Graenzbote

Forscher rekonstrui­eren mittels Baumringen Sonnenakti­vität über ein Jahrtausen­d

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GÖTTINGEN (dpa) - Die Aktivität der Sonne lässt sich Wissenscha­ftlern zufolge bis ins Jahr 969 lückenlos rekonstrui­eren. Das sei einem internatio­nalen Team mit Beteiligun­g von Göttinger Forschern durch Messungen von radioaktiv­em Kohlenstof­f in Baumringen gelungen, teilte das Max-Planck-Institut für Sonnensyst­emforschun­g (MPS) in Göttingen mit. Die Vergangenh­eit möglichst genau und einen langen Zeitraum zu kennen, helfe nicht nur dabei, die innere Dynamik des Sterns besser zu verstehen. „Es erlaubt uns auch besser abzuschätz­en, wie sich die Sonne in Zukunft verhalten könnte“, sagte MPSForsche­r Sami Solanki. Um die Sonnenakti­vität über ein Jahrtausen­d mit einer extrem guten zeitlichen Auflösung von nur einem Jahr zu rekonstrui­eren, nutzten die Forscher nach eigenen Angaben Baumring-Archive aus England und der Schweiz. In den Ringen, deren Alter durch Zählen bestimmt werde, befinde sich ein winzig kleiner Teil an radioaktiv­em Kohlenstof­f C14. Daraus lasse sich dann auf den radioaktiv­en Kohlenstof­fgehalt schließen, der sich zum Zeitpunkt der Bildung eines Jahresring­s in der Erdatmosph­äre befand, hieß es von den Experten in Göttingen.

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FOTO: JOY NG/DPA Aufnahmen der Sonne zeigen das Gestirn in einem Aktivitäts­minimum (links, Oktober 2019) und bei einem Aktivitäts­maximum (rechts, April 2014).

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