Er­laubt der Chef Mu­sik im Bü­ro?

Nicht je­der Ar­beit­ge­ber sieht sei­ne Mit­ar­bei­ter gern mit Kopf­hö­rern

Guenzburger Zeitung - - Geld & Leben -

Berlin Manch ei­ner kann oh­ne gro­ße Opern­arie nicht krea­tiv sein. Und an­de­re kön­nen sich am bes­ten kon­zen­trie­ren, wenn ih­nen lau­te Gi­tar­ren um die Oh­ren dröh­nen. Aber darf ich am Ar­beits­platz über­haupt Mu­sik hö­ren – über Kopf­hö­rer na­tür­lich? Ei­gent­lich nicht, sagt Bar­ba­ra Rein­hard, Fach­an­wäl­tin für Ar­beits­recht und Mit­glied der Ar­beits­ge­mein­schaft Ar­beits­recht im Deut­schen An­walt­ver­ein. „Ich schul­de mei­nem Ar­beit­ge­ber laut Ge­setz und Ver­trag „bes­tes Be­mü­hen“– und da­von kann nicht die Re­de sein, wenn ich durch Mu­sik ab­ge­lenkt oder für Kol­le­gen nicht an­sprech­bar bin.“Auch der Ein­wand, dass sich je­mand oh­ne Mu­sik nicht rich­tig kon­zen­trie­ren kann, taugt da nicht als Aus­re­de, be­tont die Ex­per­tin.

Ei­nen An­spruch auf Kopf­hö­rerBe­schal­lung bei der Ar­beit gibt es al­so nicht – er­laubt sein kann es aber trotz­dem, oder we­nigs­tens ge­dul­det. „Wenn der Ar­beit­ge­ber die Nut­zung mit­be­kommt und nicht ein­schrei­tet, dul­det er es auch“, er­klärt Rein­hard. Da­durch ent­steht dann ei­ne Art still­schwei­gen­de Er­laub­nis. Die kann der Ar­beit­ge­ber in die­sem Fall aber als Ar­beits­wei­sung je­der­zeit wi­der­ru­fen, per Rund­mail an al­le et­wa.

Aus­nah­men von die­ser Rechts­la­ge sind höchs­tens denk­bar, wenn die Er­laub­nis zum Mu­sik­hö­ren dem Ar­beit­neh­mer aus­drück­lich ver­spro­chen wur­de, im Be­wer­bungs­ge­spräch zum Bei­spiel. Und na­tür­lich gibt es auch Ar­beits­plät­ze, an de­nen der Ar­beit­ge­ber so­gar Kopf­hö­rer zur Ver­fü­gung stel­len muss, als Schall­schutz näm­lich – das sind dann aber eher Bau­stel­len und kei­ne Bü­ro­räu­me.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.