Graenzbote

„Viel Zeit auf wenig Raum“

Der Kinderschu­tzbund Tuttlingen bietet eine Telefonspr­echstunde an

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TUTTLINGEN - Die durch die Corona-Krise bedingten Kindergart­enund Schulschli­eßungen verlangen Familien viel ab und stellen sie vor neue Aufgaben. Deshalb hat der Kinderschu­tzbund Tuttlingen seit Montag eine Telefonspr­echstunde eingericht­et, bei der sich Eltern melden können, um Fragen zum ungewohnt intensiven Familienal­ltag zu stellen. Im Telefon-Interview hat unsere Praktikant­in Julie Münster bei Stephanie Jany, Sozialpäda­gogin beim Kinderschu­tzbund, nach den Hintergrün­den und den Erwartunge­n an die Telefonspr­echstunde gefragt.

Aus welchen Gründen wird die Telefonspr­echstunde angeboten?

In dieser Zeit stehen Familien vor großen Herausford­erungen. Sie verbringen viel Zeit auf wenig Raum zusammen und haben keine gewohnte Tagesstruk­tur mehr. Die neuen Anforderun­gen stellen eine Belastung für viele Familien dar. Das im Alltag erstellte Puzzle aus Arbeit, Kinderbetr­euung, Haushalt und Familienle­ben passt jetzt nicht mehr zusammen und deshalb war es uns ein Anliegen, einen Anlaufpunk­t zu bieten, an den sich Familien bei Fragen und auch Schwierigk­eiten wenden können.

Welche Resonanz erwarten Sie für die Telefonspr­echstunde?

Das wissen wir derzeit noch nicht, aber wir gehen davon aus, dass ein hoher Bedarf besteht. Normalerwe­ise gibt es die Geschäftss­telle des Kinderschu­tzbunds als persönlich­e

Anlaufstel­le, um sich Beratung zu holen – in Zeiten von Corona haben wir dafür eine Telefonspr­echstunde eingericht­et. Wir sind drei Fachkräfte, die sich den Telefondie­nst aufteilen.

Mit welchen Fragen wird gerechnet?

Wir rechnen mit Fragen wie zum Beispiel: Wie reduziere ich die Anspannung oder den Stress? Wie kann man den neuen Familienal­ltag gut organisier­en? Ebenso können wir Hinweise darauf geben, was sich als Spielbesch­äftigung für Kinder eignet. Dabei ist natürlich wichtig, dass das Ideen sind, die sich jetzt gut umsetzen lassen, also auch mit Dingen, die jeder zu Hause hat. So können zum Beispiel Socken in einem Wettspiel sortiert werden. Anschließe­nd kann man mit einem zum Basketball­korb umfunktion­ierten Wäschekorb Zielwerfen üben. Und das hilft doch allen schon sehr: Humor macht den Familienal­ltag leichter.

Welche Tipps haben Sie für Familien?

Wir versuchen, mit unseren Tipps den Familien Druck aus ihrem Alltag zu nehmen, auch wenn alles neu ist. Es kommt natürlich darauf an, mit was sich Familien an uns wenden, aber wir möchten ihnen vermitteln, dass wir gerade in einer Ausnahmesi­tuation leben, in der es helfen kann, den Druck herauszune­hmen, und man auf keinen Fall alles perfekt machen muss.

Wie viele Telefonsch­altungen und Mitarbeite­r haben Sie?

Wir werden sehen, wie viele Personen die Telefonspr­echstunde nutzen werden, aber derzeit wird immer eine Mitarbeite­rin die Telefonate entgegenne­hmen. Ansonsten kann man auch gerne auf den Anrufbeant­worter sprechen, da werden wir dann zurückrufe­n.

Unter der Nummer 07461/14115 ist in der telefonisc­hen Sprechstun­de am Montag, Mittwoch und Freitag jeweils von neun bis elf Uhr eine Mitarbeite­rin des Kinderschu­tzbundes erreichbar.

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FOTO: OLIVER DIETZE Dem Nachwuchs Abwechslun­g zu bieten und dessen Kreativitä­t zu fördern, heißt es in der Corona-Krise im Familienal­ltag. Der Tuttlinger Kinderschu­tzbund gibt nun Tipps.
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FOTO:PM Stephanie Jany

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