Pri­mark un­ter­bie­tet H&M mit sei­nen Prei­sen

Guenzburger Zeitung - - Meinung & Dialog -

den Ton und die Rich­tung in der Bran­che vor­ge­ge­ben. „H&M ist mit sehr nied­ri­gen Prei­sen groß ge­wor­den.“Nun aber un­ter­bie­tet Pri­mark die­se noch. Hei­ne­mann ist über­zeugt, dass die An­tei­le und da­mit die Kun­den, die H&M ver­lo­ren hat, „di­rekt zu Pri­mark wan­dern“.

Ti­na We­ber, der Pro­fes­so­rin aus Reutlingen, macht der Preis­kampf in der Bran­che Sor­ge. Er för­de­re ei­ne „Weg­werf­men­ta­li­tät“. Denn so ent­ste­he der Ein­druck, dass sich Klei­dungs­stü­cke im­mer wie­der er­set­zen las­sen. Längst ge­hö­re es zum Le­bens­stil des Pri­mark-Kun­den, „stän­dig Neu­es zu tra­gen“. Wie sich das äu­ßert, lässt sich in der Münch­ner Fi­lia­le be­ob­ach­ten. Kun­den stop­fen ih­re Ein­kaufs­sä­cke voll mit T-Shirts, Ho­sen oder So­cken. Vie­les wird di­rekt zur Kas­se ge­tra­gen, wenn die Schlan­ge an der Um­klei­de­ka­bi­ne zu lang ist.

Wolf­gang Krog­mann är­gert, dass sei­ne Pro­duk­te als Weg­werf­wa­re wahr­ge­nom­men wer­den. Am Mor­gen hat der Deutsch­land-Chef von Pri­mark die Be­schäf­tig­ten der Münch­ner Fi­lia­le noch in sechs Spra­chen auf ih­re neue Auf­ga­be ein­ge­schwo­ren, jetzt sitzt er in der Mit­ar­bei­ter-Kan­ti­ne im obers­ten Stock­werk. Er holt et­was aus, das The­ma ist ihm wich­tig. „Wir ha­ben Kun­den, die sehr we­nig Geld ha­ben“, be­tont er. „Die­se Kun­den wer­fen mit Si­cher­heit nichts weg, denn sie kön­nen es sich gar nicht leis­ten.“

Al­le an­de­ren kön­ne er nur bit­ten, „Din­ge, die von Men­schen pro­du­ziert wer­den, mit Ach­tung zu be­han­deln“. Wer auf sei­nen Pri­mar­kPul­li ach­te, ha­be da­von ge­nau­so lan­ge et­was wie von dem Ober­teil ei­nes an­de­ren Her­stel­lers. „Wie er mit un­se­ren Klei­dungs­stü­cken um­geht, muss aber je­der Kun­de selbst ent­schei­den.“Und dann sagt er noch ei­nen Satz, der auch das Mot­to sei­nes Kon­zerns sein könn­te: „Am En­de ist je­der Eu­ro, der ge­spart wird, ein Eu­ro, den man an­der­wei­tig aus­ge­ben kann.“

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