Guenzburger Zeitung

Kölsch oder Alt? Hauptsache Bier

- VON MARCO SCHEINHOF marco.scheinhof@augsburger-allgemeine.de

Weiß Friedhelm Funkel denn nicht, wo er trainiert? Ist ja auch nicht mehr der Jüngste, dieser Funkel. Da kann man schon mal durcheinan­derkommen. Jedenfalls ist der 65-Jährige nun gefragt worden, welches Getränk er denn bevorzuge. Alt oder Kölsch hieß die Frage, was einen Profitrain­er schon per se in Schwierigk­eiten bringen kann. Man muss ja durchaus ein Vorbild sein und sollte nicht zu sehr die Bierbranch­e mit übermäßige­m Konsum unterstütz­en. Wäre ja nicht wirklich ein leuchtende­s Beispiel für die Spieler, wenn ausgerechn­et der Trainer zu einem Spiel leicht schwankend käme. Ein Glas ab und zu aber ist freilich nicht verwerflic­h. Nur für die richtige Sorte muss man sich eben entscheide­n. Und die sollte für einen Trainer von Fortuna Düsseldorf eigentlich klar sein. Funkel aber überrascht. Kölsch mag er lieber, gibt der Fußballtra­iner zu, das könnte in Düsseldorf mit dem dortigen Hang zum Alt-Bier zu einer schweren Glaubenskr­ise führen. Kölsch ist eher das Lieblingsg­etränk der wenig geliebten Nachbarn. Ist Funkel also wirklich der richtige Mann für die Fortuna?

Seit 28 Jahren ist Funkel als Trainer beschäftig­t. Am Freitagabe­nd stand in Berlin sein 500. Bundesliga­spiel an, das für ihn mit einem enttäusche­nden 1:3 in Berlin endete. Funkel ist in Neuss aufgewachs­en, derzeit lebt er in Krefeld. Er kennt sich also im Rheinland aus. Nur das Alt-Bier, das ist ihm offenbar noch nicht ans Herz gewachsen. Verbiegen lässt sich das Trainerurg­estein jetzt aber nicht mehr. Warum auch? Er kommt ja ganz gut durch seinen Trainerall­tag. Ob mit Kölsch oder Alt. Mit der Fortuna hat er vergangene­s Jahr recht souverän den Klassenerh­alt geschafft und sich damit ein weiteres Jahr im Oberhaus gesichert. Das gibt Selbstvert­rauen und Funkel einen Arbeitspla­tz zwischen all den jungen Trainern um Julian Nagelsmann oder David Wagner. Offenbar passt der 65-Jährige noch ganz gut in die Liga und findet in all dem Wahn um Spielsyste­me, brutales Gegenpress­ing, abkippende Sechser oder falsche Neuner richtige taktische Maßnahmen.

Und ob Kölsch oder Alt, Hauptsache Bier, könnte nun Christina Schwanitz rufen. Die Kugelstoße­rin ist leidenscha­ftliche Biertrinke­rin, wie sie gerade bei der Leichtathl­etik-Weltmeiste­rschaft zugab. Blöd nur, dass diese Titelkämpf­e ausgerechn­et in Katar stattfinde­n, wo für ein Bier gerne mal 14 Euro verlangt werden. Wenn man überhaupt welches bekommt.„Die haben doch eine Meise“, sagt Schwanitz. Abstinenz ist also für die 33-Jährige angesagt. Ihre Entscheidu­ng dürfte daher klar sein: Freibier! Egal ob Kölsch oder Alt.

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Foto: dpa Friedhelm Funkel ist ein Urgestein der Fußball-Bundesliga.
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