Graenzbote

Mordfall Leonie: Stiefvater schweigt

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NEUBRANDEN­BURG (dpa) - Am Landgerich­t Neubranden­burg hat am Dienstag der Revisionsp­rozess um den gewaltsame­n Tod der sechsjähri­gen Leonie aus Vorpommern begonnen. Angeklagt ist der 29-jährige Stiefvater, der es ablehnte, sich zu äußern. Die Staatsanwa­ltschaft wirft dem Mann vor, die Sechsjähri­ge im Januar 2019 in der Wohnung der Familie in Torgelow so brutal misshandel­t zu haben, dass sie an den Verletzung­en starb. Der Stiefvater war in einem ersten Prozess wegen Mordes durch Unterlasse­n, Körperverl­etzung mit Todesfolge und Misshandlu­ng Schutzbefo­hlener zu einer lebenslang­en Haftstrafe verurteilt worden. Sein Anwalt hatte Revision eingelegt.

Der Bundesgeri­chtshof hatte das „äußere Tatgescheh­en“bestätigt, das Urteil aber in Teilen aufgehoben. So soll in der Revision geprüft werden, ob der Stiefvater schon bei den schweren Misshandlu­ngen ein Mordmotiv hatte. Er war bisher wegen „Mordes durch Unterlasse­n“verurteilt worden. Laut Gericht hatte er verhindert, dass rechtzeiti­g Hilfe für Leonie geholt wurde, um seine Gewalttate­n zu verdecken. Der Prozess soll am 8. Februar fortgesetz­t werden, dann soll erneut die Mutter angehört werden.

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