Sie tickt ganz rich­tig

Uh­ren spie­len im All­tag ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Doch wie funk­tio­nie­ren sie ei­gent­lich?

Guenzburger Zeitung - - Wetter | Roman -

Hier kommt ei­ne Scherz­fra­ge für dich: Was hat kei­ne Bei­ne und geht trotz­dem? Die Uhr na­tür­lich! Uh­ren be­glei­ten uns durch den Tag. Sie ver­ra­ten uns, ob wir schon auf­ste­hen müs­sen, wann der Bus kommt oder ob der Ku­chen im Ofen fer­tig ist. Doch wie funk­tio­nie­ren die me­cha­ni­schen Uh­ren mit de­nen Men­schen seit hun­der­ten Jah­ren die Zeit mes­sen?

Das weiß Milan Meister. Er ist 21 Jah­re alt und macht in Ham­burg ei­ne Aus­bil­dung zum Uhr­ma­cher. „Ei­ne me­cha­ni­sche Uhr funk­tio­niert mit ei­nem An­trieb, der die Zei­ger der Uhr be­wegt“, er­klärt Milan Meister. Der An­trieb ist die Kraft, die ei­ne Uhr braucht. Sie wird zum Bei­spiel durch sin­ken­de Ge­wich­te er­zeugt, die ein Pen­del an­trei­ben oder mit dem Auf­dre­hen ei­ner Me­tall­fe­der. Gro­ße Pen­del­uh­ren sieht man nicht mehr so oft. Manch­mal steht oder hängt ei­ne bei den Groß­el­tern im Wohn­zim­mer. Sie se­hen aus wie ein schma­ler Schrank: Oben sitzt ei­ne Uhr, un­ten hängt ein gro­ßes Pen­del. Das schwingt im Takt von rechts nach links. Und zwar gleich­mä­ßig. Das ist wich­tig! Denn nur dann ist die Uhr ge­nau.

Der Pen­del­schwung be­wegt im In­ne­ren der Uhr ei­ne Wal­ze. Die ist mit ei­nem Zahn­rad ver­bun­den. Be­wegt sich die Wal­ze, setzt sie auch das Rad in Be­we­gung. Dann dre­hen sich auch die Zei­ger. So ei­ne Pen­del­uhr hat al­ler­dings ei­nen Nach­teil: Man kann sie nicht ein­fach mit­neh­men, um zu wis­sen, wie spät es ist. Trag­ba­re Uh­ren wur­den erst mög­lich mit der Er­fin­dung des Fe­der­an­triebs. Da­bei lie­fert ei­ne ge­spann­te Me­tall­fe­der die nö­ti­ge Kraft. Sie muss da­für re­gel­mä­ßig auf­ge­zo­gen wer­den. Et­wa mit dem Räd­chen au­ßen an der Arm­band­uhr. Doch da­mit ei­ne Uhr funk­tio­niert, braucht sie noch ein sehr wich­ti­ges Bau­teil: die Hem­mung. Das ist ei­ne Art Brem­se. Denn die Hem­mung sorgt da­für, dass der Schwung des Pen­dels oder der Me­tall­fe­der nicht auf ein­mal weg ist. Et­wa, weil sich die Fe­der so­fort wie­der auf­rollt. Die Hem­mung sorgt au­ßer­dem da­für, dass sich das Schwing­sys­tem in ei­ner Uhr gleich­mä­ßig be­wegt. Das kannst du hö­ren: tick, tack, tick, tack.

An­trieb, Schwung und Brem­se: Das klingt bei­na­he nach ei­nem gro­ßen Mo­tor. Doch im In­ne­ren ei­ner Arm­band­uhr be­we­gen sich lau­ter win­zi­ge Tei­le. Des­halb braucht Milan Meister auch ei­ne Lu­pe, um al­les zu er­ken­nen und ei­ne Uhr zu re­pa­rie­ren. „Das ist aber ei­ne sehr schö­ne Ar­beit“, er­zählt Milan.

Uh­ren brau­chen An­trieb, Schwung und Brem­se.

Foto: dpa

Ein Uhr­werk be­steht aus ganz vie­len klei­nen Tei­len.

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