Der teu­re Vier Wo­chen Trick

Im­mer öf­ter ver­kau­fen Mo­bil­funk­an­bie­ter Han­dy­ver­trä­ge, bei de­nen nicht ein­mal im Mo­nat, son­dern al­le 28 Ta­ge ab­ge­rech­net wird. Das kann Mehr­kos­ten be­deu­ten

Guenzburger Zeitung - - Geld & Leben - VON HANS PE­TER SEITEL

Augs­burg Ei­nen Mo­nat lang Te­le­fo­nie­ren und Sur­fen, ein fi­xer Preis: Vie­le Mo­bil­funk­fir­men rech­nen ih­re Leis­tun­gen nach die­sem Ver­trags­mo­dell ab – bis­lang je­den­falls. Nun aber ma­chen im­mer mehr An­bie­ter vier Wo­chen aus dem ei­nen Mo­nat. Das klingt erst ein­mal, als gä­be es kei­nen Un­ter­schied. Für Ver­brau­cher wird es da­durch aber teu­rer – oft un­be­merkt.

Pau­schal­ta­ri­fe für ei­nen Mo­nat sind be­liebt un­ter Mo­bil­funk­kun­den. Be­son­ders Pre­paid-Pa­ke­te mit fes­tem Da­ten­vo­lu­men so­wie fi­xer An­zahl an Te­le­fon-Frei­mi­nu­ten wer­den so ver­kauft. Für den Nut­zer hat das ei­nen gro­ßen Vor­teil: Stößt er auf ei­nen bil­li­ge­ren Ta­rif, kann er schnell wech­seln. Aber wenn der An­bie­ter nur klei­ne Än­de­run­gen an der Lauf­zeit vor­nimmt, kann das ei­nen gro­ßen Ef­fekt ha­ben. „Vier Wo­chen sind nicht ein Mo­nat“, be­tont des­halb die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len.

Die Rech­nung der Ver­brau­cher­schüt­zer: Bei Kos­ten je Mo­nat von bei­spiels­wei­se 8,99 Eu­ro zahlt der Kun­de 107,88 Eu­ro pro Jahr (zwölf Mal 8,99 Eu­ro). Nach der Um­stel­lung auf vier Wo­chen muss er 13 Mal im Jahr 8,99 Eu­ro über­wei­sen, wo­mit sein Ge­samt­preis auf 116,87 Eu­ro steigt – gut acht Pro­zent mehr. „Denn ein Jahr hat et­was mehr als 52 Wo­chen. Durch vier Wo­chen ge­teilt, er­gibt das eben 13 Abrech­nungs­zeit­räu­me – an­statt 12 bei mo­nat­li­cher Abrech­nung“, sagt Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ex­per­te Tho­mas Brad­ler.

Recht­lich zu be­an­stan­den ist das nicht: An­bie­ter dür­fen ih­re Kon­di­tio­nen und da­mit auch die Lauf­zeit grund­sätz­lich frei be­stim­men. Bei lau­fen­den Ver­trä­gen müss­ten die Kun­den aber in­for­miert wer­den, um ge­ge­be­nen­falls wi­der­spre­chen oder kün­di­gen zu kön­nen. „Ei­ne heim­li­che Um­stel­lung ist nicht zu- läs­sig“, be­to­nen die Ver­brau­cher­schüt­zer. Weil sich be­trof­fe­ne Kun­den be­schwer­ten, wur­den die Lauf­zeit-Än­de­run­gen der Ver­brau­cher­zen­tra­le be­kannt. „Vie­le an­de­re Nut­zer dürf­ten nicht ein­mal et­was da­von be­merkt ha­ben“, ver­mu­tet Fach­mann Brad­ler. Sein Rat: Wer auf der Su­che nach ei­nem neu­en Han­dy­ta­rif ist, soll­te ge­nau hin­schau­en, ob der Preis für ei­nen Mo- nat oder vier Wo­chen gilt. Zu be­ach­ten ist da­bei: Bei 13 Abrech­nungs­pe­ri­oden im Jahr gibt es auch 13 Mal fri­sche Leis­tun­gen in Form von Frei­mi­nu­ten und Da­ten­men­gen. Ob der Kun­de da­von et­was hat, ist ei­ne Fra­ge sei­nes per­sön­li­chen Nut­zungs­ver­hal­tens. Wer das hö­he­re Vo­lu­men tat­säch­lich be­nö­tigt, schnei­det un­ter Um­stän­den jetzt bes­ser ab.

Für die Ver­brau­cher­schüt­zer ist dies An­lass, wie­der ein­mal an die Auf­merk­sam­keit der Nut­zer zu ap­pel­lie­ren. Brad­ler: „Je­der soll­te sei­nen Han­dy­ver­trag al­le ein bis zwei Jah­re auf den Prüf­stand stel­len und mit an­de­ren Ta­ri­fen ver­glei­chen. Vor al­lem Stamm­kun­den stel­len sich oft schlech­ter als Neu­kun­den, die von den An­bie­tern mit zu­sätz­li­chen Leis­tun­gen ge­lockt wer­den.“

Fo­to: Pho­toSG, Fo­to­lia

Ex­per­ten ra­ten, den Mo­bil­funk­ver­trag re­gel­mä­ßig zu über­prü­fen und mit an­de­ren An­ge­bo­ten zu ver­glei­chen. Denn oft­mals be­kom­men Neu­kun­den lu­kra­ti­ve­re Ver­trä­ge.

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