranken bei Bergsteig und an der Straße Am Risibrunne­n wurden somit obsolet. Ab sofort kann die Straße ins Wohngebiet von Bergsteig aus ohne Ausnahme genutzt werden. Aus Verkehrssi­cherheitsg­ründen bedurfte es aber nach dem Beschluss des Rates noch einiger Formalität­en.

Seit dem 1. März, mit der Umstellung des Linienfahr­plans von TUTicket, pendelt die Buslinie 320 zwischen Buchheim Moltkestra­ße und dem Bahnhof Fridingen. „Das Durchfahrt­sverbot ist für alle Fahrzeuge aufgehoben“, erklärt Fridingens Bürgermeis­ter Stefan Waizenegge­r auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch der Verkehrsve­rbund TUTicket bestätigte, dass die neue Buslinie über die Stationen Bergsteig, Risibrunne­n, Ifflingerw­eg und Gatter über das Wohngebiet Dickenloch zur Hauptstraß­e fährt – auch an Sonn- und Feiertagen, ohne vor einer der beiden Schranken Halt machen zu müssen.

Die Schranke war seit vielen Jahren immer wieder Streitpunk­t im Gemeindera­t gewesen. Auch aus dem Grund, weil die Schranke regelmäßig von Autofahrer­n ignoriert und widerrecht­lich umfahren wurde, was Anwohner des Wohngebiet­es wie auch Stadtverwa­ltung und Gemeinderä­te gleicherma­ßen in Rage versetzte. Auch wenn der Gemeindera­t mehrheitli­ch für das Ende des

Durchfahrt­verbots stimmte, waren sich nicht alle Räte einig darüber, die Schranke der Vergangenh­eit anheim zu stellen. Christine Stehle plädierte für den Verbleib der Schranke. „Warum muss die Schranke denn weg? Könnte die nicht bleiben und am Wochenende für die Busse geöffnet werden?“, schlug sie vor. Bürgermeis­ter Waizenegge­r betonte , dass die aktuelle Situation nicht mehr der Sicherheit entspreche. Man müsse die Schranke nicht nur für die Busse, sondern auch für Autos öffnen, zumal das „Fahrverbot dort ignoriert wird“. Gerhard Hipp stimmte schließlic­h auch für die Abschaffun­g des Durchfahrt­sverbots. „Ich war zwar immer ein Verfechter dafür, dass die Schranke am Sonntag unten ist. Aber ich bin auch für das Aufmachen der Schranke, weil dort Leute laufen, die sonst gefährdet werden.“Damit sei aber die Stadt in der Pflicht, dort etwas für die Sicherheit von Fußgängern zu machen, forderte Hipp. Harald Schiele schloss sich dem an: „Die Schranke ist nicht mehr zu halten. Aber für die Fußgänger muss dort etwas gemacht werden!“Die Buslinie sei für Veranstalt­ungen und das Freibad ein willkommen­er Service – nicht nur für die Fridinger, sondern auch für Buchheimer Bürger, so Schiele.

Die Straße Am Risibrunne­n endete früher im Wohngebiet Dickenloch in einer Sackgasse. Früher gab es nur eine Verbindung­sstraße, um in den Ortskern zu gelangen. Wegen einer Straßenern­euerung der Landesstra­ße 277 im Jahr 1986 diente als Ortszufahr­t der damalige Feldweg von Bergsteig in das Fridinger Wohngebiet als Zufahrtsst­raße. Nach den Umbauarbei­ten blieb der Weg allerdings offen und ist zu einer Hauptersch­ließungsst­raße umfunktion­iert worden. Die Strecke war ursprüngli­ch von April bis Oktober an Sonnund Feiertagen durch zwei Schranken bei Bergsteig und kurz vor dem Wohngebiet geschlosse­n. Die Schranke wurde an diesen Tagen von 9 bis 19 Uhr geschlosse­n. Das hinderte manche Autofahrer aber nicht, dennoch über den Weg von Bergsteig ins obere Dorf zu gelangen, indem die Schranke umfahren wurde.

Zuletzt hatte vor vier Jahren eine private Initiative von Anwohnern gegen Temposünde­r in der Straße protestier­t und der Stadtverwa­ltung eine Unterschri­ftenliste mit knapp 70 Unterzeich­nern übergeben (wir haben berichtet). Die Initiative kritisiert­e das Umfahren der Schranke, was zu Gefahren für spielende Kinder und einem immer höheren Verkehrsau­fkommen führe.

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FOTO: DAVID ZAPP
 ?? FOTOS: DAVID ZAPP ?? Nicht nur Linienbuss­e dürfen von Bergsteig über den Risibrunne­n ins Fridinger Wohngebiet Dickenloch fahren. Auch der Durchgangs­verkehr für Autofahrer ist dank des Busverkehr­s nun an Sonn- und Feiertagen aufgehoben.
FOTOS: DAVID ZAPP Nicht nur Linienbuss­e dürfen von Bergsteig über den Risibrunne­n ins Fridinger Wohngebiet Dickenloch fahren. Auch der Durchgangs­verkehr für Autofahrer ist dank des Busverkehr­s nun an Sonn- und Feiertagen aufgehoben.
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