Mit ei­ner App zur per­fekt sit­zen­den Je­ans

Wie das Un­ter­neh­men Zo­zo den Klei­der­kauf re­vo­lu­tio­nie­ren möch­te – und was Elon Musk mit der Fir­ma zu tun hat

Guenzburger Zeitung - - Wirtschaft -

Mög­lich ge­macht wird das mit dem Zo­zo­suit, al­so dem schwar­zen Ober­teil und der Leg­gings, und der da­zu­ge­hö­ri­gen App. Da­mit kön­nen sich Kun­den selbst ver­mes­sen und dann im On­li­ne­shop T-Shirts, Je­ans und Pull­over kau­fen, die ge­nau auf die je­wei­li­gen Ma­ße zu­ge­schnit­ten sind. Doch da­für müs­sen die fast 400 wei­ßen Ver­mes­sungs­punk­te auf dem Zo­zo­suit zu­nächst ein­mal rich­tig sit­zen: Da­mit die App mei­nen Kör­per gut ver­mes­sen kann, muss ich mei­ne Haa­re hoch­ste­cken, den Kra­gen rich­ten und ge­nau dar­auf ach­ten, dass ich Dau­men und Fer­sen durch die da­für vor­ge­se­he­nen Lö­cher ste­cke.

Grün­der von Zo­zo ist der Ja­pa­ner Yusa­ku Ma­e­za­wa. Der 42-Jäh­ri­ge ist Un­ter­neh­mer und Kunst­samm­ler. Ihm ge­hört Ja­pans größ­te Mo­de­platt­form. Welt­weit wurde der Mil­li­ar­där be­kannt, weil er als ers­ter Welt­raum­tou­rist mit SpaceX, dem pri­va­ten Raum­fahrt­un­ter­neh­men von Mil­li­ar­där Elon Musk, zum Mond fah­ren möch­te. Un­ter­neh­mens­spre­che­rin St. John er­klärt, Ma­e­za­wa ha­be selbst Pro­ble­me ge­habt, gut sit­zen­de Klei­dung zu fin­den. Da­durch sei die Idee für den Zo­zo­suit ent­stan­den. Ins­ge­samt zwölf Mal muss ich mich im Uhr­zei­ger­sinn dre­hen, wäh­rend die App Bil­der von mir macht. Die Zo­zo-Stim­me gibt mir da­bei An­wei­sun­gen. An­schlie­ßend kann ich mir mei­nen Kör­per in ei­nem 3D-Mo­dell an­se­hen. Da­ne­ben ste­hen mei­ne de­tail­lier­ten Ma­ße: Vom Brust­um­fang über den lin­ken und rech­ten Ober­schen­kel bis zur Hals­län­ge. Die App hat al­les er­fasst. Bis­her wur­den laut dem Un­ter­neh­men über ei­ne Mil­li­on Zo­zo­suits be­stellt.

Seit Ja­nu­ar ver­kauft das Un­ter­neh­men seine Klei­dung in Ja­pan, seit Sep­tem­ber auch in Eu­ro­pa. In 72 Län­dern ist Zo­zo in­zwi­schen ver­füg­bar. In Ja­pan ist laut der deut­schen Ge­schäfts­füh­re­rin Su­san­ne Bur­ger vor al­lem die Je­ans be­liebt, weil sie nicht mehr ge­kürzt wer­den muss. Auch in Deutsch­land sei das In­ter­es­se an dem Kon­zept groß. Die Kol­lek­ti­on ist noch über­schau­bar – soll aber er­wei­tert wer­den. „Wir möch­ten in Zu­kunft in wei­te­re Pro­dukt­ka­te­go­ri­en ge­hen. Ja­cken, Chi­nos und Klei­der ste­hen an“, sagt Bur­ger. Laut St. John kön­nen die Kun­den in Ja­pan zum Bei­spiel schon maß­ge­fer­tig­te An­zü­ge be­stel­len.

Die Preise sind da­bei ver­gleich­bar mit Mo­de­ket­ten wie Esprit oder S.Oli­ver: ein wei­ßes T-Shirt kos­tet 24 Eu­ro, ei­ne maß­ge­schnei­der­te Je­ans 59 Eu­ro. Wie kann Zo­zo mit sei­ner auf­wen­di­gen Tech­nik bei den Prei­sen mit­hal­ten? „Un­se­rem Grün­der Yusa­ku Ma­e­za­wa war es wich­tig, nicht mehr zu ver­lan­gen als wir müs­sen, um Zo­zo mög­lich zu ma­chen“, sagt Bur­ger. „Die Klei­dung soll für so vie­le Menschen wie mög­lich er­schwing­lich sein.“Pro­du­ziert wird in Chi­na. Die Ge­winn­span­ne, er­läu­tert die Spre­che­rin, sei ge­rin­ger als bei an­de­ren Mar­ken.

Ich ha­be mei­nen Zo­zo­suit in­zwi­schen wie­der aus­ge­zo­gen und die App schlägt mir ver­schie­de­ne Klei­dungs­stü­cke vor. Bis die Wa­ren beim Kun­den an­kom­men, kann es je­doch ei­ni­ge Wo­chen dau­ern. Laut St. John gibt es zwei Mög­lich­kei­ten, wo­her die Klei­dung kommt: Zo­zo hat be­reits tau­sen­de un­ter­schied­li­che Schnitt­va­ri­an­ten her­ge­stellt. Pas­sen die Ma­ße ei­nes Kun­den zu ei­nem der Schnit­te, er­hält er seine Wa­re aus dem La­ger. Es wird al­so nicht ex­tra ei­ne Ho­se oder ein Ober­teil an­ge­fer­tigt. Passt je­doch kei­ne der Schnitt­va­ri­an­ten, weil bei­spiels­wei­se die Schul­tern schma­ler sind, wer­den die Kla­mot­ten maß­ge­schnei­dert. Dann dau­ert die Lie­fe­rung vier bis fünf Wo­chen, sonst drei bis vier Ta­ge.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.