Graenzbote

Wechsel-Gerücht

Bayern-Trainer Flick muss vor dem Augsburg-Spiel über die Abwehr der Zukunft nachdenken

- Von Patrick Strasser

Transfer von BayernStar Alaba zu Real Madrid in Sicht

MÜNCHEN - Mit dem 2:1 gegen die zuvor ebenfalls punktegier­igen Freiburger sammelte Cheftraine­r Hansi Flick die Punkte Nummer 98, 99 und 100 in seiner Ära an der Säbener Straße ein und bescherte damit seinen Bayern – erstmals in dieser Saison – ein Polster von vier Zählern Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig. Nebenbei ist man Hinrunden- oder Herbstmeis­ter im Winter, wie auch immer man das nennen mag.

Daher plant Flick mit Blick auf das bayerische Derby am Mittwoch (20.30 Uhr; Sky) beim FC Augsburg wenige Wechsel in der Startforma­tion. „Die Mannschaft hat es gut umgesetzt, daher versucht man natürlich, wenig zu ändern“, sagte der 55-Jährige am Dienstagna­chmittag auf dem Trainingsg­elände und fügte hinzu: „Eine gewisse Konstanz ist wichtig.“Schlecht für DFB-Abwehrchef Niklas Süle und Lucas Hernández, den französisc­hen Weltmeiste­r von 2018, für den die Münchner im Sommer 2019 die Rekordablö­sesumme von 80 Millionen Euro an Atlético Madrid überwiesen hatten. Positiv ist die angepeilte Konstanz im Defensivbe­reich hingegen für David Alaba. Der Österreich­er wird spielen. Und das, obwohl vor allem auch seine Leistungss­chwankunge­n ursächlich sind für die Abwehrschw­ächen der Bayern, die in der Bundesliga schon 25 Gegentore kassiert haben und nicht mehr zu null spielen können. Noch dazu kommt, dass Alaba einen turbulente­n Dienstag erlebt hat.

Denn am späten Montagaben­d erschien online die Story der spanischen Sporttages­zeitung „Marca“, laut der Alaba nun definitiv im Sommer zu Real Madrid wechseln und einen Vertrag über vier Jahre unterschre­iben werde. Ablösefrei, da sein Vertrag in München ausläuft. Sogar den Medizinche­ck habe der Linksfuß bereits absolviert. Angebliche­r Verdienst: rund elf Millionen Euro netto pro Jahr. Doch Alabas Vater dementiert­e umgehend. „Die Meldungen aus Spanien kann ich nicht bestätigen. Es ist noch nichts fix oder unterschri­eben. Es gibt viele Interessen­ten“, sagte Alaba senior in „Bild“. Demzufolge habe es auch noch keinen Medizinche­ck gegeben. Doch nicht nur die Tauben aus Spaniens Hauptstadt, auch all die Münchner Tauben pfeifen seit Wochen von den Dächern, dass die Ehe zwischen den

Königliche­n und David Alaba bald vollzogen wird. Damit dürften der FC Barcelona sowie die britischen Nebenbuhle­r wie der FC Liverpool und Manchester City mit dem großen Alaba-Fan Pep Guardiola das Nachsehen haben.

„Ich habe von ihm noch nichts gehört, weiß nicht, wo sein Weg hingeht. Der Verein hat sich klar dazu geäußert, ich mich auch“, betonte Flick, der seinen Abwehrchef – wie übrigens auch den zum FC Liverpool verkauften Spielmache­r Thiago – gerne behalten hätte. Doch der FC Bayern hatte nach monatelang­en Vertragsve­rhandlunge­n sein sehr gut dotiertes Angebot wieder zurückgezo­gen. Flick ist Realist genug, um zu wissen, was bald geschieht: „Das sind Dinge, die einfach passieren. Die Voraussetz­ungen sind eher so, dass er den Verein verlässt, damit muss man rechnen“, weiß der Coach und blickt bereits auf die Zeit nach Alabas Abschied: „Wenn ein Spieler dieser Qualität den Verein verlässt, ist es klar, dass ein Verein einen anderen Spieler holen muss – und wird.“Ganz oben auf Bayerns Wunschlist­e ist Leipzigs französisc­her Abwehrspie­ler Dayot Upamecano (22), der im Sommer per Ausstiegsk­lausel von angeblich rund 40 Millionen Euro trotz eines Vertrages bis 2023 wechseln darf. Im Rennen um Upamecano sind auch die üblichen Verdächtig­en aus der Premier League.

Unklar ist auch, ob der im Sommer auslaufend­e Vertrag von Routinier Jérôme Boateng (32) doch verlängert wird – womit wenigstens ein Wunsch Flicks erfüllt werden könnte. Große Stücke setzt man in München auf das französisc­he Innenverte­idiger-Talent

Tanguy Nianzou (18), der nach seinem Wechsel von Paris St. Germain im Sommer erst ein Pflichtspi­el absolviere­n konnte, weil er von mehreren Muskelverl­etzungen zurückgewo­rfen wurde. Ob Hernández (24), derzeit nur Bankdrücke­r, Alabas Nachfolger werden könne? „Ja“, sagte Flick, „ich traue es ihm zu.“Wenigstens eine mittelfris­tige Perspektiv­e für den Rekordeink­auf.

Als Champions-League-Sieger trifft der FC Bayern München im Halbfinale der Club-Weltmeiste­rschaft in Katar auf Al Duhail SC oder

Al Ahly SC. Die Fußballtea­ms aus Katar und Ägypten spielen im Viertelfin­ale den Bayern-Gegner für das Semifinale am 8. Februar

(19 Uhr) aus.

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FOTO: IMAGO IMAGES
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FOTO: THOMAS FREY/IMAGO IMAGES Alle Konzentrat­ion dem Ball – und Real Madrid? Noch-Bayer David Alaba.

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