War­me Wor­te oh­ne Re­le­vanz

Guenzburger Zeitung - - Erste Seite - VON MAR­TIN FERBER fer@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Es mag ei­ne Flos­kel sein. Und doch von zeit­lo­ser Gül­tig­keit: Am En­de muss der Sy­ri­en-Kon­flikt po­li­tisch ge­löst wer­den. Nach den Luft­schlä­gen der USA, Frank­reichs und Groß­bri­tan­ni­ens ge­gen Zie­le des As­sad-Re­gimes er­tönt der Ruf nach ei­ner di­plo­ma­ti­schen Lö­sung wie­der be­son­ders laut. Auch und vor al­lem aus Berlin, das zu­sam­men mit Pa­ris ei­nen neu­en An­lauf für Frie­dens­ge­sprä­che un­ter­nimmt. Ge­plant sind ei­ne neue Re­so­lu­ti­on der UN und die Ein­be­zie­hung der Tür­kei in die Ver­hand­lun­gen. Das klingt gut, aber ist doch nur ei­nes – hilf­los. An UN-Re­so­lu­tio­nen man­gelt es wahr­lich nicht, wohl aber am Wil­len der Kon­flikt­par­tei­en, sich dar­an zu hal­ten.

Die bit­te­re Wahr­heit ist viel­mehr: Auf Deutsch­land und Frank­reich kommt es nicht an, auch nicht auf die Eu­ro­päi­sche Uni­on. Ob über­haupt Frie­dens­ver­hand­lun­gen statt­fin­den und wie die Zu­kunft Sy­ri­ens aus­se­hen könn­te, ent­schei­den an­de­re. An ers­ter Stel­le Mos­kau, dann Teheran und An­ka­ra, zu­letzt vi­el­leicht noch Washington. Berlin wird da­bei nicht ge­braucht. Es hat nichts zu bie­ten au­ßer war­men Wor­ten, doch die sind oh­ne Re­le­vanz und ver­hal­len un­ge­hört.

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