Wenn ein Tat­too Tat­sa­chen schafft

Haller Tagblatt - - VORDERSEITE -

Frü­her war an­ders. Da tru­gen Tat­toos – wir sag­ten da­mals noch Tä­to­wie­run­gen – al­len­falls see­fah­ren­de Män­ner, Leu­te aus dem Ha­fen­vier­tel oder Kna­ckis. Gut, Ma­o­ri und an­de­re In­di­ge­ne wa­ren schon im­mer ein ei­ge­nes The­ma. Ir­gend­wann brach dann aber ei­ne Wel­le über uns her­ein und al­le Welt ließ sich pier­cen für al­ler­lei Ge­klim­per, selbst an in­tims­ten Stel­len, oder bun­te Bil­der in die Haut ste­chen. Auf ein­mal war das A….ge­weih der letz­te Schrei.

Ge­ra­de an Letz­te­rem aber zeigt sich, auf welch schma­lem Grat Tat­too-Lieb­ha­ber wan­deln, wenn sie groß­flä­chig zu Lit­fass-Säu­len wer­den. Nicht al­les, was da ge­zeigt wird, zeugt von si­che­rem Ge­schmack. Sag­te da je­mand Non­sens-Tat­too?

Wer Bot­schaf­ten mit­tei­len möch­te, soll­te auch si­cher sein, dass das ach so de­ko­ra­ti­ve chi­ne­si­sche Schrift­zei­chen nicht am En­de ein un­coo­les, weil we­nig pas­sen­des „En­te süß-sau­er“be­deu­tet. Sehr gut wä­re es auch, wenn der Na­me der Ge­lieb­ten auf dem Arm oder an­ders­wo kor­rekt ge­schrie­ben wä­re – und auch noch aktuell.

Ei­ner schwe­di­schen Mut­ter ist nun fol­gen­des pas­siert. Sie hat sich die Na­men ih­rer Kin­der tä­to­wie­ren las­sen, wo­bei aus ih­rem Ke­vin irr­tüm­lich ein Kel­vin wur­de. Be­merkt hat sie das Mal­heur erst, als es zu spät war. Was nun tun? We­gla­sern? Die Frau traf ei­ne über­ra­schen­de Ent­schei­dung: Sie hat ihr Kind of­fi­zi­ell nach ih­rem Tat­too um­be­nen­nen las­sen. Der neue Na­me ge­fällt ihr bes­ser.

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